Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1884)
- Date
- 1884-05-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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vorhin, Fräulein von Löwenheim sei noch Jüdin. Ich finde es auffallend, daß sie in ihrer Stellung als Hofdame ihren Glauben nicht hat wechseln müssen/"' „Als Hofdame? Ich verstehe Sie nicht." „„Man hat mir in D. erzählt, Fräulein von Löwenheim sei ihrer Freundin, der Prinzessin, als Hofdame in ihre neue Heimath gefolgt."" „Ah, hat man das ausgesprengt! Ha, ha, ha! Bernhardine ist allerdings Hofdame, aber auf meinem Hofe Dreieichen in der Nähe von Hermanmisticz in Böhmen. Jetzt haben wir allerdings unfern Hof verlassen müssen. Ein hartnäckiges Augenleiden, das die Aerzte in der Heimath nicht zu heilen vermochten, hat mich hierher geführt, und Bernhardine ist mit mir hierhergekommen." „„Wie, Fräulein von Löwenheim hier, und in Ihrer Begleitung?" " „Jnteressiren Sie sich so sehr für meine Enkelin?" ,,„O, gnädige Frau, ich liebe Bernhardine mit aller Gluth, deren meine Seele fähig ist, und habe nicht einen Augenblick aufgehört, sie zu lieben."" „Und dennoch find Sie auf und davon gegangen, bis nach Japan?" „ „Ich kann Ihnen nicht schildern, welch ein furchtbar schweres Opfer ich gebracht habe! Es bedurfte meiner ganzen Manneskraft, um mich loszureißen. Die Freudigkeit meiner Seele ist mir dabei verloren gegangen. Meine Eltern dringen in mich, daß ich mich verheirathe. Ich bin hierhergekommen, um ein Mädchen kennen zu lernen, das meine Mutter für mich ausgesucht hatte — ich konnte mich nicht entschließen, diese Bekanntschaft zu machen und war eben entschlossen nach Haufe zurückzukehren. Jetzt schlägt mein Herz in freudiger Hoffnung. Ich bitte Sie, gnädige Frau, mir zu erzählen, wie es kam, daß Lernhardine nicht den: Beispiele ihres Vaters folgte."" „Meine Enkelin ist dem Hause ihres Vaters entflohen, weil man sie zwingen wollte, einen schönen und jungen Cavalier zu heirathen, den Bruder der Dame, die man jetzt Frau von Löwenheim nennt." „„Und das Fräulein hat sich geweigert, weil sie ihrem Glauben nicht untreu werden wollte?"" „Nein, das war nicht der Grund. Sie glaubte, daß der Baron von Wolkenberg nur um ihres Geldes willen nach ihrem Besitze strebte." Die Thüre öffnete sich, und Bernhardine trat herein. Da sie aus der Tageshelle kam, während es im Zimmer dunkel war, konnte sie die Gegenstände nicht unterscheiden. „Da bin ich wieder, Großmama," sagte sie, „ich hoffe. Alles Deinen Wünschen entsprechend, besorgt zu haben. Hofrath B., der bewährte Augenarzt, wird Dich noch heute besuchen; aus der indischen Nestauration wird man das Essen hierherfchicken. Die Kost scheint ganz gut zu fein. Ich habe dort schon eine Bouillon genommen, die mir um so köstlicher mundete, da ich seit gestern keine Fleischspeisen genoffen habe. Auch Dir, lieb Großmütterchen, wird cs hoffentlich schmecken." „„Bernhardine,"" sagte Frau Budweis, „„sich einmal, welch einen angenehmen Besuch wir haben."" „Ah, Herr Liffauer! Verzeihen Sie. ich habe Sie in der Dunkelheit gar nicht bemerkt. Ich hätte Sie auch nicht erkannt, wenn ich nicht gestern Abend, gleich nach unsrer Ankunft, Ihren Namen im Fremdenbuche gelesen hätte." .' „„Ich bin sehr überrascht, gnädiges Frankem. Sie hier zu finden. Man sagte mir. Sie wellten als Hofdame der Prinzessin Aurelie am Hose zu B."" „Nein, Gott sei Dank! Ich bin bei meinem lieben Großmütterchen; sie ist meine Fürstin nnd Herrin, und ihr verdanke ich unendlich viel." i (Fortsetzung folgt.) Von der Verwesung Feind gering verschieden. Zeig' ich den Glanz, doch fetten nur den Frieden- Anfang sei Mitte, Mitte sei Beginn; Der Sonne Licht bracht' nimmer mir Gewinn. Das Böse schlug ich, schlug's zu meinen Schmerzen, Und meine That bracht' Wunde meinem Herze». Ein andermal erzeugt' ich frommen Held, Der Vater ward von einer neuen Welt. S. N. Auflösung erfolgt in Nr. 30. Tic Namen der richtig Losenden werden» wenn uns solche bis längstens Dienstag Vormittag den 13. Mai zngegangen, in der folgenden Nummer veröffentlicht. Auflösung des Näthsels aus Nr. 3s: anipn p-ijj (Bundeslade) und no vjt p-|X (Sarg). MU" Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erscheint m der nächsten Nummer. Hierzu zwei Beiräte» Verantwortliche Nedaction: Dr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition des .Israelit* gr. Bleiche <15. —I. Gottslcbett's Brrchdruckerei (MainzerÄnzekger).