Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 51 (26.6.1884)
- Date
- 1884-06-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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mggmmmm 840 Ursprungs; so sind seit diesen Februar 400—500 solcher Kinder, °/-o von russisch-polnischen Eltern, die der russischen Verfolgung entflohen sind, abstammcnd, in diese Schule cingctreten. London. Von den isr. Notabel» in Susa (Persien) sind beim Board of Depntirs Klagen eingcgangen über Mißhandlungen, welchen neuerdings die jüdische Bevölkerung seitens der Mnhamedancr ansgesetzt sind. Das C5omt(6 des Board wird sich dieserhalb durch Vermittlung des Ministeriums des Aeußern mit der persischen Negierung in Verbindung setzen. - Türkei. Kvufianlinopel. Der verstorbene Banguicr Zorifi (Christ) hat der hiesigen jüdischen Gemeinde 100,000 fl. vermacht, Derselbe hatte auch während seines Lebens große' Wohlthätigkeit den Inden gegenüber bekundet. Man erzählt sich in jüdischen Kreisen, daß Zorisi vor Jahren in Räuberhände gerathen und durch die muthigc That eines Juden, der dabei sein Leben eingebnßt, gerettet worden sei. ' Amerika. - Washington. Bei Eröffnung des Senats hielt Herr Rabbiner Dr. Browne ans 9Jcju^)orf den derselben vorangehenden Gottesdienst ab. F e u i l l e t o Am standhaft! XI/VIIl. Bernhardiue überlegte, während dcr Zng dahinbrauste, wohin sie sich in D. zunächst wenden sollte. Der Oiedanke, mit der verhaßten Stiefmutter zniammenzutreffen, war ihr unerträglich. Es könnte ja sein, daß die Gattin ihres Vaters sie zuerst empfing, ihr gar nicht gestattete, den Baron zu sehen und sie mit Schimpf und Schande aus dem Hanse jagte. Bernhardine beschloß daher, sich zuerst an die Eltern Angnst's zn wenden und durch diese das Terrain recognoscircu zu lassen. Auf dem Bahnhose zu D. nahm Bernhardine ihr Handtäfchchen, — anderes Gepäck hatte sie in der Eile nicht mitnehmeu können — verließ das Eonpd. und winkte eine am Bahnhose haltende Droschke herbei. Der Droschkenkutscher sprang vom Bocke, verneigte sich tief und öffnete den Kutschenschlag. Offenbar kannte er das Fräulein; in der kleinen Residenz kennen so ziemlich alle Leute einander. Er fragte daher auch gar nicht,' wohin die Dame gefahren sein wollte, sondern bestieg seinen Kutschersitz und fuhr dem Hanse des Barons von Löwcnhcim zu. Bernhardiue ließ ihn gewähren; sie betrachtete cs als eine Fügung'Gottes, . An dem .Hanse ihres Vaters kam ihr Jean entgegen. „Ei sich da." rief er voller Freude, „die gnädige Baronesse! Wie wird der Herr Baron sich freuen!" ~ Er ergriff das .Handtäfchchen und lief voran, während Bernhardiue den Kutscher bezahlte. Schon hatte Jean den Baron benachrichtigt, der nun mit ansgebreitcten Armen seiner Tochter entgegenstürzte. . - . ■ . „Mein Kind," rief er, „mein geliebtes Kind, meine Einzige, sei gesegnet, daß Du znrückkchrst an das Herz Deines Vaters." -i Und nun umarmten sich die Beiden und küßten sich und weinten ltub lachten und jubelten unter Thranen. Sie waren zusammen in das Zimmer des Barons getreten,, wo die Rciseesfekten bereitstandcn. „,,Dn willst verreisen, Papa?"" fragte Bernhardiue. „Ich wollte zur Großmama reisen, um meinen holden Flüchtling heimznholcn. Gott sei Dank, daß ich jetzt zn Hause bleiben kann! Jetzt bleiben wir beisammen, um uns niemals wieder zn trennen!" „„Und ... . Deine ... . Frau?"" „Wir sind geschieden für immer. .Heute Morgen hat mir Seine Hoheit das Scheidungsdccret zustelten lassen. Und noch eins, mein Kind, was Dich erfreuen wird: Ich bin zum Iudcnthume zurückgekehrt." Da umarmte Bernhardiue ihren Vater auf's Rene und küßte ihn und sprach: „„Gelobt sei Gott, der gütig ist und Gutes erweist."" Vater und Tochter hatten mm gar Vieles einander zn erzählen, so daß der Baron ganz vergaß, daß er August Lissaner habe einladcn lassen, mit ihm znsalnmcn nach Böhmen zu reisen. Da überbrachtc Jean eine Karte. Der Baron las dieselbe und sprach lächelnd: „Der Herr soll ciutvctcn!" Nicht lange darauf wurde die Portiere auseinander geschlagen und August Lissaner blieb, da er Bernhordine erblickte, wie erstarrt in derselben stehen. Nicht minder überrascht rief das Frönl. in : „August!" Der Baron aber sprach: „Treten Sic näher, Herr Lissaner! Erinnern