Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 35 (1.5.1884)
- Date
- 1884-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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584 Paris. Die franz. Akademie hat Herrn Dr. Adolph Neubauer, Sub-librarian (Unter-Bibliothekar) ■ of the Bodleian in London, für sein Werk über „Die rabbinische Geographie" den Budgetpreis znerkannt. Herr Jakob Darmstctter erhielt für seine »LsLais sur la Bittet atm e Xu§Iat8e^ und seine „Essais Orientaux“ den Bordinpreis. Naucy Unter den von dem verstorbenen Präsidenten des isr. Konsistoriums, .Herrn Dupont, hinterlassenen Legaten erwähnen wir die Summe von 10,000 Frs. zur Errichtung eines isr. Hospitals dahier; außerdem vermachte er verschiedene Gaben der isr. Gemeinde zu Metz. Engl and.; London. Die deutsche Synagoge wird die jetzigen Lokalitäten (Broad Street) tut Juni verlassen und ein Jnterims-Local beziehen, bis sich Gelegenheit bieten wird, einen geeigneten Bauplatz für eine neue, größere Synagoge zu acquiriren. — Während der i-.v-r-Feiertage predigte Rev. Francis Eohen, Student des de^v's Boilege und erntete ungetheilten Beifall. Es wäre wünschenswerth, daß in der deutschen Gemeinde gleich in andern hiesigen Gemeinden regelmäßig Predigten abgehalten würden. .London, 19. April. In Limerick (Irland) hatten sich gestern sechs Arbeiter vor dem Polizeirichter wegen der Ausschreitungen zu verantworten, deren sie sich am vorigen Sonntag schuldig gemacht Ijafien, indem sie das Haus eines Juden Namens Leib teilte theilweise zerstörten und diesen selbst mißhandelten. Leib wußte keinen Grund anzugeben, wodurch er sich den Unwillen der Volksmassen zugezogen. Der Polizeiinspcctor sagte jedoch, daß in dem Hole des Leib Geflügel bei lebendigem Leibe mit Messerstichett verwundet worden sei, um Blut für das Osterfest zu gewinnen und dies habe die Nachbarn wider die Juden ausgebracht, worauf es am Sonntag Abend - zu Ausschreitungen kam. Der Bürgermeister erklärte, er werde derartige schmähliche Gewaltthatcn unter keiner Bedingung dulden; die Schlachtung von Hühnern sei nicht strafbar; alle Hühner, welche die Christen äßen, müßten auch geschlachtet werden und doch versetzte dies Niemand in Aufregung. Den armen Juden müsse Schutz gewährt werden. Zwei der Angeklagten wurdet! zu einem Monat Haft mit Zwangsarbeit verurthcilt; die Uebrigen aber gegen Bürgschaft für ihr weiteres Wohlverhalteu auf freien Fuß gesetzt. T ü r k e i. Konfiantiuopel. Herr Joseph Kriger, früher Secretär des Paschas von Jerusalem, ist nunmehr definitiv zum Direktor der politischen Angelegenheiten im Lilayet Salouichis ernannt worden. Diese Ernennung hat unter den Jsraelitett große Befriedigung hervorgerttfen, obgleich man diesen allgemein beliebten Mann nur ungern von hier scheiden sieht. Am 13. April wurde unter großer Feierlichkeit die neue Eamondoschule im Stadtviertel Haskcni eingeweiht. P a l ä st i n a. Damaskus. Einige unter sranz. Schutze stehende Fellahs, hatten einen Israeliten thätlich insultirt. Der sranz. Consul, Herr Gilbert, der schon bei manchen Gelegenheiten seine Sympathie für die Juden gezeigt, legte diesen eine kleine Geldstrafe auf mit der Drohung, daß wenn wieder derartige Klagen gegen sie vorkämen, er ihnen den sranz. Schutz entziehen würde. Australien. Bei den Juden in Nen-SudwaleS ist cs häufig vorgckottimen, daß bei Berith Miloh's und Hochzeiten Mahlzeiten mir trefenen Speisen veranstaltet wurden und trotzdcur die Gastgeber das Tischgebet verichten haben wollten. Die jüdischen Cultusbeamten haben sich diesbezüglich an den Oberrabbiner Dr. Adler in London gewendet, welcher dieselben anwies, daß bei jeder religiösen Eeremonie, zu der eine trefene Mahlzeit bereitet worden, die Cultnsbeamten, sobald die Eeremonie vollbracht, die Gesellschaft verlassen sollen. Afrika. Mogador. Wir berichteten vor einiger Zeit, daß nack dem Jahresbericht eines Missionärs die hiesige Missionsschule von über 200 jüd. Schülern besucht sei. Die „Angl. Jew. Asioc." in London bat die nöthigen Recherchen angestellt, und da hat sich ergeben, daß der Missionär die Sache übertrieben, indem es glücklicherweise nur 70 jüd. Knaben find, die diese Schule frequentirten. Die „Angl. Jew. Assoc." sah sich in Folge dieses veranlaßt, die dahier bestehende isr. Schule derart zu subventkoniren. daß sie 60 Knaben aus der Missionsschule übernehmen konnte. Ebenso soll bald möglich eine isr. Mädchenschule errichtet werden^ um die hiesige isr.