Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 36 (5.5.1884)
- Date
- 1884-05-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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GOO er steht an ihrer Spitze. 'Und alle seine Brüder, die ' Priester, die Nachkommen Aharons, sie alle sind bekleidet mit herrlichen Gewändern; ..und mit ihren Händen bringen sie dar das Opfer vor den Augen; aller Söhne Israels. Bis daß er vollendet hat zu - dienen am Altar und ihn zu verherlichen in heiliger! Pracht. Daraus streckt er aus seine Hand nach dem j Trankopfer, nimmt jungen und alten Wein und gießt j ihn auf den Altar zum Dufte des Wohlgefallens. - Dann stoßen die Söhne Aharons in die Trompeten! vor dem ganzen Volke Israel und erheben laut ihre! Stimme, das Volk zu segnen. Und alles Volk fällt; auf das Antlitz zur Erde, und sie jubeln und verneigen sich vor Gott. Und sie erheben ihre Stimme mit Dank und mit Lied; mit Lobgesang und Gebet preiset Ihn. Lobsinget unserem Gott alle Bewohner des. Weltalls, der da vollbringt Wundertbaten auf Erden, der da erschafft den Menschen aus dem Mutterschooße und ihn führt nach Seinem Wohlgefallen und sein Herz erfüllt mit Weisheit und Erkenntniß. O, lasse doch Frieden walten in unserem Lande und erhalte Deine. Liebe dem Schimeon, dem Gerechten, und seinen Nachkommen, solange die Himmel dauern!" Auch im Talnmd wird uns viel Großes und Schönes von Schimeon, dem Gerechten, erzählt (Joma 39a.). Während der vierzig Jahre, die Schimeon, der Gerechte, als Hoherpriester sungirte, , geschahen um seinetwillen viele Wunder im heiligen! Tempel. Bei der Loosung am Versöhnungstage erfaßte er stets das für Gott bestimmte Loos mit der; rechten Hand, während die späteren Hohenpriester es bald mit derstechten, bald mit der linken Hand zogen. — Wenn j der Sündenbock nach Asasel geschickt wurde, so wurde : eine rothe Schnur an die Pforte des heiligen Dem- : pcls geknüpft; so lange Schimeon, der Gerechte, ' Hoherpriester war, wurde die Schnur weiß in dem Augenblicke, da der Sündenbock vom Felsen gestürzt! wurde, wie es heißt: Wenn Eure künden roth; sein werden, wie rothe Schnur — weiß wie Schnee sollen sie werden. In späterer Zeit wurde die Schnür manchmal weiß, manchmal auch nicht. — So lange Schimeon, der Gerechte, seines Amtes waltete, geschah ein Wunder mit dem westlichen Licht des heiligen Leuchters; es erhielt nicht mehr Oel als die übrigen Lichter, und doch brannte es vom Abend bis zum Abend, während die übrigen Lichter schon Morgens erloschen. — So lange Schimeon, der Gerechte, Hoherpriester war, brannte das Feuer auf dem Altäre aus eigener Kraft, und die Priester fügten gegen Abend nur deßhalb zwei Stückchen Holz hinzu, weil es so vorgeschrieben war. In späterer Zeit mußten die Priester das Feuer den ganzen Tag unterhalten. — llm Schimeons willen wurden der Omer am zweiten Tage des Pesachfestes und die beiden Vrode am Wochenfeste so gesegnet, daß aus jeden Priester wie eine Olive groß bei der Vertheilung kam, und dieses kleine Stückchen Brod genügte vollkommen zu seiner Sättigung. — Im Traktat Nedarim k. 9 d. wird uns erzählt, wie ungemein vorsichtig Schimeon, der Gerechte, in Bezug aus die Opfer im Heiligthume war.. Wenn Jemand ein Gelübde gethan hatte, als Nasir zu leben, d. h., keinen Wein zu trinken, sich nicht an Tobten zu verunreinigen und sich das Haar nicht schceren zu lasten, so mußte er, wenn er dennoch unrein geworden, aufs Nene beginnen, und die schon in Enthaltsamkeit verbrachte Zeit wurde nicht mitgerechnet. Das . fiel - dem Gelobenden manchmal sehr lästig. Wenn z.B. ' Jemand gelobt hatte, ein Jahr lang als Nasir zu! leben und gegen Schluß des Jahres befand er sich j in einem Hause, in welchem plötzlich Jemand ver-! starb, so mußte er nach seiner Reinigung die Ans- ■ führung seines Gelübdes auf's Neue beginnen. : Da war nun anzunehmen, daß ein Solcher bereuete, . das Gelübde gethan zu haben, und deßhalb aß. , Schimeon, der Gerechte, von dem Schuldopfer eines; in der Zwischenzeit unrein gewordenen Nasirs nicht. Nur einmal machte er davon eine Ausnahme. Einst, so erzählte er selbst, kam ein sehr schöner Jüngling zu mir, deffen Haupt wunderbar herrliche Locken umrahmten. Er hatte ein Gelübde als Nasir gethan; die Zeit war jetzt um, und sein Haar sollte abgeschnitten und auf dem Altäre verbrannt werden. Da sprach ich zu ihm; Mein Sohn, was hat Dich bewogen. Deinen prächtigen Haarfchmuck der Vernichtung preiszugeben? — Und er sprach: Ich bin ein Hirte und hüte für meinen Vater die Heerden. Einst ging ich an die Quelle, um Waffer zu schöpfen, da fast ich iin klaren Bache mein Spiegelbild, das mich mit eitlen Gedanken erfüllte. ' Sogleich that ich das Gelübde, das schöne Haar, das mich so eitel machte, meinem Gotte zu weihen. — Da stand ich auf, erzählt Schimeon, der Gerechte, weiter, und küßte den Jüngling und sprach zu ihm: O, möchten doch Alle, die als Nasirim sich weihen, von so edlem Geiste und so reiner Absicht geleitet werden wie Du. Unsere Weisen erzählen ferner von Schimeon, dem Gerechten, daß ihm göttliche Offenbarung zu Theil geworden (Joma 39 d.) und daß, als erstarb, die Priester sich zurückhielten, den Namen Gottes im Priestersegen so anszusprechen, wie er geschrieben wird, wie es heißt: •pnrai sost 'Dttf cirr tdix -upk cnpo >22 „Nur da werde Ich Meinen Namen so aussprechen lassen, wie er geschrieben wird, wo Ich Mich Dir offenbare, um Dich zu segnen." (2 B. M. E. 20 B. 21. — Vergleiche Rasch: zur Stelle; Thoßaphoth Sota 38 a. initio nn), — Es war, nach