Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 49 (19.6.1884)
- Date
- 1884-06-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ML!> 9üz“T'aw’;«'^, iM»n)im.i c> I1f - ■.-ejt’jeT.-.rt. t ^»»wüafsi' - 809 erstatteten, sprach Schimeon zu ihnen: Ist eine solche Verherrlichung des göttlichen Namens nicht mehr Werth als alle Schätze der Welt? (Icruschalmi Baba Mczia E. 2 § 5). (Fortsetzung folgt.) Die Aresiaucr unter stch. (Fortsetzung.) Unter den Hebungsmittelchen für den gesunkenen religiösen Sinn findet sich 8ub A. 39 „d i c S ch a ffnng eines neuen Lehrbuchs für den g e s ch i ch t li ch cnN c l i g i o n s u n t e r r i ch 1311111 Gebrauche für d i e Lehrernatürlich alles mit Ausschluß der religiösen Differenzpunkte! Gegen diesen Vorschlag erhob sich nun von allen Seiten ein gewaltiger Ansturm; denn das war selbst den Breslauern ein >zn großes Jntellcltopfer, weil die unmögliche Unsinnigkeit so faustdick vor allen Augen dalag. Hier half's nicht mehr, die Augen zu schließen und nichts sehen zu wollen, man. konnte den Nonsens so mit Fingern greisen,'daß sich sogar Dr. Levy—Gießen dagegen aussprach. Was sollte das auch für ein Buch sein, aus dem das Kind, conscrvativcr, radicalcr und Breslauer- Nationallibcraler Eltern, eines wie das andere seine Religion lernen kann?! Und wenn man den alten Herxheimer — ich meine fehl Religionsbnch — 24 Mal nj?1? nyo im Wasser weichte, er wäre immer noch nicht wässerig genug, um dieses Kunststück fertig zu bekommen. Vergebens betonte Hahn—Stolp zu Gunsten des neuen Katechismus, daß trotz der verschiedenen Partcistandpunkte (deren Vorhandensein damit also osficicll zugegeben wurde) alle doch einig seien in Bezug aus die Bibel. Oho! ricf's ans der Versammlung. Ne! rief Werner—Danzig, und der naive Redner, der von dem „Fortschritt" des großen Theils seiner Eollegen keine Ahnung zu haben schien, konnte nicht hindern, daß die Eommission selbst diesen Antrag wieder zurückzog, was recht jammerschade ist. Das Buch hätte erscheinen müssen, um die „geschichtliche Religion" dieser doch bald vergessenen Versammlung kennen zu lernen, um sic dann niedriger zu hängen und fcstznnagcln. — Da dies leider nicht geschehen ist, so mögen noch einige andere charakteristische Aeußerungen hier folgen, um den religiösen Sinn, dieser Heber des religiösen Sinnes, benrthcilen zu können. Zn dem Passus I. A. e. „Fernhaltung ungeeigneter Elemente von dem Religionslehrerstande" beantragen Werner und Kroncr—Erfurt vor „ungeeigneter" die Worte „in religiöser Beziehung" einzu-. schalten. — Dr. Werner begründet diesen Antrag damit, daß cs in seiner und wohl auch in anderer Gegend ein schreiender Nothstand sei, daß Lehrer die religiöse Erziehung leiten, die selbst die heiligsten religiösen Gesetze verletzen. Das war aber ein so unerhörtes Verlangen, daß sich der Präsident Dr. Joi'l—Breslau noba icypi dagegen erhob. „Was heißt religiös?" fragte der würdige Präses, die an seinen Lippen Hangenden Würdenträger. „Religiös ist ein Begriff, der verschieden ansgclegt wird. Zweifeln Sie daran, meine Herren, daß cs Leute in Deutschland gibt, die uns selbst die Religiosität absprechen?! (Ruse: Sehr wahr!) Wir wollen diesen Antrag nicht annehmen, beim wlr fetzen uns damit selbst annuferem Amt heraus!!" Der Antrag , wurde natürlich gegen wenige Stimmen abgclchnt. Wie sich Gedankenlosigkeit und Gleichgiltigkeit gegen alles spceisisch Jüdische bei der Aufstellung der Thesen und ihrer Ausarbeitung die Hände reichten, davon legt unter vielem Anderen ein Amendement Zengniß ab, welches Herr Dr. Z u ck e r m ande l —Trier einznbringen sich veranlaßt sah. — Die treibenden Elemente, die eigentlichen . Macher in dieser Versammlung, sind dem praktischen jüdischen Leben bereits so entfremdet, das; es im alltäglichen Leben kaum für sic existirt. Außer ihrer Predigt, die sie am Sabbat und Feiertag vor leeren Bänken halten, haben sie ja wenig mit Religion zu thun. So leicht sie sich ihre Religion auch gemacht haben, sie predigt sich immer noch'leichter, als sie sich befolgen läßt. Sie haben daher sul» I. B. a. Theiluahme der Schüler an dcm öffentlichen Sabbat- und Festtags-Gottesdienste als Mittel zur Hebung des religiösen Sinnes in Vorschlag gebracht. Wie sollten sie, die zum großen Thcil äu Wochentagen selbst keinen Gottesdienst besuchen, dies von den Schulkindern verlangen wollen! Hier griff nun Dr. Znckermandcl mit dem Anträge "ein, die 'Worte: „Sabbat- und Festtags" zu streichen, da man doch den Kindern nicht verwehren könne, an Wochentagen die Synagoge zu besuchen. Der bekannten glänzenden Bercdtsamkcit des Antragstellers konnte Niemand widerstehen; der Antrag wurde angenommen, und das Jndenthum war wieder einmal gerettet. Selbst Dr. Maybanm stimmte dafür. Diese Handlungsweise ins Deutsche übersetzt, lautet: Ein Mann,;--der m-n leugnet, der vor wenigen Wochen für eine von Gott verbotene Ehe die Trauung vollzog, stimmte dafür, daß jüdische Kinder angehalten werden, an Wochentagen die Synagoge zu besuchen!! In ihrem wahren Lichte hat sich die Versammlung aber durch ihre Stellung zu einem Amendement gezeigt, welches zu demselben Passus die Herren Dr.