Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1884)
- Date
- 1884-05-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449443--20132-2509713- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
fjcit hat sic mttcvftf)icbcn und hat Zeiten und Fcstraßc an ihnen scstgesetzt .... Auch die Menschen sind insgesammt aus Staub und ans Erde wurde Adam gebildet und der Ewige in seiner Weisheit hat zwischen ihnen unterschieden." Man vergleiche damit folgende Stelle im Tanchnma Paraschath Ki Thissa:?a't:vo dp no ,*p’py 'rnx 'ww D'sn ö'jtd?P mc« nioV *p 'rncx no bun? p-aiaa-pa' no thoni D'v' -wiro rptp njv wo p mcx y"n b"x ■yro ox d"x p-üP "uwo D-sn döhd ws? *xo itct n>.n Oppo "pei y"n nsh op'td :r2^n rN t’iocer „Tyrannus Nufus fragte den R. Akiba: Warum ist ein Tag .mehr als die anderen? Darauf erluicbcrlc er: Warum ist ein Mensch mehr als die übrigen? Hierauf fragte Nufus wieder: Was habe ich gefragt und was hast Du mir crwiedert? Und , R. Akiba antwortete: Dn hast gefragt, warum der Sabbat ausgezeichnet sei vor den übrigen Tagen und ich crwiedertc Dir, warum ist Tyrannus Nufus mehr als die übrigen Menschen. Da sagte dieser: Der König der Könige wollte mich ehren; „eben Derselbe" antwortete N. Akiba, „wollte, das; Israel den Sabbat ehren sollte." Der Gedanke und seine Lerwerthung ist ganz nach der Manier der oben angeführten Ben- Sirastelle. * Noch müssen wir einen Punkt erwähnen, den der Verfasser des vorliegenden Merkchens in der Einleitung bespricht. Mir meinen, die Frage nach; bcr Zeit des Verfassers und seines Werkes. Hierüber ist viel geschrieben und gestritten worden. Bekanntlich ist das ursprünglich hebräisch geschriebene Original, das noch den Weisen des Talmuds Vorgelegen hat, wie die zahlreichen Eitate bei denselben beweisen, gänzlich verloren gegangen. Nur die griechische llebcrsetznng, die der Enkel des Verfassers ansarbcitcte, ist erhalten geblieben. In der Vorrede zu dieser Uebcrsctzung gibt derselbe an, er sei im Jahre 38 des Negierungsjahres' Euergetcs nach Aegypten gekommen. Damit kann nur Energetcs II. Physkon gemeint sein, der von 170 (dem gemeinsamen Regierungsantritte mit seinem Bruder Philomcter) bis 117 regierte. Sein Großvater muß also 60 Jahre vorher, ums Jahr ILO (v. g. Z.) gelebt haben. Dies wäre das eine Ergebnis;. Damit streitet aber ein anderes, das ans dem Buche selbst gewonnen wird. Am Schlüsse des Buches Sirach feiert der Verfasser in einem farbenprächtigen Gemälde, den Glanz des Hohcpricsterthums unter pnsn pyoip. Die ganze Schilderung macht den Eindruck des Selbsterlebten und Sclbstgeschauten, denn so lebhaft und so herzerhebend werden nur Erscheinungen, die man durch Autopsie kennen gelernt hat, geschildert.; Ich bin der Muhe enthoben, diese Schilderung! den Lesern des „Israelit" vorzuführen, denn sie! haben diescselbe im Leitartikel zu Nr. 36 kennen ge-! lernt und gewiß mit Vergnügen gelesen- Auch der . Poötan, der die Stücke nach der Aboda am Verj sohnnngstage gedichtet hat, hat aus dieser Schilde- I rung geschöpft, wie sich Jeder, der beide Beschreibungen vergleicht, überzeugen kann. Nun gab es aber zwei Hohepriester mit Namen Simon Sohn Onias oder rav» p und bisher wurde allgemein, nach einer Notiz des Joscphus, angenommen, daß der Aeltere dieser Beiden, den ehrenden Beinamen „der Gerechte" führte. Somit müßte der Verfasser des Ben Sira ein jüngerer Zeitgenosse des Simeon ben Onias l. gewesen sein, was mit dem obigen Ergebniß nicht stimmt, weil derselbe viel früher fungirte. Der Verfasser sucht nun, nachdem Vorgänge vieler neuerer Gelehrten, den Nachweis zu führen, daß nicht Simeon ben Onias I., sondern S. b. O. II der ehrende Beinamen pnan beigelegt wurde, und da dieser nach Josephns ungefähr von 220—198 fungirte, so würde dies mit dem oben aus der Vorrede seines Enkels geschöpften Ergebnisse zusammenstiinmen. Weniger einverstanden können wir uns mit der Art und Weise erklären, wie der Verfasser das Verbot des Talmud (b. Sanhedrin 1006, Jerusch. 28a) den B. S. zu lesen, zu begründen sucht. Der einfachste Grund für dieses Verbot bleibt noch immcr der, weil man fürchtete, daß dieses Profanwerk, eben weil es so sehr einem von den heil. Büchern nachgebildct ist, in den Kanon der keil. Schriften ausgenommen werden und kanonisches Ansehen erlangen konnte. In späterer Zeit, wo diese Besorgnis; geschwunden war, hat man sich nicht gescheut, Kern- - spräche aus dem Ben Sira zu citircn und seine moralischen Ermahnungen zur Beherzigung zu empfehlen. Eben jener Midrasch Kohelct, den der Verfasser cktirt, -in,' inp “pro ooim p 'DD icvd Tndpdo wn nono onso Ydo so’d spricht eben für diese Auffassung, daß man die Hinznsügung zu den rup ^dd tp fürchtete. Daß der Midrasch Koyeleth in späterer Zeit abgefaßt wurde, spricht nicht dagegen, denn dieser Ausspruch kann deswegen doch ans viel älterer Zeit stammen. l>r. E . t. Zeitungsnachrichten und Correspondcnzen. Deutschland. Mainz, 13. Mai. Eine Anzahl Rabbknen, au ihrer Spitze das Nabbinat der jüdischen Ge-