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Der Israelit · 1884-05-29 · Heft 43 (29.5.1884) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 43 (29.5.1884)
Date
1884-05-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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718 daß ich zu wenig Gutes und zu viel Schlimmes von der Orgel gesagt habe, daher ich auch alle meine A cußeruugen nur als kerinenta und incitamenta J brcr Gedanken darüber möchte angesehen wissen und erkläre zuletzt, daß ich Ihnen allen künftig einen Organisten wünsche, welcher cs in Fleiß und Kunst dem gegenwärtigen Organisten an der hiesigen Nikolaikirche gleichthut und was die Orgeln überhaupt betrifft: daß ich sie alle stehen.lasse, wo sie stehen, indessen, befragt, ob eine neue zu errichten se i, d e m A n g e f ü h r t e n g emäßfür in einen TheilNein sagen würde. Soweit die Ansichten des berühmten Kieler Domprobstes Dr. Claus Harms. Im nächsten Capitel werde ich Gelegenheit haben, dem geehrten Leser noch andere Autoritäten vorzufübren. (Fortsetzung folgt.) Nachdem Bezirksrabbiner Dr. I. Goldschmidt in Weilburg öffentlich erklärt hat, daß das Vorhandensein einer Orgel in einer Synagoge für ihn kein Hindernis; zur Annahme eines Rabbinates sei, und daß die Orgelfrage „längst aufgehört habe, eine besondere Bedeutung zu haben", er also den nv're, welchen die maßgebendsten rabbinischen Autoritäten darüber absolut ausgesprochen, negirt, entsage ich hiermit jeder Verantwortung für seine '.-wnin, und erkläre das ihm von mir seiner Zeit ausgestellte Schriftstück als durch diese Wandlung seiner Grundsätze und diese rabbinische Entscheidung für hinfällig. Berlin, im Jjar 5644. Rabbiner Br. Israel Hildesheimer. Zeitungsnachrichten und Correshondenzen. Deutschland. Mainz, 27. Mai. Heute Vormittag verschied plötzlich HerrBanquier Mo ritz Oppenheim, nachdem er vor einigen Monaten das 70. Lebensjahr überschritten hatte. Der Verewigte, aus einer alten, hochangesehenen Mainzer isr. Familie stammend, war einer der geachtetsten Bürger der Stadt, eines der hervorragendsten Mitglieder der isr. Gemeinde. Die letztere hatte ihm wahrend vieler Jahre das Amt eines Vorstands-Präses übertragen, während das Vertrauen seiner Mitbürger ihn zum Mitgliede des Stadtraths creirt hatte. Die Armen verlieren in dem Heimgegangenen einen Freund und Wohlthäter. Er ruhe in Frieden! — _ Frankfurt a. M , 26. Mar. Heute früh wurde Hr. Dr. jur. Leopold Odrell auf dem israelitischen Friedhofe zur Erde bestattet. Hr. Rabbiner Dr. Brüll gedachte in kurzer aber inniger Rede des Verstorbenen und seines in aller Stille wohlthätigen Wirkens während seines jungen Lebens, wie er allerwärts die Noth linderte, ohne einen Unterschied irgend eines Glaubensbekenntnisses zn machen und wie er fast scheu jedem Dank hierfür auswich. Der Wohlthätigkeitssinn, den er im Leben bekundete, sollte auch mit seinem Tode nicht enden, wie aus seinen testamentarischen Bestimmungen hervorgeht, und so sei es uns erlaubt, dasjenige, was er den öffentlichen Wohlthätigkeits- und Unterstützungsanstalten in Form von Legaten überwies, hier mitzutheilen. Er bestimmte: der Versorgungsanstalt für Israeliten in Frankfurt a. M. 6000 M.; der Leihkaffe für te- 5000 M.; dem Verein zur Aussteuerung hiesiger israelitischer Vürgerstöchter 6000 M.; derCreiznach- Stiftung 5000 M.: der Anstalt für Irre und Epileptische 5000 M.; der Taubstummen-Erziehungs- Anstalt 3000 M.; dem Rochus-Hospital 3000 M.; dem allgemeinen Almosen-Kasten 3000 M.; dem israelitischen Älmosen.-Kasten 5000 M.; dem Hospital der israelitischen Gemeinde 3000 M. Diese Vermächtnisse sollen von den betreffenden Verwaltungsbehörden getrennt von ihren übrigen Stiftungskapitalken und zwar unter dem Titel: „Stiftung zum Andenken an den verstorbenen Rentner Isaak Abraham Oppenheim sen. und an besten Ehefrau Rahel Oppenheim, geborene Cohen, errichtet von deren Sohn Dr. jur. Leopold Odrell (Oppenheim), Rechtsanwalt," verwaltet werden. Ferner vermachte der Verstorbene: dem Verein zur Unterstützung israelitischer Studirenden in Heidelberg. 6000 M.; den Ortsarmen in Bornheim ohne Unterschied der religiösen Bekenntnisses 300 M, am Tage seiner Beerdigung durch den protestantischen Hrn. Pfarrer auszuzahlen; denselben Ortsarmen ist zu Händen des protestantischen Herrn Pfarrer daselbst ein Kapktalbetrag von 2400 M. auszuzahlen zu einer Stiftung unter dem Namen Dr. Leopold Odrell; der Salomon Oppenheim 'Trumm)schen Brautlegat-Stiftung dahier 9000 M.; ^em Verein zur Beförderung der Handwerker unter den israelitischen Glaubensgenossen 1500 M.; dem Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer „Achawa" 6000 M.; der israelitischen Waisenanstalt 3000 M.; dem Dr. Ehrist'schen Kinderhospital 3000 M.; der Blindenanstalt 3000 M.; dem israelitischen Frauenverein 4000 M.; dem israelitischen Verein zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen in hiesiger Umgegend und zur Uebernahme der Gevatterschaft bei den-

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