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Der Israelit · 1884-05-05 · Heft 36 (5.5.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 36 (5.5.1884)
Date
1884-05-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV. Jahrgang. Anlage zu Itt. 36 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspandenzen. Deutschland» Hamburg, 21. April. Die Einweihung der neuen isr. Töchterschule, welche von Marcus Nordheim und Frau an der Ecke der Carolinen- und Kampstrabe erbaut worden ist, fand gestern Mittag in würdiger. und zweckentsprechender Weise statt. Außer dem edelthätigen Stifter, dessen Gattin leider durch Krankheit am Erscheinen gehindert war, hatten sich der Gemeindevorstand, der Schulvorstand, die Lehrer und Lehrerinnen der Anstalt und eine Anzahl Schülerinnen der ehemaligen Gcmeindeschule und der Mädchenschule von 1798 in dem schön mit Blumen und Blattpflanzen decorirten Gebäude versammelt. Außerdem waren als Vertreter des Se nats Bürgermeister Dr. Kirchcnpaucr', der Sccretär der Bürgerschaft Dr. Eberstein, als Vertreter der Obcrschulbehörde Oberschulrath Harms, Senior Dr. Hirsche und Joh. Halben, viele Vertreter von Verwaltungen und eine' große Anzahl besonders geladenen Damen und Herren erschienen. Nachdem die Schülerinnen und der Ehorvcrein von 1882 unter der Leitung von Seligson einen Ehorgesaug vorgetragen, übergab Marcus Nordheim mit einfachen und schlichten Worten, indem er zugleich dem Senat und der Bürgerschaft für die kostenfreie Hergabe des Platzes, der Bancommission, dem Baumeister Architekten P. v. d. Heyde und allen beim Baue thätig Gewesenen herzlich dankte, auch Namens seiner Frau das Gebäude dem Vorstände der deutsch-israelitischen Gemeinde zum freien Eigenthum derselben. Namens der Gemeinde dankte der .Präses des Gemcindevorstandes W. M. Wolf init warmen Worten für das' hochherzige Werk, und nachdem sodann noch die Kinder und der Eborvercin ein Lied gesungen, nahm PH. L. Bauer als Präses des Schulvorstandes das Wort, um noch einmal einen Ueberblick über die geschichtliche Entwickelung der beiden in Zukunft in dem Schulhause vereinten Anstalten zu geben und allen Betheiligten und Erschienenen den herzlichsten Dank darzubringen. Mit einem Ehorgesang schloß die Feier, nach welcher den Theilnehmern noch ein ausgezeichnetes, von Hirschel's Hotel geliefertes kaltes Frühstück geliefert wurde. Bon Frau I. Lippmann wurden ferner nach Verfügung ihres verstorbenen Mannes Nt. 900 der Pensiouscasse für hiesige Musiker, M. 750 dem Paulineustift, M.500 dem Franz Lisstift-Pension-Verein, M. 500 dem Verein von 1871 zur Vertheilung von Lebensmitteln, M.500 dem israel.Fraucnverein von 1855, M. 1500 dem deutsch-isr. Waisen-Justitut, M. 500 der Armeu-Commission der deutsch-isr. Gemeinde, M. 500 dem isr. Verein zur Unterstützung armer Greise geschrnkt. Oest. - Ungar. Monarchie. — K. Prag, 1. Mai. Mit dem verflossenen Pessachfeste ist in der hiesigen Klaussynagoge der Gottesdienst, der in Folge des Umbaues und der Renovirung dieser schönsten und größten aller Synagogen Prags unterbrochen ward, wieder aufgenommen worden. Er gestaltete sich weihevoll, und es schien förmlich, als ob die innere Umgestaltung dieses Herr- . lichcn Gotteshauses, dessen nunmehr lichten und luftigen Räume sich in architektonisches Stilgewand hüllen, nicht allein aus das Auge, sondern auch auf das Herz vortheilhaft eingewirkt und auf die Andacht einen mächtigen Einfluß genommen hätte, obzwar diese Synagoge nichts Siunberückendcs aufzuweisen hat, keinen Farbcnschimmer und keine Flammenrosen, die der elektrische Funke erstrahlen läßt. Sie zeichnet sich eben durch eine, dem jüdischen Gottesdienste entsprechende Einfachheit und dennoch durch architektonische Formen aus, in welchen sich das Gebäude majestätisch erhebt. Die an der hohen Wölbung harmonisch sich verbindenden ornamentalen Stukaturen, welche auf die Zeit der Renaissance schließen lassen, die Gallericn, welche amphitheatralisch links und gegenüber der heiligen Bundeslade sich befinden, das vom vergoldeten Gitter umfriedete Emporium, zu dem zwei Marurortreppen führen, die neuen vielarmigen Lampen im Roccocostile mit den zahlreichen Gasflammen, die als Gegensatz zu den früher herabtropseudcn Kerzcntalg dermaßen das Licht der Gegenwart bedeuten, alles das ließ das zuvor vom durchgcdrungenen Naß triefende Innere dieses imposanten Gotteshauses nicht erkennen. Es ist in der That zu einem Hause der Gottcsverehrung im eminentesten Sinne geworden und zum dauernden Beweise^ was die Thatkrast weniger Männer zu bewerkstelligen vermag. Das Bewußtsein derselben, eine so erhabene Aufgabe zur Ehre Gottes, zur Erbauung der Gemeinschaft gelöst zu haben, mag wohl ein erhebendes

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