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Der Israelit · 1884-05-08 · Heft 37 (8.5.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 37 (8.5.1884)
Date
1884-05-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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617 desscntwillen, wie wir oben gesehen haben, die Welt ist erschaffen worden); dann swenn Ihr Thora, Aboda, und Gcmilnth Ehasadim zu Euren Grundsätzen macht) werde Ich zu Zion sprechen: Mein Volk bist Du. Auch im Midrasch werden diese drei Grundsätze an einen Ansspruch der heiligen Schrift angelchnt, nämlich 2. B. M. C. 15. V. 13. •fsnp nu bx -pp2 Mm nl?w n oy yicna nw min ii iiya vbr\i f“onn ni ,r»Dn3 n\-u — : Enponi ptffon nioy ii ivrn nu bx ,in' icy:> ry „Du hast geführt mit Deiner. Liebe — das ist Gcmiluth Ehcsed, Du hast geleitet nur Deiner Macht — das ist die Thora, wie es heißt: Gott wird Seinem Volke Macht verleihen; zu Deiner' heiligen Wohnung — das ist der Gottesdienst im heiligen Tempel." - Wir ersehen, daß jedes Mal diese drei- Grundsätze in anderer Ordnung angeführt werden. In unserer Mischna, welche in praktischer Weise die Menschen bekehren soll, werden sie so geordnet, wie der Mensch sie im Leben anwendet. Schon in früher Jugend muß das Kind anfangcn, Thora zu lernen; nach vollendetem dreizehnten Jahre ist es verpflichtet, Gott zu dienen; zum Heben der Licbcsthaten gelangt der Mensch erst im späteren Alter, wenn er eine selbstständige Stellung im Leben entnimmt.. — Der Midrasch ordnet diese Grundsätze nach der Zeitfolge, wie sie in die Welt cingctreten sind. Vor der Offenbarung auf dem Berge Sinai, wurde die Welt lediglich durch die Liebe erhalten; dann wurde die Gotteslchre an Israel verliehen und zuletzt wurde der Gottesdienst im heiligen Tempel eingerichtet. Im Ieruschalmi werden diese Grundsätze nach ihrem Werthe geordnet. Zuletzt wird die Abodah genannt, die nur Pflichten gegen Gott enthält; zum zweiten Gcmiluth Ehasodim, denn die Werke der Liebe erfreuen Gott und Menschen; zuerst aber wird die Thora hervorgehoben, wie es heißt: :oto *ujd .min nic^n „Das Studium der Gotteslehre ist größer und wichtiger als alle übrigen, heiligen Pflichten." (Fortsetzung folgt.) Are Geschichte der Einführung der Arget in die Gasseter Synagoge. (Fortsetzung.) ‘ Bensev's Audienz ist in dem im „Israelit" s. Z. veröffentlichen Nachruf mitgetheilt, dem wir hierüber das Folgende entnehmen. — Der schlichte Landmann trat vor .Hassenpflug mit der bescheidenen Frage hi«: „Ob so ein geringer Mann wie er sei, ein hohes Ministerium auf die Gefahren aufmerksam ' machen dürfe, welche die kurhcssische Indenheit in; Folge der neu cinzusührendcn Synagogen-Ordnung! bedrohend" „Gewiß", erwiderte der Minister, „bei unskgilt j nur Wahrheit und Recht und cs ist uns daher lieb, wenn wir aufmerksam gemacht werden. Wenn Ihr j Israeliten E uren Kultus selber zu Grunde gehen laßt, j so können wir ihn nicht halten."*) j Der Minister nahm dann die Auseinander-; schlingen des Petenten mit großer Thcilnahme ent-! gegen, undforderte ihn schließlich auf, sein Anliegen! schriftlich eiuzureichen. — Da aber war guter Rath ' thcuer. Benscv war, wie bereits erwähnt, ein schlechter - Scribeni, er hatte nur eine gewöhnliche Torfschul-! bildung genossen, ein Gesuch an den Minister abzu- > fassen war er nicht im Stande. Es in Eassel. aus-! arbeiten zu lassen war nicht rathsam, weil zu bc- - fürchten war, daß das Landrabbinat etwas davon; wittern und das Ganze von. vornherein durchkreuzen könnte. Aber er fand Hilfe, da wo sie ein anderer kaum gesucht hätte. Er arbeitete das Gesuch in seiner schlichten Sprachweise ans und der Pfarrer von Malsfeld übernahm die Eorrectnr und Politur.chcs Schriftstücks, dessen interessanter Entwurf mir hier vorliegt.! Da gegen die noch unbekannte Synagogen-Ord-! nung eine Remonstration nicht gut erhoben werden! konnte, so ging das Gesuch nur dahin, das Mini- . sterium wolle vor der etwaigen Sanetionirung, das! Gutachten orthodoxer rabbinischer Autoritäten einj holen, ob die etwaigen einzuführenden Neuernngeii > ohne Nachtheil für das orthodoxe Judenthum eirige- ' führt werden könnten. Bon den hierzu vorgc-! schlagenen Persönlichkeiten, wandte sich das Ministerium an Rabbiner Hirsch in Frankfurt a. M. Das Gutachten desselben brach natürlich den Stab > über die neue Synagogen - Ordnung und ihre Ein-! führnng wurde verweigert. Am 30. August 1851 j hatte Bensev seine Eingaben eingereicht und — im! Gegensatz zu dem sonst so langsamen Gange: bei* knrhessischen Staatsmaschine, erfolgte schon drei Tage darauf die Antwort, die von Hassenpflug selbst unterzeichnet mir ebenfalls im Originale oorliegt. Auszug aus dem 2?ro!okosse des Ministeriums des Attnern. Kassel, am 2. September 1854. Nr. 0036. Weitere Eingabe des Gcmciudcältesten Heinemann Bensew zu Malsfcld vom 30. v. *) Diese und andere Unterredungen hat der Verstorbene ausgezeichnet und ne mit einigen amtlichen Actenstücken vor serue« Lode einem Freunde mit der Bitte übergebet!,^ die darin ver;erchne'cn Thatsacheir vor dem Vergessen zu schützen. Der Desltzer dieser Handschriften hgt mir dieselben für diese Darstellung uut dnnken«m?rk^er ai-rettmilliakeit;ur Bersüuung gestellt.

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