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Der Israelit · 1884-05-19 · Heft 40 (19.5.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 40 (19.5.1884)
Date
1884-05-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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i 671 er durch diese Berliner Lockrufe übertäubt werden könnte. Der Punkt 2, welcher „Mittel zur Hebung des religiösen Sinnes und zur Förderung des Religionsunterrichtes" schaffen will, ruft einem unwillkürlich die Aeutzerung eines Mitglieds der französischen Natioual-Versammlung ins Gedachtniß, gelegentlich einer Verhandlung über Abschaffung der Todesstrafe. „Auch ich bin für Abschaffung der Todesstrafe," leitete jenes Mitglied seine Rede ein. „aber die Herren Mörder mögen damit den Anfang machen." Auch wir sind für Hebung des religiösen Sinnes, aber die Herren mögen damit bei sich selber beginnen. So lange aber die »Herren den Mnth haben, sich Rabbiner zu nennen und dabei das rabbinische Gesetz öffentlich mit Füßen treten, so lange die Herren ihren Gemeinden mit dem Beispiele gewiffenlosen Verraths an Thora und Mizwoth ohne Scheu vorangchen, so lange ist und bleibt es in den Augen jedes ehrlichen Menschen eine lächerliche Anmaßung, den religiösen Sinn anderer heben zu wollen. Wenn ihre Religion solches Gebühren gut heißt, so weiß jeder ehrliche Rabbiner, was für ein Religionsunterricht das sein wird, der da feine Förderung erhalten soll und läßt sich durch solche Phrasen nicht nach Berlin locken. Denn für Punkt 1, der nun allein noch übrig bleibt, für eine öffentliche Erklärung über die Stellung des Judenthums zu anderen religiösen Bekenntnissen lohnt es sich wahrhaftig nicht, eine Rabbiner-Versammlung nach Berlin zu berufen. Seitdem die Bekenner des Judenthums durch göttliche Fügung unter allen Völker» leben und in allen Staaten eine zweite Heinrath gefunden haben, an der sie mit jeder Faser ihres Herzens hängen, seit fast 2000 Jahren bot sich so oft Veranlassung, derartige Erklärungen zu erlaffeu, daß man nur irgend eine derselben herauszugreifen braucht, um diesen Zweck zu erreichen, unter die dann sämmtliche Rabdinen nicht nur Deutschlands, sondern des ganzen Orients und Occidents ihre Unterschrift setzen würden. Mit vielleicht wenigen Modifikationen würden sich unter vielen derartigen Erklärungen z. B. die Lehrbeschlüffe des großen Sanhedrin zu Paris vom Jahre 1807 eignen. Ob aber eine derartige Erklärung heute nothwendig oder auch nur wünschenswerth ist, mag für diesmal unerörtert bleiben. Warten wir einstweilen den Verlauf der geplanten Rabbiner-Versammlung ab. Für diesmal sollte nur von vornherein die Thatsache scstgestellt werden, daß die Rabbiner Deutschlands sich nicht bei der in Berlin projcctirteu Versammlung betheiligen werden. Sicherlich liegt ihnen eine richtige Auffassung der interkonfessionellen Zuziehungen des Judenthmns, die Hebung des religiösen Sinnes und eine äußere Bekundung des sie umschlingenden Bandes gemeinschaftlicher Gesinnung nicht weniger am Herzen, als den Herren, welche zur Erreichung dieser Ziele die Einladung erlaffen haben. Aber eben deshalb können sie nicht mit Elementen Hand in Hand gehen, wie sie oben ge- , schildert wurden^ Rabbiner, die diesen Namen der- \ dienen, die in allen Kämpfen,-welche ihrer Ueberzeugnngstreuc bcschiedcn waren, nicht nur ihr praktisches Leben und Wirken, sondern auch ihre Gesinnung rein und lauter bewahrten, Rabbiner, welche in dem leuchtenden Beispiel der Gesinnungslauterkeit jciicr ny-in das anznstrebende Ideal ihres Lebens erblicken, können ihren Namen unter keine Beitrittserklärung zu einer solchen Versammlung setzen, können nicht mit ihnen rathen und thatcn, ja können nicht einmal an dem Rabbiner- Bankett Thei! nehmen, das sich ohne Zweifel an die Rabbiner-Versammlung anschlicßen wird. ~ rn x) pLny njnn "pz in -p: K'jn ,poy Dmn’o rini' p o*x «vrr i b er n. y. _ pomn l’H pOJ7 2LN' 'n l'iMl' j'p'ttnv VH jmnjD) poy 20'v napjnr :>"nn miyo: pbiDj .(l"3 Diese Zurückhaltung legten sich die wahren oyin auf, wenn sie nur nicht wußten, mit wem sie zu thnn hatten. Wenn man aber weiß, wer die Leute sind, die hier zu einerVersammung einladen, dann braucht man das Ideal eines ny-n 'pz noch lange nicht in seiner Vollendung erreicht zu haben, um mit diesen Herren durch keinen gemeinsamen Verband verbunden sein zu wollen. — Es wird dann von keinem gcsinnnngstüchtigen Rabbiner bedauert werden, wenn er an dem Fiasko dieser Versammlung keinen Antheil hat, und wenn dann die Beschlüsse und Erklärungen der am 4. und 5. Juni in Berlin tagenden Versammlung vorliegen, wird er sich glücklich schätzen keine Verantwortlichkeiten für sie zu haben, doppelt und dreifach glücklich sich aber in dem Bewußtsein wissen, daß vor die Alternative gestellt: Zwischen der Einladung dieser Herren nach Berlin zu gehen und der Mahnung des Königs Davids, zu Hause zu bleiben, letzterem gefolgt ist. •-pn iä im mxn niwt Zeitungsnachrichten und Correfpandenzen. Deutschland. Mainz, den 16. Mai. Die Lehrer der Aschkenasim-Gemeinde in Jerusalem (52 an der Zahl) haben uns in einem Schreiben ihre mißliche Lage, in der sie sich gegenwärtig befinden, geschildert. Besonderer Umstände halber sind sie gezwungen, die Miethe U

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