Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 49 (19.6.1884)
- Date
- 1884-06-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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$3« -~-i—* «'rfffti X fr XXV, Jahrgang. Stilage zu Nr. 49 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Gericht. '2^ jnic. Der Jugendfreund- Hebräisch und Deutsch von Ph. Roth st ein. 8. Der Vcrf., ein tüchtiger Hebräer, der sich schon durch hebräische Schriften einen Namen als guten Stilisten erworben hat, bringt eine kleine. Schrift auf den Büchermarkt, die wir allen denen empfehlen, die sich für ein klassisches Hebräisch interesfiren und auch ihre Kinder für die Kenntniß der hebr. Sprache ermuntern wollen. Gerade der Jugend sollte man ein solches Buch in die Hand geben, das durch den deutschen recht anziehenden Text, der als Uebersetzung dem hebräischen Text gegcnübersteht, dieselbe für die Kenntniß der hebr. Sprache gewinnen könnte. Das Buch ent-' hält in Deutsch und Hebräisch eine Parabel, hebr. Uebersetzungen deutscher, auf Juden und Judenihum sich beziehenden Gedichte, eine Mittheilung über eine Blutbeschuldigung im' 14. Jahrhundert und talmudische Sprüche metrisch wiedergegeben. Der Berf., welcher durch Krankheit seinem Lehrerberuf entzogen und zu seinem Unterhalte nur auf literarische Thätigkeit angewiesen istverdient es wegen seines schönen Werkes, das er uns im vorliegenden Büchlein übergibt, daß die Freigebigkeit unserer Glaubensgenoffen, ihm die Mühe seiner Arbeit lohne. Es wäre traurig, wenn ein so feingebildeter Mann durch Nichtbeachtung in die peinliche Lage gebracht würde, statt Frucht seiner Thätigkeit zu ernten, auf Almosen angewiesen zu sehen.' Der Berf. wohnt Königsberg, Bismarckstraße 10 B. Memorier- und Gesangbuch für isr. Schulen. Zusammengestellt und herausgegebcn von B. Straßburger, Lehrer in Buchau. Zweite vermehrte und mit Noten versehene Auflage. Verlag von Levy und Müller in Stuttgart. Die in Württemberg geltenden Bestimmungen des Normallehrplans von 1870 schreiben auch das Memorieren und zwar in umfangreichem Maße vor. Der Stoff soll aus verschiedenen Werken entnommen werden, deren Anschaffung von den Eltern eine Ausgabe von 8—9 M. erfordern würde. Straßburgers Büchlein kostet aber gebunden blos M. l.GO und wird also schon nach dieser Seite hin mit Freuden begrüßt Werder.. Es enthält aber auch nur den vorgeschriebenen Stoff und zwar nach Jahrgängen geordnet und/ erleichtert dadurch den Unterricht wesentlich. Gegenüber dem blos in deutscher Sprache gegebenen- Stoff des officiellcn Spruchbuches ist es ferner mit Freuden zu begrüßen, daß Straßburger bei vielen Sprüchen den hebräischen Urtext und auch noch hebräische Gebete für das praktische Leben -beigefügt hat. Die früher von Lehrer Prcßburger herausgegebene „Hilfstabelle zum.Unterricht in der hebräischen Grammatik" sowie eine Liedersammlung bereichern das Büchlein in erwünschter Weise. Die Hilfstabelle (auf einem Bogen) enthält bloß den für die einklassigen Schulen (und es gicbt in Württemberg und auch anderwärts in Landgemeinden nur solche) nothwendigen Stoff. DieLiedcrsammlung enthält einschießlich der zum - Memorieren vorgeschriebenen Lieder 43 Lieder, die größtentheils von jüdischen Autoren herstammen und in den Gesangunterricht auch das Misch religiöse Moment einführen. Dadurch werden wohl in unfern Schulen andere bei uns gebräuchliche und vielfach mit specifisch christlichem Stoffe durchtränkte Liederhefte verdrängt werden. Herrn Straßburger gebührt Dank dafür, daß er sich der Mühe zur Bearbeitung des Büchleins unterzogen hat. Möge ein reichlicher Absatz desselben ihn zum ferneren Schaffen für das Gedeihen der jüdischen Schule ermuntern. Zeitttttgsnachrichten und Correspondeuzeu. D e u ts ch l a n d. Mainz, 16. Juni. Herr Bezirksrabbiner Dr. Israel G o l d s ch m i d t in Weilbnrg sendet uns eine „t h a t s ä ch l i ch e Berichtig» n g" gegen die von Herrn Rabbiner Dr. I. Hildesheimer in Nr. 43 dieses Blattes veröffentlichte Erklärung. Das Wenige, was in der langen Zuschrift als „thatsächliche Berichtigung" gelten kann, sei hier mitgetheilt: Herr Dr. G. behauptet, cs sei nicht wahr, daß er den td*n der Orgel geleugnet habe; er habe ihr nur eine „besondere Bedeutung" abgesprochen, seitdem sie nicht -mehr ..in negativer Richtung der Anfang zu einem unabsehbaren Ende" sei; im Gegen-