Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 34 (28.4.1884)
- Date
- 1884-04-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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569 dem Meister hinlänglich für die Beschaffenheit des Werkes garantirte, die zweite .-opon aber, als er das Manuskript — cs wurde in Lemberg gedruckt — kennen lernte. Und nun erübrigt mir noch zu sagen, daß der edle Verblichene den jeweiligen Erlös seiner cnnn, den n»npn px "v gewidmet hat, wofür ihm seitens der Angesehensten des heiligen Landes, schriftlich Dank und Anerkennung gezollt wurde. Außer den bereits citirten sind noch einige druckreife Werke in dem Nachlasse des Verblichenen vorhanden, die er in Folge seines obenerwähnten leidenden Zustandes zwar nicht selbst, wohl aber durch seinen, seinem Vater würdigen in dessen Fußstapfcn wandelnden Sohn, wo nnoi nnyea D^tnoi jpsuon ’::n oip^Ns schreiben lasten konnte, indem er ihm besagte Werke wörtlich in die Feder dictirrc. ^»öffentlich wird dieser gelehrte, fromme und pietätvolle Sohn nicht lange auf deren Veröffentlichung warten lasten. — Die Größe der Theilnahme an dem in seinem 59. .Lebensjahre verschiedenen p'-nr läßt sich dadurch ermessen, daß an seiner Bahre, obwohl es n"-> war und obgleich der in seiner -nwis jeden ts-d D’D2üpn sich ausdrücklich verbeten hatte, dennoch drei Redner zu sprechen für angezeigt, ja für nothwendig in diesem außergewöhnlichen Falle hielten. Zuerst sprach der bereits erwähnte vorzügliche Sohn des Entseelten, bei dessen Vortrag kein, Auge thränenleer blieb; dann wurden die sterblichen Ueberreste in das nwDn no hineingetragen, woselbst der hiesige Oberrabbiner TX'Dttf pp.» '.TD JiTKDn DD^SDH PXjH 3"lH '"2 IXOX, den an den Verstorbenen die innigste Freundschaftsbande knüpfte, einen tief ergreifenden, jedes Herz erschütternden *i£Dn hielt, worauf dann . auch ein Mitglied des hiesigen iwan 3in ,p no '"j pxvv nyi» ei?» Vno «mm sich nicht enthalten konnte, in einer häufig durch Schluchzen unterbrochenen Rede die vorzüglichen Eigenschaften des edlen Verblichenen schildernd, dieselben seinem zahlreichen Auditorium zur Nachahmung zu empfehlen. Und so rufe auch ich dem großen Tobten die Worte des Propheten nach: „ysdx’ 'n -nna vpi* T»? ■pn." S. G—d. Feuilleton Aus dem Leben eines orthodoxen 'Rabbiners. Skizze von vr. Sta ... (Fortsetzung.) Das Bild schwand und ein anderes, noch trostloseres, entrollte sich dem Blicke des stöhnenden Mannes. Er sah sich am Schmerzenslager seines verstorbenen Vaters. Viele Glaubensgenossen hatten sich eingefunden, um dem Scheiden des Geistes aus dem irdischen Körper beiznwohncn und die üblichen Gebete zu verrichten. Alle mnstehen sie das Bett des Todtkranken und lauschen gespannt auf die röchelnden Athcmzüge, die mit kurzer Unterbrechung sich seiner kranken Brust entringen. Eine tiefe Stille herrschte sonst im Zimmer und ein heiliger Ernst lag auf den Gesichtern der Anwesenden, von welchen einige zuweilen leise vor sich Gebete hinmurmelten. Wie ganz fremd, ja wie schaudererregend kam Rudolph diese ganze Umgebung vor! — Sein Herz war so beklommen und die Funktionen seines Denkens so abgespannt und ermattet, daß er in einem böswilligen Traume zu sein glaubte, und gerade solche grauenvolle, schreckenerregende Träume haben in letzterer Zeit ihn unablässig gequält. — Er stand im Begriffe, die Religion seiner Väter, der er in der Praxis schon längst den Rücken gekehrt, auch in der äußern Form mit einer andern z» vertauschen. Er hatte sich bemüht, alles, was mit dem Jndenthume und seinem früheren Leben im Zusammenhang stand, aus dem Kreise seiner Erinnerungen zu verbannen; für die Hinopferung dessen, was ihm einst theuer und werth war, glaubte er in. der Liebe zu Martha reichlichen Ersatz zu finden. Während des Tages gelang es ihm durch allerlei Berauschungsmittel den Schritt, den er zu thuu beabsichtigte, zu vergessen, und das freundliche Lächeln aus Martha's Augen glättete jede Furche auf seiner Stirne und. er schwamm in einem Meer von Entzücken. Bei Nacht aber erwachten die Gespenster seines Gewissens mit um so größerer Gewalt, und ruhe- und rastlos wälzte er sich ächzend und stöhnend auf feinem Lager. In wenigen Tagen sollte der entscheidende Schritt gethan werden. In der St. Peterskirche sollte seine Taufe vollzogen werden und gleich darauf seine Verlobung mit Martha stattfindcn. Da traf 'hn wie Donnerschlag am heitern Himmel die Kunde, daß sein Vater zum Sterben erkrankt sei und ihn vor seinem Scheiden aus dem Leben zu sehen wünsche. Sieht cs nicht ans, als wollte sein Vater deshalb von ihm scheiden, weil, wenn er am Leben wäre, er in wenigen Tagen sich von ihm doch lossagen mußte? — In gedrängten Zeilen theilte er Martha mit, daß sein Vater zum Tode erkrankt sei und die Pflicht des Sohnes ihn an's Lager seines Vaters rufe, weshalb ihre Angelegenheit für wenige Wochen aufgeschoben werden müsse. Mit großer Eile trat er seine Reise nach St. an. Sein Vater bewohnte noch