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Der Israelit · 1884-06-26 · Heft 51 (26.6.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 51 (26.6.1884)
Date
1884-06-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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F? 847 senschaft: Salz mit Brod mußt Du essen, Wafler mit Maaß trinken 2c." Das ist wicLcrum Pessimismus! „Akawja bcn Mahalallcl pflegte zu sagen: „Beobachte drei Dinge und Du wirst dadurch von mancher Sünde abgchaltcn werden, i. Woher Du stammst u. f. w." Sei überaus demüthig,denndcsMcnschcn Ende ist der Wurm. Alles ist vorher bestimmt, nur der Wille des Menschen ist frei. Dreier Leben ist kein Leben: des Wehmüthigcn, des Zorumüthigen und des Schwermüthigen. Genug des Unglückes, wenn cs da ist. Eommeutar: Weßhalb cs durch Furcht und Sorge vorweg nehmen?" Wir können unmöglich alle Aussprüche wiedcrgebcn, die der Verfasser anführt; wie sehr dieselben den Pessimismus im Judenthnm beweisen, wird man aus dem Angeführten sehen. Auch der Midrasch von den drei Freunden des Menschen und noch so mancher andere, bei bcm wir absolut keinen Pessimismus finden können, soll pessimistisch sein. Wenn aber wirklich einmal Stellen Vorkommen, die die Erde als schlecht und gering bezeichnen, so geschieht dies nur im Vergleich zu dem jenseitigen Leben, das der Pes. ja überhaupt leugnet. In jenem Streite der Schulen Hillcl's und Schaumes ist das betreffende Wort nicht mit „b csser" sondern. mit „leichte r" zu übersetzen, und ist jene Stelle mit wenigen Zeilen nicht zu erklären. Darin geben wir wohl dem Verfasser recht, das; ein heftiger Streit zwischen Judenthum und Pcssimismns von jeher gewesen (vgl. Ps. 73); aber .Kamps und Vereinigung sind unserer Meinung nach entgegengesetzte Dinge. Ganz am Schluffe scheint denn auch der Verfasser das Nichtige nicht mehr zurückvrängen zu können. Er sagt schließlich: „Das unbestreitbar Schönste der jüdischen Lehren ist die sittliche Erhebung aller seiner Theorien über die empirische Welt, die Anerkennung einer sittlichen Ideenwelt, und zur Verschönerung des Daseins die Empfehlung der emsigen und redlichen Arbeit, die die Erde trotz Hebel und Mängel immer bcgehrenswcrther ausstattet." Das Merkchen ist übrigens mit Fleiß gearbeitet und verräth an manchen Stellen nicht unbedeutende Kenntnisse seines Verfaffers. Jon. Lehmann. Zeilungsttnchrichtctt und.'Eorrcsvonder»reu. Deutschland. Wittlich, 17. Juni. Am verflossenen Sonntag bereitete der hiesige Eigarrenfabrikant S. Heß (Israelit) seinen Arbeitern ein schönes Fest zum Andenken an die vor 20 Jahren staltgcfundene Grün- ~ billig seiner Fabrik. Um 3 Uhr Nachmittags versammelte sich das Fabrikpersonal, ca. 00 Personen, vor dem Wolmhause des Fabrikherrn und zog alsdann unter Voranmarsch der hiesigen Stadtkapcllc mit klingendem Spiele zu den sogenannicn Stciiibrüchen, woselbst die Angehörigen der Arbeiter den Zng bereits erwarteten. Dort hielt.Herr Heß eine kleine Anrede, in welcher er den Zweck des Festes anscinandcrsetzte, von den Pflichten des Arbeitgebers und Arbeitnehmers sprach und mit Freuden des bisherigen friedlichen Zusammenseins gedachte. Er hoffe auch, daß dieses in Zukunft der Fall sein werde, versprach das Scinige dazu beizntragcn und bat die Arbeiter, ihn dabei zu unterstützen. Zuletzt bedauerte er. daß wegen der allzngroßen Entfernung seine Arbeiter in Adenau und Boppard nicht theilnehmcu könnten, und schloß mit einem Hoch auf seine sämmtlichen Arbeiter. Hierauf wurden Speisen und Getränke verabreicht und dann wechselten Gesang- und Musikoorträge mit einander ab. Um 8 Uhr wurde! die Rückreise angetrcien. Die Fröhlichen durchzogen j mit frischem Waldcsgrnn bekränzt, die Stadt zu der j Bierbrauerei Elsen, wo Herr Heß ein schönes Abcnd-! effen hatte anrichtcn lagen. Unter den Klängen der j Musik und in voller Heiterkeit wurde dasselbe eiugc-! nommcn. Der älteste Arbeiter sprach Herrn Heß im - Namen sämmtlicher seinen tiefgefühlten Dank ans und überreichte der Prkncipalin ein prachtvolles ' BlumenbouqueL. Ein Tänzchen beendete den Abend.! Das Fest nahm überhaupt einen schönen Verlauf ' und legte Zeugnis; ab von dem guten Verhältnis! zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. I Straßburg. Der Pcivatdoccnt an der.Kaiser > Wilhelms-Universität in Siraßbnrg, Dr. Samuel j Landauer, ist zum Bibliothekar au der kaiserlichen ' Universitäts- und Landcsbibliothck daselbst ernannt worden. Frankreich. Paris. Monatsbericht (Mai) der „All. Jsr. Universelle". (Die Israeliten Bulgariens.) Das Berhältinß der Israeliten Bulgariens zu ihren andersgläubigen Landsleuten ist im allgemeinen ein Befriedigendes.

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