Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1884)
- Date
- 1884-05-12
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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Zwecke ein eigenes Haus bauen, dessen Fundament wir selbst gegraben hatten. Auf diese Weise hofften wir, dem vorgestrebten Ziele immer näher zu kommen und sahen dem glücklichen Ge-| fingen unserer Pläne voll freudigen Muthes entgegen, — da starb plötzlich unser Beschützer, der edle Netter, und unsere schönen Hoffnungen waren vernichtet. — Um diese Zeit wurde von einigen anderen russischen Emigranten die Colonie “p'iP? gegründet. Die Mitglieder derselben, unbekannt mit der Landwirthschaft, wünschten unsere Aufnahme in ihre Colonie, um aus nuseren Kenntnissen und Erfahrungen Nutzen zu ziehen. Wir willfuliren gerne diesem Wunsche und traten in “{VS1? pw’X'l,, ein. Bald kam Leben in die Gegend, der Boden wurde gepflügt, Reben gepflanzt, Strassen geebnet, mit Alleen von Bäumen geschmückt, ein Brunnen bis zu 40 Meter Tiefe gegraben, bis wir Wasser fanden. So ging ein wohlthätiger Einfluss von uns auf diese Colonie über, die aus unseren Kenntnissen und Anstrengungen den besten Nutzen zog. Nachdem nunmehr der Fortbestand dieser Colonie durch die Grossnmth eines bekannten Edlen in Israel für alle Zukunft gesichert war, änderten einige Colonisten aus unserer Mitte den ursprünglich gefassten Entschluss, als. uneigennützige Arbeiter überall für die Colonie ahizutreten, und begnügten sich damit, als Colonisten in “jVitb pdi’iO,, zu verbleiben. Die Mehrheit blieb jedoch ihren Principien treu bei der Fahne, zu der sie geschworen. So beschlossen wir denn, da unsere Arbeit in “p'Ä4? p\t*X"!Ä beendet war, wieder zu der früheren in iT'|28„ zurückzukehren. — Jetzt, wo wir einen zurückgelegten Zeitraum von sieben Monaten überblicken und mit Thatsachen und Erfahrungen zu rechnen in der Lage sind, überzeugen wir uns, wie richtig wir die Sachlage auffassten und wie nothwendig es war, dass wir unsere Sache von ptiW\ trennten. So freudig wir das Prosperireii der letzteren begrüssen und so sehr wir mit aufrichtigem Herzen dieser und allen anderen Colonien den Segen Gottes, viel Glück und Gedeihen wünschen, so dürfen wir uns doch hierdurch in unserem einmal gefassten Plane nicht irre machen lassen. Wir wissen sehr gut, dass die heutigen Colonisten Palästina’s, die zumeist aus Familienvätern sich rekrutiren, welche von der schweren Feldarbeit keinen Begriff haben, durchaus nicht sich selbst überlassen werden dürfen, wenn die heilige Angelegenheit von jHX nicht von vornherein in Misskredit gerathen soll. Eine Gesellschaft wie die unserigo, ist für die rationelle Colonisirung Palästina'« durchaus noth wendig, ja, wir dürfen sagen unentbehrlich. So wurde, wie bereits erwähnt, die Colonie “jVSk? pL'R"1„ von uns,befestigt; so wendeten sieh einige "Vorsteher der Colonie “.Ttpfl nhö,, *) an uns mit der Bitte, ihnen einige unserer Colonisten zu überlassen, damit sie ihnen behilflich seien und mit ihren Erfahrungen ihnen zur Seite stehen. Unter solchen Umständen ist unsere Aufgabe und Mission uns genau vorgezeichnet. Wir wissen, dass unser persönliches Interesse zuriiektroteri muss vor dem allgemeinen "Wolde, dem wir unsere ganze Arbcits- und Geisteskraft zur Verfügung stellen. Diese Uebcrzeugitng, welche wir nach anderthalbjährigem Wirken gewonnen und welche mit jedem Tage sich immer mehr als die einzig richtige erweist, bildet die Richtschnur fiir unsere fernere Thätigkeit. Auf Grund hiervon haben wir jetzt unsere Gesellschaftsstatuten festgestellt. In unserer Gesellschaft werden nur junge, arbeitsfähige und «arbeitswillige, intelligente Leute als active Mitglieder aufgenommen, welche sich verpflichten, drei Jahre lang ledig zu bleiben und während ihrer Mitgliedschaft stets uneigennützig für die Interessen der Colonisation thätig zu sein. Die Thätigkeit der Gesellschaft entfaltet sich in der Central-Colonio, die .als Sammelpunkt aller Mitglieder zu betrachten ist und wo es kein persönliches Eigenthum giebt. **) Hab und Gut der Colonie gehört der Gesellschaft. Nach dreijährigem Aufenthalte in der Centralcolonie bekömmt jedes Mitglied seine eigene Parzelle und *) Dieselbe wurde vor fünf Jahren gegründet und es fehlt zu ihrer Organisation nur an jüngeren Arbeitskräften; im Uebrigen verdient sie, da sie rein auf eigene Hülfe angewiesen ist, besondere Empfehlung und Beachtung von Seiten aller Glaubensgenossen. **) Wir hatten schon längst Gelegenheit gehabt, eine Colonie zu erwerben, derer» Grund und Boden unser Eigenthum werden sollte; wir verzichteten jedoch hierauf, weil unsere Colonie “Y‘7'—» als ein Sammelpunkt aller jungen und arbeitskräftigen Kräfte gelten soll, die aus Europa auswandern, ura an dem Werke der Coloniaation Theil zu nehmen. Dieselbe soll jederzeit durch neue iunrre Kraft* aiiRp-afüllt werden. «;n vnn Vn'or «*«*« Pr-...*»—