Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 36 (5.5.1884)
- Date
- 1884-05-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. M S« Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegcben von S5r. Lehmann m Mainz. Msntag, den S. Mai 5644 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, MontaqS und Donnerstags, jedeSmal in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, sür's Ausland 16 Reichs-Mark. Man adonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeise oder deren Raum. — Oestereichische Banknoten laut EourS. — Directe Francozllsendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'S Ausland 18 Reichs-Mark an die Expedition . francs eiuzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Bäter. — Die Geschichte der Einfährung der Orgel in die Casseler Synagoge.. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: 2mal Berlin. Pr. Stargart. Jekaterinoslaw. - Oest.-Nng. Monarchie: Wien. — Frankreich: Paris. — England: London. Liverpool. Namsgate. Oxford. — Rußland: Odessa. — Türkei: Konstantinopel. — Palästina: Jerusalem. — Amerika : New-Nork. — Feuilleton: AuS dem Leben eines orthodoxen Rab- Juhalt der Berlage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Hamburg. — Orflerr. - Ungar. Monarchie: Prag. Pesth. — Schweiz: Luzern. — Arithmogryph. — Leitende Artikel. Die Sprüche der Mler. V. Mainz, den 1. Mai. Eines der jüngsten Mitglieder der großen Synode war Simon, der Gerechte. In Bezug auf die Zeit, in welcher Simon lebte, herrscht eine große Meinungsverschiedenheit. Nach der jüdischen Tradition lag zwischen, der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft und der Zerstörung des persischen Reiches durch Alexander den Großen nur ein kurzer Zeitraum von 40 Jahren, während die Profangeschichte zwischen diesen beiden Endpunkten mehr als 200 Jahr verfließen läßt. Im Talmud, Traktat Joma 09a., wird uns erzählt, daß der Hohepriester Simon, der Gerechte, an der Spitze der ganzen Priesterschaar dem maccdonischen Eroberer entgegengeritten und auf ihn einen so mächtigen Eindruck _ gemacht habe, daß 'Alexander aus einem Feinde der Juden ein Freund derselben geworden sei. Von welcher Bedeutung Siinon, der Gerechte, für sein Volk gewesen, das schildert uns ausführlich ein alter jüdischer Dichter, Josna ben Sira (Sirach). Er reiht ihn den größten Männern von Abraham bis Nechemja an. Er singt von ihm (Sirach E. 50): „Seiner Brüder Lehrer und die Krone seines Volkes war Schimeon, der Sohn des Onias, der Hohepriester. In seinen Tagen wurde das Hans ansgcbauct und der Tempel fest begründet und die Mauer erhöht. Befestigt, wurde die Gallerte; er stellte die Wasserqnellen wieder her and rettete sein Volk ans der Hand seiner Feinde. Wie herrlich und majestätisch erschien er, wenn er hervortrat ans dem Heiligthum, wenn er sich zeigte, ans dem Allerheiligsten konnnend, wie der Morgenstern durch die Wolken, wie der Mond in Frühlingsnachten, wie die Sonne das hohe Gebirge bestrahlt, wie der farbenreiche Bogen am Wolkenhimmel, wie. das blühende Aehrenfeld, wie die Lilie von Saron am Wasserqnelle und wie die Bäume des Libanon in den Tagen der Lese; wie der Duft des Weihrauchs auf heiliger Räucherpsanne und wie goldne Aepfel in silbernen Schaalen; wie ein prächtiger Oelbanm mit reicher Frucht beladen, wie eine Eypresse, die hoch ihre I Zweige emporhebt. Da er anzieht die heiligen Klei-! der und sich einhnllt in das prächtige Gewand; da : er e'mtritt in das Heiligthum, um den Dienst im : Innern zn verrichten; da er empfängt das Blut des Schlachtopfcrs ans den Händen seiner Brüder, und