Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 43 (29.5.1884)
- Date
- 1884-05-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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fün XXV. Jahrgang. Beilage )u Nr. 43 Les Israelit Kin;üöistHev HeLöwechsLsv in IevuscrLem. In der heiligen Stadt, in welcher so viele Angehörige verschiedener Nationen wohnen, die stets mit den Freunden in der Heimath in reger Verbindung stehen, ist das Geschäft eines Geldwechslers sicher ein lohnendes. Es ist ja noch nicht so lange her, daß auch in Deutschland diese Art von Geschäften blühte. Als noch in den verschiedenen kleinen Staaten, aus denen das deutsche Vaterland sich zusammensetzte , eigenes Geld geprägt und gedruckt wurde, konnte man nicht weit reisen, ohne den Geld- Münzfußes in Deutschland ist hierzulande für das Geldwechsel-Geschäft kein Boden mehr. Die Geldwechsler in Jerusalem sind meistens Inden. Unser Bild zeigt einen solchen Geschäftsmann in einer Thüröffnung an der Straße.? Den ganzen Tag sitzt er auf einem kleinen Schemel. Das Tischchen enthält in seiner Schublade Werthpapiere. Das Kästchen, das auf dem Tische steht, ist angefüllt mit allerlei Gold- und Silbermünzen, mit türkischen „Grüsch" u. „Medschidichs" (Groschen und Thaler), mit französischen und italienischen Franken, mit türkischen und englischen Pfunden. In dem großen Sack steckt Kupfer, wahrer Schund von Münzen, deren l5ours von der türkischen Negierung in sehr profitabler Weise abwechselnd herabgesetzt und erhöht wird — jenes, wenn die Kassen der Behörden wenig davon enthalten, dieses, wenn sie große Massen die Abnahme eines bayerischen Zchnguldenschcines der- ' billig eingenommen haben und nun wieder vcrausweigerte, während ein französischer Zwanzigfranken-; gaben wollen. Das Schreibzeug aus Messingblech schein ohne Weiteres genommen wurde; in Berlin mit der Nohrfedcr, deren Spitze eben im Tintenfaß, konnte man einen Coburger Thaler nicht ausgcben, ' welches an der langen Federkapscl angclöthet ist, und in Würzburg verweigerte man die Annahme ruht, ist das im ganzen Orient verbreitete. — Der eines hessischen Gulden. So mußte man sich auf! Mann, den wir hier vor uns sehen, ist eine in Jeciner Reise fast auf jeder Station mit „inländischem ' rnsalem wohlbekannte Persönlichkeit; er gehört der Gelbe" versehen. Seit derlEinführung des einheitlichen? Gemeinde der Sephardiim an. K mm iy f i . ■' 77ES^- "J 1 uM : rtTf£'3 Wechsler in Anspruch zu WA nehmen. In Bremen hatte man anderes Geld als in Hamburg, in Berlin an- .’Äs"-1 dcres als in München. - Und selbst da, wo der "" " Münzfuß ein gleicher war, machte die Anbringung WW' . des Papiergeldes der ver- * | ft - schiedencn Staaten oft ' nicht geringe Schwierig- , /■ -- / keilen. Ist cs uns doch / selbst passirt, daß man uns an der Bahnhofskaffe V j in Karlsruhe in Baden