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Der Israelit · 1884-05-01 · Heft 35 (1.5.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 35 (1.5.1884)
Date
1884-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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581 des Schreiners, nicht die Axt des Holzfällers, nicht die Feder und das Tintenfaß, nicht das Licht und das Feuerzeug re. re. Sehr streng sind die Gesetze in Bezug auf Eheschließung und Erhaltung der Sittlichkeit. Auch hier haben die Weisen ein ähnliches Verfahren eingeschlagen Cwv» tdw nvJzniDx) um die Familienreinheit und die Sittenreinheit in Israel zu erhalten für alle Zeiten. Wie unsere Altvordern bemüht waren, einen schützenden Zaun um die Gotteslchre zu ziehen, so tritt auch an uns in täglich neu auftauchcnden Fragen dieselbe Pflicht heran. Wir wollen nur ein Beispiel auführen. Es wurde unlängst die Frage an uns gerichtet, ob cs erlaubt sei, an Sabbat- und Feiertagen durch ein Telephon zu sprechen. Wir mußten diese Frage unbedingt verneinen. Bei Verbindungen größerer Entfernungen steht das Verbot außer allem Zweifel, da electrische Batterien zur Fortpflanzung des Schalls electrische Funken erzeugen. Dieser Um? stand macht auch für kürzere Entfernungen das Verbot nothweudig nach'dem talmudischcn Grundsätze 2irs eö; denn, wenn man die Benützung eines Telephons ohne electrische Batterien gestatten würde, so würde bald jedes Telephon an Sabbat- und Feiertagen benützt werden. Da gilt es, den Grundsatz der Männer der großen Synode zu beachten rmr£> yo ziehet einen schützenden Zaun um die Thora, wie es heißt: . rrropa!? mcero wy — 'mc»D n» omcttM „Und ihr sollt beobachten meine Beobachtung (3. B. M C. 18. V. 30) das heißt: Traget Sorge, Vorkehrungen zu treffen, bamit das Gottesgesetz nicht verletzt werde" (Moed Ivatan f. 5 a.) Zu lernen, zu lehren und sorgfältig zu beobachten — das sind die großen Grundsätze, die bei der Neubegründung des jüdischen Staates nach der Rückkehr ans der babylonischen Gefangenschaft von unendlicher, wohlthäiiger Wirkung waren und auch für alle Folgezeiten inuner sein werden. (Fortsetzung folgt.) ZettrurgSnachrlchten und Svrrefporrdenzen.; Deutschland. , Strasiburg. Im vorigen Herbst machte Pro- < feffor Euting dahier eine Reise durch Arabien zum! Zwecke archeologischer Studien. Er brachte mehrere j werthvolle Inschriften, namentlich von Palmyra, - dem biblischen Tadmor mit. Besonders merkwürdig i und von großem Interesse ist eine hebräische In-! schrift, welche er auf den Ruinen einer alten Syna-! goge in Palmyra entzifferte, die nach des Proseffors > Meinung bis ans das Jahr 273 möglicherweise auch noch weiter zurückdatirt. Dieselbe ist namentlich für die Geschichte der hebräischen Schrift von Wichtigkeit. Ocst.-Uttgar. Monarchie. Wien, 22. April. Heute wurde Herr Dr. Samuel Löbl aus Galaz im Alter von 23 Jahren und unter sehr zahlreicher Begleitung zur Erde bestattet. Glücklich und freudenvoll war die Familie Löbl vor einem Jahre noch; dann starb der Vater Herr Jsak Löbl, hochgeachtet hier und in Galaz wegen seines warmen Interesses an Allem, was seine Glaubensgenossen betraf; vor einigen Wochen schied ans dem irdischen Leben eine Enkelin desselben, eine blühende Jungfrau-und heute wurde ein Sohn im kräftigsten Mannesalter zu Grabe getragen. Um ihn trauern nicht blos' seine Familie, sondern auch die Inden in Rumänien, für die er im Geiste seines Vaters mit dem wärmsten Eifer thätig war. b'. Marierrbad, 27. 'April. Der hiesige Synagogenbau macht erfreuliche Fortschritte und geht seiner Vollendung entgegen. Im Hochsommer vorigen Jahres wurde der Grundstein zu diesem Gottcshause feierlich gelegt und heute steht es fast vollendet da. Viele Blühe und Anstrengungen hat es gekostet, viel Opfer und Zeit, Geduld und Ausdauer hat es bedurft, bis es endlich der hiesigen Gemeinde gelungen ist, den Synagogenbau in Angnff zu nehmen und zu vollenden; denn es war keine kleine, keine leichte Ausgabe für die hiesige erst im Werden begriffene Gemeinde, ein Gotteshaus aufzusühren, welches nicht nur der hiesigen Cultusgemeinde, sondern auch der Bedeutung und dem Range der hiesigen Kurstadt, welche als Kurplatz weltberühmt ist, zur Ehre gereichen soll. In erster Linie hat man einen schönen und passenden Bauplatz für ein Gotteshaus aufsuchcn müssen, der dem Zwecke, der der heiligen Aufgabe würdig und entsprechen soll, denn nicht jeder Bauplatz ist für den Bau einer Synagoge geeignet und namentlich hier, wo ein gewaltiger Menschenstrom aus aller Herren Länder zur Sommersaison einmündet, und wo ein Jeder gern Kritik übt, war die Aufgabe um so schwieriger. Aber auch der Kostenpunkt war ein Gegenstand, dem man nicht leicht ans dem Wege hat gehen können, denn, wie überall, soauch hier, sind die Kosten für Bauplätze nicht gleich, auf frequentesten Straßen sind die BauMtze bedeutend theuerer als auf minder belebten. Und so, ist es dem hiesigen Vorstande unter dem Beistände Gottes gelungen, in einer der schönsten und belebtesten Straßen der hiesigen Stadt, in der Kaiserstrabe einen weiten und geräumigen Platz käuflich zu er-

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