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Der Israelit · 1884-05-29 · Heft 43 (29.5.1884) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 43 (29.5.1884)
Date
1884-05-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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t 722 Aber schon stürzte der Procurist aufs Neue herj ein und brachte eine ganze Menge von Papieren,; die dem zuerst vorgezeigten so ähnlich sahen, wie ein - Ei dem andern. Nur die Beträge waren verschieden; sie lauteten auf ein, zwei, -drei, vier und fünftausend Thaler. „Sind alle diese Wechsels? in Ordnung?" fragte der Procurist. „Nein, bei Gott," schrie der Baron, «sie sind es nicht, es sind lauter gefälschte Accepte! Ein Schurke hat meine Namensunterschrift auf diese Papierstreifen gesetzt und das Geld erhoben, um es in unsinnigster Weise auszustreuen. Wer weiß, wie viel noch Nachkommen wird!" „Arthur," rief die Baronin, „mäßige Dich, wir sind nicht allein." _ „toter hilft kein Vertuschen! Ich kann und will mich nicht von einem Schurken zum Bettler machen lassen. Die Wechsel werden nicht ausbezahli. Hammacher! Ich werde sofort die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft machen." Der Procurist wollte sich entfernen. „Herr Hammacher," rief die Baronin, „bleiben Sie! Sie sind einmal in das Geheimniß eingeweiht; aber ich rechne auf Ihre Discretion. Kein Wort von dem, was Sie hier vernommen, darf ruchbar werden." „Wie die gnädige Frau Baronin befehlen!" sagte Hammacher. „Ich werde schweigen wie das Grab." „Uno Du Arthur," fuhr die Baronin zu reden fort, „Du darfst um des elenden Mammons willen meinen Bruder nicht unglücklich machen. Wenn Du es dennoch thuest, so sind unsere Wege geschieden für immer." „Wenn ich nur wüßte, wie groß der Betrag ist," sagte der Baron jammernd. „Der sitzt in Berlin und verschwendet in sinnlosester Weise, und ich soll es bezahlen. Und wenn ich reich wäre wie Krösus — das könnte kein Mensch aushalten!" „„Die Summe wird so ungeheuer nicht sein! Wir wollen nach. Berlin reisen, um den irregeleiteten jungen Mann von dem abschlüssigen Wege, auf den er gerathen, zurückzubringen."" „Wie viel beträgt die bis jetzt präsentirte Summe?" fragte Löwenheim seinen Prokuristen. Dieser nahm die Papiere an sich und fing an zu rechnen. „22,000 Thaler". sagte er. „Gut", sprach der Baron seufzend, „laffen Sie das Geld auszahlen. Und Du, Agatha, mache Dich reisefertig. In zwei Stunden geht der Schnellzug nach Berlin." Am Abend deffelben Tages kamen Herr und Frau von Löwenheim in Berlin an und stiegen in einem der ersten Hotels, im Kaiserhof, ab. Der Wagen des Hotels brachte sie alsbald nach der Magdeburger Straße, wo sich die Wohnung Brunos befand. Dieser hatte gerade einige Freunde und — Freundinnen bei sich versammelt. Nach einem lustigen Gelage war ein Spielchen arrangirt worden; Herr von Berneck hielt die Bank. „Du hast heute wieder fabelhaftes Pech, Vrunochen!" rief eines der Mädchen, während Wolkenberg mit gleichgiltiger Miene einen ganzen. Haufen Goldstücke dem ehemaligen Hofmarschall zuschob.. „Ha, ha", rief Bruno lachend, ..was schadets? bin ich doch der Schwagers eines Millionärs." Da öffnete sich die Thüre, und ein Herr und eine Dame, traten ein; sie hatten die letzten Worte Brunos gehört. Alle Anwesenden betrachteten sie mit erstaunten Blicken. Bruno sprang auf. „Ah", rief er, „welche eine freudige Ueberraschung! Da ist er ja, mein Goldschwager! Und auch meine Frau Schwester! Seid mir herzlich willkommen! Wir machen gerade ein kleines zen! Wollt Ihr mithalten?" „Ich muß die geehrten Herrschaften" sagte Löwenheim, „ersuchen, uns mit dem Herrn von Wolkenberg allein zu lassen. Wir haben wichtige Familienangelegenheiten mit ihm zu besprechen." Nach wenigen Minuten waren die Gäste Brunos verschwunden und der junge Mann war mit seinen Verwandten allein. Vor den ernsten Mienen derselben entwich der Champagner-Nausch, der ihn vorher so fröhlich gestimmt hatte. (Fortsetzung folgt.) Räthsel. Halte, achte, wahre immer. Und Du bist von vorn mein Wort. Wende, ich bin lichter Schimmer, Der umstrahlt das Gotteswort. -C. Auflösung erfolgt in Nr. 44 u. 45. Tie Namen der richtig Losenden werden» wenn uns solche bis längstens Dienstag Vormittag den 3. Juni zugegangen, in der folgenden Nummer veröffentlicht Auflösung des Rathsels aus Nr. 4L: .7IO21S ,DJ"© Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition des „Israelit" gr. Bleiche 45. I. GottSleben'szBuchdruckerei (MainzerAnzeiger).

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