Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1884)
- Date
- 1884-05-12
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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— 116 — wird als Kolonist Ehrenmitglied unsererGosellschaft. Da^zum Gedeihe« einer Colonie 25p0t. Arbeite krafte gelieren, so hält unsere Centralcolonie, die nur arbeitsfähige Mitglieder hat, stet» etwa 75 pCt. junge kräftige Leute zur Disposition. Letztere werden theilweise unseren Ehrenmitgliedern, bei ihrer Colonisirung, theilweiae anderen Colonien behilflich sein, in welche jedes Gesellschaftsmitglied zu jeder beliebigen Zeit als Arbeiter beordert werden kann. Wir hegen die Hoffnung, dass die Einkünfte der Centralcolonie ausreichen dürften, um mit der Zeit unsere Mitglieder ohne fremde Hilfe coloniairen zu können. Der Ausfall an Arbeitskräften, der unserer Colonie durch «len Uebertritfc einiger Mitglieder in die Colonie “JVÜ1? JlEJ&n,, erwachsen ist, ist durch Jfrische Kräfte aus Bussland wieder ergänzt worden. So gehen wir trendigen Herzens und voll froher Hoffnungen für das Gelingen unserer selbstlosen Bestrebungen unter dem Beistände des Höchsten an die Vollführung unserer Gesellschaftszwecke. Wir hoffen, dass unsere Brüder in Europa* unsere Gesellschaft und deren Organisation gutheissen and das Ihrige dazu beitragen werden, um die heiligen Absichten zur Ausführung zu bringen. Moses Müntz. J. Berliansky.; . . . . - -♦ ---- Brief aus der neuen jüdischen Ansiedelung am See (Aus der Monatsschrift “[PX rV"NP38„.) Ein Mann aus Meseritz in Polen, den ein Verein seiner Vaterstadt nach Palästina geschickt hatte, um Land zu erwerben, schreibt uns aus H31C CT'E'TTin iSöD 1"') Folgendes: Der Allgütige bat uns geholfen und wir haben ein gutes, ‘wasserreiches Besitzthum unweit des Meromsees erworben. Der Boden ist fett und fruchtbar und für alle Arten Anpflanzungen und Gärten geeignet, denn wir haben auch mit diesem Besitzthume einen Obstgarten gekauft, der die verschiedensten Baumarten enthält, nur sind dieselben noch jung, weil der Garten erst vor zwei Jahren angelegt wurde. Ausser dem guten und süssen Wasser des Sees findet sich unter dem Boden, in einer Tiefe von nur drei Meter, gutes Quellwasser. Wo ich auch war, habe ich keinen solchen Landstrich angetroffen, und ich danke dem Schöpfer, der mich den richtigen Weg geführt 4hat Denn der eigentliche Zweck meiner Reise war, Land von unseren Brüdern auf tln33 zu erwerben. Aber dieselben wollten nicht, dass wir uns auch dort ansiedelten, weil der Baum zu enge sei. Wir gingen deshalb zu christlichen Landeigonthümorn in N2L; dieselben erklärten jedoch, uns durchaus kein Land verkaufen zu wollen, da Rothschild ihnen das Doppelte gebe. So mussten wir den Kauf bei "N2L aufgeben. Schon glaubte ich alle Hoffnung aufgeben zu müssen, als uns der Allgütige Hilfe spendete. Es schickte nämlich Herr Jakob Chajim Sefardi, der französisch© Oonsnl in hiesiger Stadt, zu uns und liess uns sagen, dass er ein Besitzthum hätte, das nock besser als “TOfi sei und das er uns verkaufen wolle; er ersuche uns es einzusehen. Wir haben es gesehen; es ist in der Ebene, ein fruchtbares und wasserreiches Stück Land, wie ich dergleichen auf meiner Reise noch nicht gesehen hatte. Ich habe, dem Himmel sei Dank, das Geschäft mit ihm abgeschlossen. Der Dunas Land stellt sich für uns auf 8 Franca mit alles Ausgaben; dazu gehört ein Magazin von 28 Ellen Länge und 11 Ellen Breite und der Obstgarten» Das ganze Stück Land umfasst nämlich 2200 Dunas, wofür wir bis heute, Alles zusammen, 620 Napoleoned’ore ausgegeben haben. Der Ort ist vier Stunden von entfernt, die Luft ist gut und Gott sei Dank alle Vorzug» vorhanden. So möge der Allgütige auch weiter uns ein Beistand sein!-- ______ Ihr ergebener N. «'.TV't kca 9!»*!» in