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Der Israelit · 1884-06-19 · Heft 49 (19.6.1884) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 49 (19.6.1884)
Date
1884-06-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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814 „„Das habe ich mir doch gleich gedacht!"" Bernbardine' lächelte. Sie schenkte der Frau ein Goldstück und kehrte dann zu der Nnfallsftätte zurück. Sie hätte jetzt wieder nach Hanse reisen können. Allein sie befand sich so nahe bei D. Sollte sie die Gelegenheit nicht benützen, ihren Vater zu sprechen und seine Einwilligung zu ihrer Vermählung mit Viftauer zu erlangen? Sie entschloß sich, nach D. zu reisen. Unterdes; hatte August von seine» Eltern die Bestätigung all' der merkwürdigen Nachrichten erhalten, die ihm der arme Manu, dessen , er sich hilfreich angenommen, mitgetheilt hatte. Schon hatte Baron von Löwenhcim der israelitischen Gemeinde die Anzeige gemacht, daß er wieder in dieselbe einzutrcten wünsche, und zugleich den Betrag der Steuern, angewiesenmit denen er seit dem Tage seines Austrittes im Rückstände geblieben war. Er wurde täglich von Altona zurückerwartet. „Ich glaube kaum," sagte Solinger, „daß unter den gegenwärtigen Umständen Deiner Heirath mir der jungen Baronin ernstliche Hindernisse entgcgenstehen. Wenn Du es wünschest, so will ich den Baron aufsnchen und mit ihm von Deiner Angelegenheit sprechen." „„Ich würde Dir sehr dankbar dafür sein, lieber Papa,"" sagte August. Darauf schickte Solinger hin und ließ fragen, ob der Herr Baron von der Reise zurückgekehrt sei und ob er in diesem Falle Herrn Solinger zur Besprechung einer wichtigen Angelegenheit empfangen könne. Bald kam der Bote wieder und brachte die* Nachricht, daß der Herr Baron angekommen, aber im Begriffe stehe, aufs Neue zu verreisen, daß also Herr Solinger sich beeilen müsse, wenn er Herrn von Löwenheim sprechen wolle. „Mein lieber Solinger," sagte der Baron, als Salomon zu ihm in sein Privatkabinct trat, „Sie müssen sich kurz fassen. In einer Stu.ide geht mein Zug, und ich habe vorher noch Manches zu erledigen. Ueberhaupt bin ich für geschäftliche Angelegenheiten jetzt nicht disponirt. Es wäre mir lieb, wenn Sie damit bis zu meiner Rückkehr, die hoffentlich übermorgen erfolgen wird, warten könnten." „„Was ich Ihnen zu sagen habe, Herr Baron, betrisst nicht geschäftliche Dinge; es betrifft vielmehr Ihre Fräulein Tochter.""? „Eben stehe ich im Begriffe, zu ihr zu reisen, | um sie in das Vaterhaus znrückzuholen. Was hsben i Sie mir über sie zu sagen?" i »..Fräulein Bernhardine, die im Hause ihrer Großmutter eine strenggläubige Jüdin geworden, hat, während sie längere Zeit mit Frau Vudweis in Wien verweilte, dort meinen Stiefsohn getroffen. Die jungen Leute haben Gefallen aneinander gefunden und möchten sich heirathen, wenn Sie, Herr Baron, Ihre Einwilligung geben."" „Das sind ja merkwürdige Neuigkeiten! Und wenn ich nicht einwillige?" „„Das Fräulein weigert sich entschieden, ohne Zustimmung ihres Vaters einen solchen gewichtigen Schritt zu thun, wiewohl. . . . „Der Vater eine solche Rücksichtnahme nicht verdient hätte, wollen Sie sagen." „„Nicht doch, Herr Baron, ich wollte sagen: wiewohl die Briefe des Fräuleins uneröffuet zurückgekommen."" „Wo befindet sich Ihr Sohn jetzt?" „„Er ist hier in D."" „Lassen Sie ihn rufen. Wenn er will, so mag er mich auf niemer Reise zu meiner Tochter begleiten." . „ „Gestatten Sie, Herr Baron, daß ich selbst die Freudenbotschaft überbringe."" (Schluß folgt.) Näthsel. Ich bin des Hauses Zier und Freude, Des braven Mannes Augenweide, Der Kinder herrlichster Besitz. Ein Zeichen änd're, auf Altären . Verdampf' ich, meinen Gott zu ehren In seinem heil'gen Königssitz. A.rslüsung erfolgt in Nr. 51. Die Name» der richtig Lösenden werde», wenn uns solche bis längstens Dienstag Vonnittag den 24..Juni zugegangen, in der folgende»'Nummer veräsjentticht. Auflösung des Räthsels auS Nr. 47: *py jnto (Gedeckter Tisch). Die Fortsetzung der Erzählung „AuS dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erscheint in der nächsten Nummer. Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Ned.rction: I)r. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition deS »ZSraeM* grstze Bleiche 45. I. Äst t Lleben'L Buchdru>fer«t (Mainzer Anzeiger).

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