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Der Israelit · 1884-06-26 · Heft 51 (26.6.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 51 (26.6.1884)
Date
1884-06-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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S43 Die Statistik müßte für die jüdische Lache hcrangczogcn werden, nicht nur für die eine, sondern für alle Eardinal-Bcrlcmndnugcn, welche die Indcnscindc gegen Inden und Indcnilmm ansstrcncn. Wenn z. B. die antisemitische Presse nicht müde wird, die sittliwc Verkommenheit und moralische Gcsunkenhcit der Inden in allen Variationen zu behaupten und zu wiederholen, so müßten wir statistisches Material sammeln, um durch trockene Zahlen das Gegcnlhcil dürzuthnn. Wenn sechs Männer, sechs verschiedene, größere Zeitungen ein Jahr lang lesen würden, und zwar Zeitungen, z. B. von dem Kaliber der „Norddeutschen Allgemeinen." die sicherlich nicht Im Verdacht sicht, durch einen jüdischen Rcptilicnsond unterhalten zu werden, und diese sechs Männer würden mit Orts- und Datumsangabe z. B. jeden betrügerischen Bankerott im Lause des Jahres mit der Eonscssion des Betrügers notircn, so darf man ruhig injb sicgesgcwiß dem Resultat dieser Ant'zeichnnng cntgcgcnschcn. Dieses Resultat müßte bekannt gegeben, populär dargcstcllt und so lange wiederholt werden, als die antisemitische Propaganda ihre Hetzereien und Fälschungen wiederholt und so sicher der Tropfen den Stein höhlt, so sicher müßten diese und ähnliche, beharrlich fortgesetzte Kundgebungen der Thanachr die Anerkennung erringen, daß die Inden nicht schlechter sind, als alle andere Bürger des Staates.. Die Verwirklichung dieser und ähnlicher Anregungen wäre auch ohne materielle Mittel zu ermöglichen; aber eine erfolgreiche Propaganda gegen die antisemitischen Umtriebe im Großen und Allgemeinen erforderte ein einheitliches, energisches Zusammenwirken aller jüdischen Kreise, eine jüdischdeutsche Defcnflv-Attt'auz gegen die Gcsancn des Antisemitismus. Einige wenige thatkrästigc Männer mit jüdisch fühlenden Herzen genügten, um das Unternehmen cinznleiten; daß cs gelinge und seinen Zweck erreiche, ist nach allen äußeren Anzeichen ganz zweifellos, s. G. will. Der dcnlschnsraclitischc Gcmcindcbnnd wäre wie dazu geschaffen, die hochwichtige Angelegenheit in die Hand zu nehmen, wenn nicht zu befürchten wäre, daß die Zurückhaltung, welche so viele Gemeinden dem Bunde gegenüber beobachten, sich auch auf diese Angelegenheit erstrecken würde, sobald sie Bundes- Sache wird. Dagegen dürste die Angelegenheit wichtig genug sein, NM von der «Alliance israfilite universelle ins Auge gefaßt zu werden. Es handelt sich, wie gesagt, nur n:n die Initiative. Wenn die Alliance sich mit 4-5 jüdischen, Vertrauen genießenden Männern Deutschlands in Verbindung setzte , und diese veranlaßte, sich zu einem von ihr delegirten provisorischen EomitL zu conftituircn, so wäre mit dieser Anregung auch die Angelegenheit entschieden. Es dürfte wenige, mehr populäre und überall sympathisch begrüßte Bestrebungen geben, als die hier bezcichncien, wenn sie nur den Gemeinden in ihrer hohen Bedeutsamkeit zum Bewußtsein gebracht, wird. Die durch eine Anregung , der Alliance geweckten Sympathien für diese hochwichtige Angelegenheit kämen der Alliance selber zu Gute, die ja in Deutschland immer noch nicht die Verbreitung und Unterstützung gefunden, die ihr in so hohem Maße gebührt. Die Alliance Jsr. kann durch eine solche Initiative den Unwillen nicht steigern, der die Häuptlinge der Antisemiten bereits, gegen sic erfüllt. Es handelt sich um einen Scmitcn-Bnnd gegen die Eoali« tioncn und Verbindungen der Antisemiten, es handelt sich um Organisation gegen Organisation. Alle Edlen fiub darüber einig, daß etwas geschehen müsse, daß wir bei diesen Angriffen ans Ehre und Leben iiid)l länger müsstgc Zuschauer bleiben dürfen. Die alte jüdische Loosnng wird ihre verbrüdernde Kraft . anss Neue in dieser ernsten Zeit bewähren, vom ersten großstädtischen Millionär bis zum letzten darbenden Dorfjndcn werden sich alle die Hand reichen, wenn die Devise der Alliance durch die jüdischen Reihen ruft: vD Trier. Dr. Ehr mann. cLilerarischer Bericht. Der BvlkK-Kalcnder des „ÄSraelil« für das Jahr 5615. II. Jahrgang. Mainz. Expedition des „Israelit" und I. Kansfmanu, Frankfurt a. M. Endlich ist er erschienen der langersehnte Herold des neuen Jahres, der seinen zahlreichen Freunden durch sein langes Ausbleiben die Zeit recht lang werden ließ. Eine ganz beträchtliche Anzahl von Eollcgcn ist ihm bereits znvorgckommcn, aber er weiß, das ihm kein Rivale den Platz streitig macht, den ihm seine Freunde rcscrvirt hatten. Schon durch seine handliche, gefällige äußere Form und Ausstattung hat er die ihn ungeduldig Erwartenden wieder ausgcsöhnt. Aber ein auch nur flüchtiger Blick auf seinen Inhalt zeugt von einer so reichen Fülle von Interessantem, Belehrendem und. Unterhaltendem, wie man cs hinter der anspruchloscn, bescheidenen äußeren Form kaum erwartet. Gleich ans dem ersten Blatt lächelt uns das Bildniß des berühmten Altonaer Oberrabbiners, Rabbi Jakob Ettlinger t>''t entgegen, dessen Leben und Wirken in anziehender Weise S. 81 ff. geschil-.

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