Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 40 (19.5.1884)
- Date
- 1884-05-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang c )u llr. 40 -es Israelit. Zeilungsnachrichten und Correfpondeuzen. DeuLschlan d. Stuttgart. 16. Mai. Herr Bezirksrabbiner Dr. Silberste in in Dt ü h t i n ß c n har das Rabbi-iar Wiesbaden übernommen. Wie wir hören, hat sich auf das Ausschrcibeu des RabbinaLs Atühringen im „Staatsauzeigcr für Württemberg" seitens der Kgl. israel. Obcrkircheribehörde kein inländischer Bcwerber - gefunden, und die fürsorgliche Oberbehörde wird daher zur Berufung eitles Ausländers schreiten Annen. Bei der traurigen. Thatsache, daß die isr. Gcnreinden in Württemberg '.ihre Rabbiner; von Stuttgart ans ungeschickt bekonunen und bei Vergebung der RabbinaLssteltcri kein Wort haben, wäre nnd Herr Polizeipräsident von Hcrgcnhahn hat in einem Portragc das Wesen und den Zweck der zu gründenden Kolonie ausciuaudcrgescpt Derselbe hob auch ausdrücklich hervor, das; religiöse Propaganda nnd Frömmelei ausgeschlossen sei, das Unternehmen aber eine sittlich religiöse. Grundlage haben müsse. Geradewegen des letzteren Punktes lväre es jedoch sehr zu wünschen, das; bei der zu gründenden Kolonie auch ans die Israeliten in einer den Vorschriften ihrer Religion Rechnung tragenden Weise Rücksicht genommen werde. Bei der Kolonie in Wilhelmsdorf. wo.sich nach dem Bericht über das verflossene Jahr.freilich nur eine verschwindend kleine Anzahl von Israeliten. 7 gegen l02l Protestanten und 675 Katholiken aufhiclt, geschieht dies natürlich nicht. Aber es ift doch unbestrittene Thatsache, daß eine wirkliche sittliche Festigkeit bei einem Menschen nur nnnit 2it <'V2ti'i<»it tfim •.Sit' iUMi.-iliffifcMf gen. Baisingen, Mühlen, Tübingen und Nottweil einen Rabbiner; berufe, der sich dauernd des Vertrauens alter Nabbruats-Angehörigeil erfreut. — rellgioicn ^andpnnkt klargelegt. — Frankfurt <r. M. Auf Anregung mehrerer hervorragender Männer ans dem Regierungsbezirke Wiesbaden und dem Großhcrzogthum Heperr hat sich vor einiger Zeit ein Verein gebildet, der die Gründung einer Arbeirercolvnic nach dem Muster der von Pastor Bodclschwingh in Wilhclmsdors bei Vielefeld ins Leben gerufenen bezweckt. Das Unternehmen ift gewiß ein höchst verdienstliches und muß von jedem Menschenfreunde auf's Freudigste begrüßt werden. Der Bettel nnd die Laudstrricherei soüen dadurch vermindert nnd das Verbrechen auf diescru Wege bekämpft werden. Dem durch Roth und Glend herübgekomnrencrr Menschen soll durch die Verschaffung von Arbeit emporgcholfen, ihr» das Mittel an die .Hand gegeben werde», sich wieder zu einem menschenwürdigeu Dasein aufzuramu. Auch das jüdische Gesetz erblickt ja die schönste Art von Wohlthätigkeit darin, daß man den Dürftigen in der Weise stütze, daß er selbst im Stande sek, sich durch seiner Hände Arbeit ehrlich zu ernähren. Hier in Frankfurt hat sich auch bereits ein Localcomite gebildet Handlungen im Gange, die darauf abziclcn, in der neuen Kolonie die Ginrichtnng zu veranlassen, daß die Israeliten, die dieselben besuche?;, den Vorschriften ihrer Religion nicht nur hinsichtlich des (Gottesdienstes. sondern auch in Bezug ans die Sabbatnnd iLpciscgesctze in jeder Weise Nachkommen können. Wir wünschen von Herzen, das; diese Unterhandlungen zu einem günstigen Resultate sichren; dann würden wir nicht nur als Menschen, sondern auch als Juden dem humanen Werke unsere ungclhcilte Anerkennung zollen müssen. i_Ans Wesiprensie«. citcnstnck znm mns ift seit dem 1l. Mai Abends zwischen 10 und U lU?r ans freiem Fuße. Heute Morgen war er in der Synagoge und dankte dem Schöpfer vor aufgcrollter Thora für die Rettung,^die ihm endlich geworden. Der Kriminalkommipär Höft nnd der' Staatsanwalt ans Danzig hatten ans der Umgegend von Pr. Stargardt die Gensdariiicrie rcqitinyt und nach Sturz befördert, woselbst 6 Personen, also eine förmliche antisemitische Mordbande, verhaftet wurden. Vdenstettin, 14. Mai. Auf Beschluß der Staatsanwaltschaft in Köslin ist auf Grund des