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Der Israelit · 1884-04-28 · Heft 34 (28.4.1884) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 34 (28.4.1884)
Date
1884-04-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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566 Annahme, das; dieses Resultat etwa in einer zu Erscliweruugcn geneigten Tendenz seinen Ursprung habe, 'wie viel mehr eine ganz objective, gründliche Prüfung der hier in Betracht kommenden Stellen mit evidenter Sicherheit ergibt: wm n*N'ü“D3 n-cx psn n'3yon j*ni mcx i"' nom \yxv s"yx -vjp *vyD nomi «"3' Tioa p nanyi p^y D'-oy ran D’ffi? ■ry 603 D’pDien ’pdt Vk3'^rr m: 3*-n nt 'in nsonn . :nD23 pcn bim m:n Der Verfasser kündigte das baldige Erscheinen seiner Schrift pD'nrp ntsptn an, deren reiches in der Vorrede mitgetheiltes Jnhalts-Verzeichniß zu groszen Erwartungen berechtigt. — Dieselbe wird auch die bei dem Vers, cingegangenen nmwn verschiedener, nnn enthalten und werden wir nicht verfehlen, auch über dieses Werk seiner Zeit zu referiren. . '"22 ZeitttngSnachrichteu nud Sorresporrdenzerr. De u t sch l an d. Berlin. Vor einigen Wochen ging durch verschiedene, zunächst antisemitische Blätter die Notiz, das; eine in Coblenz versammelte Anzahl jüdischer Notabel» Herrn Professor Dr. Lazarus in Berlin mit der Ausarbeitung einer .Ethik des Talmud betraut habe und zwar sollte die Arbeit in einem Zeitraum von 3 Jahren fertig gestellt und mit 20,000 Mark per Jahr honorirt werden. Als von Herrn Prof. Lazarus berufene Mitarbeiter wurden die Herrn Prof. Stcinthal in Berlin und Dr. Jellinek in Wien bezeichnet, die für diese Mitarbeiterschaft mit 40,000 Mark bedacht werden sollten. — Das Geld sollte durch Sammlungen aufgebracht werden. Auch in diese geschätzten Blätter ist diese Notiz nbergegangen, doch wurde ihre Richtigkeit von der Rcdaction in Zweifel gezogen, aber kurze Zeit Darauf von hier aus bestätigt, und auf das Bedenkliche dieses solchen Händen anvertrauten Unternehmens hingewiesen. Man kann, um zunächst von der religiösen resp. antireligiösen Richtung der genannten Herren ganz abzusehen, getrost sagen: „Wer 100,000 Mark nöthig hat, um eine Ethik des Talmud zu schreiben, hat seine Unfähigkeit, eine derartige Arbeit zu liefern, vor vornherein dokumenlirt. Gewiß zweifeltNiemand daran, daß die genannten Herren lediglich das Beste des Judenthums wollen, aber es wird nicht an bösen Menschen fehlen, welche annchmen, die Vers., die sich ihre Arbeit so gnt bezahlen lassen, hielten das jüdische Geld für das Beste des Jndenthnms. Das mag wohl auch die antisemitischen Blätter veranlaßt habensich der Angelegenheit zu bemächtigen, um die Genesis der in drei Jahren zu erwartenden Talmud-Ethik mitzutheilen, und sie als bestellte und gut bezahlte Arbeit von vornherein zu verdächtigen. Diese Ethik dürfte daher wahr und gut den Geist des Talmud widerspiegeln, die Talmud- und Judenfeinde, welche ja den Werth des Geldes wohl zu schätzen wissen, werden mit Recht sagen: Für 100,000 Mark hätte vielleicht auch Rohling eine Ethik des Talmud geschrieben. Da war doch der alte Eisenmenger billiger als der moderne Herr Prof. Lazarus. Jener ließ im Jahre 1700 sein aus zwei dickleibige» Bänden bestehendes „Entdecktes Judenthum" in 200 Exemplaren drucken und erklärte sich den Juden gegenüber bereit, sein Werk für 30.000 Thaler zu vernichten. (Schudt, Jüdische Merkwürdigkeiten, Bd. I. S. 428.) Da Eisenmenger sein ganzes Vermögen den Druckkosten geopfert hatte und noch Schulden dazu inachen mußte, so kann man diese Summe nicht zu hoch finden. Trotzdem verstanden sich die Juden nicht dazu, den geforderten Preis zu zahlen, und wir glauben auch nicht, daß sie heute ad majorem Lazari gloriam zehntausend Mark mehr geben werden, als ein Eisenmenger selbst verlangte. Etwas anderes wäre es, wenn die Ethik bereits geschrieben und gedruckt wäre und die Herren Lazarus, Steinthal und Jellinek ihren Preis für die Vernichtung ihres opus machten. — Aber auch dies wird nicht viel verfangen. Die Gegner des Talmud werden selbstredend nichts beisteuern und feine Anhänger werden glauben, sie könnten ihr Geld sparen; Gott, der dm Talmud und die Talmudjuden schon Jahrtausende lang gegen ihre Feinde geschützt habe, werde sie auch vor solchen Freunden schützen. Wunderliche Schirmvögte des Talmud sind es nun wirklich, die sich da zmammeuthun solle», um aus dem Talniud eine Ethik zu destilliren. — Da liegt nun, um mit der letzten Größe dieses Dreigestirns zu beginnen, eine Schrift vor mir: .Sieben Zeit-Predigten von Dr. Adolph Jellinek, Prediger der israel. Cultus- Gemeinde in Wien. (Wien. Herzfcld und Bauer.) Dieselbe wimmelt so von Verdächtigungen, Verleumdungen und offenbaren nn*co gegen das orthodoxe Judenthum und seine Bekenner, daß sie jedem Antisemiten-Hauptling zur Ehre gereichen würde. Und der Talmud? Seite 60 wird seinen Autoren der Vorwurf gemacht, daß sie nicht verstanden hätten, Gottes Wort zu verkünden. Ihr Judenthum sei so eng und dumpf wie die Judengaffe. „Nichts als Küche, Keller, Golus, Ghetto, Cofrim, Gesetze ilkrd Gesetzcsübertretcr." Enthält somit der Talmud wirk-

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