Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1884)
- Date
- 1884-05-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449441--20092-2509671- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
620 F r a nkrei ch. Paris. Baron v. Hirsch hat wiederum das halbjährliche Deficit der Alliance israelite mit •12715 Francs bezahlt. Die Totalsumme der von ihm der All. gemachten Schenkungen im Laufe des zweiten Semesters 1883, einschließlich der Zinsen seines Erziehungsfonds beträgt 86,134 Francs. Es ist zu bedauern, daß die Freigebigkeit des Barons v. Hirsch so wenig Nachahmung findet. Paris. Die mit so großem Applomb begonnene Zeitung „I'.4ntiLmuiti<iu6" ist den Weg alles Fleisches gegangen. General Lambert wurde zum Generalinspcctor der Gendarmerie ernannt. Der von General Poncelct gegründete Preis wurde von der Akademie der Wissenschaften dem Artilleriehanptmann Halphen zuerkannt. Dieser Preis ist bestimmt die nützlichste Arbeit über die Fortschritte in den mathematischen Wissenschaften zu belohnen. E n g l a it d. London. Sir Moses M o n t c f i o r e wird dcm- Nächst eine Gratulationsadresse von 3600 Holländern, den verschiedenen Eonfessioncn und Ständen angehörend, durch den holländischen Gesandten in London überreicht werden. London. Herr Marcus N. Adler, welcher von seiner Reise in Palästina zurückgekehrt ist, erläßt im „Jew. Ehr." eine Warnung gegen die Einwanderung jüdischer Eolonisten in das heilige Land. Bon einer Autorität, deren Angaben nicht in Zweifel Zü ziehen sind, habe er gehört, daß die türkische Regierung nicht disponirt ist, fremden Einwanderern in Palästina irgend welche Erleichterungen behufs Colonisirung dieses Landes zu bieten. Gleichzeitig bemerkt Herr Adler, daß in Jerusalem viele Israeliten aus Rußland und Jemen in großer Roth sich befinden, und daß die Missionäre thätiger als je seien. London. Nach dem Jahresberichte der jüdischen Freischule wurde diese Anstalt im verflossenen Schuljahre von 3000 Schülern, 1830 Knaben und 1170 Mädchen besucht. Hebräisch wird in derselben tagtäglich mindestens eine Stunde in jeder Klape unterrichtet. Die Schule hat besonders dadurch große Schwierigkeiten zu überwinden, daß ein großer Theil der Zöglinge außerhalb Englands geboren ist oder von Eltern fremder Länder herstammt und daher in Folge dieses Umstandes nur wenig mit der englischen Sprache vertrant ist. Das Lehrcrpersonal muß daher stets außergewöhnliche Kraft anwendc», um die Schule auf der Höhe zu erhalten, auf welcher sie gegenwärtig steht.' Die Einnahmen betrugen 3987 L- Der Beitrag der Negierung betrug 2305 L. Die Ausgaben beliefen sich auf 8910 L. Oxford. Herr Dr. Neubauer wurde von der hiesigen Universität zum Examinator .im Hebräischen ernannt. Er ist der erste Jude, der diese Ehrcnstcllung einnimmt. Ir l a n d. Limerik Die hiesigen Juden silkd immer noch Alkgriffen seitens der thcilweise judeufeindlich gesinnten Bevölkerung ansgesetzt, Erst vorige Woche wurde wiederum ein Jude Namens Jakob Barnow rnißhalldelt. Würde die Polizei nicht so energisch für die Israeliten cintreten, so würden sie in großer Gefahr schweben. R u ß l a u d. Petersburg. Ein zu Gunsten des hiesigen jüdischen Waisenasyls abgehaltener Bazar erzielte die Summe von 8300 Rubel. Kiew. Herr Israel Brodsky, welcher schon bei vielen Gelegenheiten jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten große Schenkungen gemacht, hat neuerdings einen Beweis seiner Freigebigkeit gegeben. Zum Andenken an seine verstorbene Frau überfchickte er dem hiesigen israelitischen Spital die Summe von 50,000 Rudel. A m e r i k a. New-Pork. Um so recht das Treiben so mancher Reformrabbiner des Westens in humoristischer Weise zu illustriren und um den jüdischen Kalender mit deren Bestrebungen in Uebereinstimmung zu bringen, hat eine amerik. jüdische Zeitung folgende komische Kalenderveränderungcn vorgeschlagen: Rösch Haschanah — am 1. Januar; Jom Kippur — als unnöthig abgeschafft; Suckoth — am Wahltage (1. November): Chanukah — Weihnachten; Purim — am Sr. Patricktage; Peßach — am Tharfreitag; Schobuoth — Pfingsten; Tischa be-Ab- — am Unabhängigkeitstage; Sabbat — am Sonntag. Leider ist in diesem Vorschlag nicht bloßer Humor; denn gar manche sogenannte jüdische Gemeinde» feiern den Sabbat am Sonntag, und Dr. Sonneschein hat ernstlich den Vorschlag gemacht, Chanukah auf Weihnachten zu verlegen. *