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Der Israelit · 1884-06-16 · Heft 48 (16.6.1884) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 48 (16.6.1884)
Date
1884-06-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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■TWr^iiYa^U ^y; pu” r^-'- Tt^y^s^a. »«^CAAiaSifc.-^ii |j7" * -•V 797 aus, welche gar nicht genug lernen könnten. Während der Schulbesuch auf dem Lande sich auf 73 Percent der schulpflichtigcnKinder belaufe, in London auf 79, sei das Percent für die jüdische auf 89 auzusetzen. Daraus allein könne man auf den Geist des Fortschrittes und die Achtung vor dem Wisicn unter den Juden schließen.'" Liverpool, 9. Juni. Gestern fand in der hiesigen öffentlichen hebräisch-englischen Elementarschule die Preisverheilung im Saale des „Mount Street Institute" statt. Der Saal war in allen Räumen gefüllt, und der Vorsitzende des Schul-ComitL's, Herr Charles Samuell, Israelit, Richter und Advokat, hielt eine Ansprache an die Versammlung, worin er unter Anderem bemerkte, daß bei der vom kgl. Schnlinspcktor jüngst vorgenommcncn Prüfung der Schüler und Schülerinnen, 420 an der Zahl, beinahe alle gut bestanden, was auch bei den Prüfungsgegcnständen des Hebräischen und der Religion und biblischen Geschichte der Fall war. Rach einigen von der Schuljugend vorgetragenen Gesängen und Recitationen wurden die Preise für's Hebräische circa 25 Liv. Sterl gestiftete Legate — und ein gleicher Betrag für weltliche Gegenstände sowie für Handarbeit und regelmäßigen Schulbesuch vertheilt. Hierauf würde dem Vorsitzenden im Namen der. Versammlung der Dank votirt, und der Schreiber dieser Zeilen hielt eine Ansprache an die Schuljugend, dieselbe zur Gottesfurcht, zum Fleiße und Gehorsam ermahnend. Ein Dank an das Lehrerpcrsonal beschloß die interessante Feierlichkeit. V. 8. Das Mädchen schien sichtlich mit sich selbst zu kämpfen. Ihre schon halb geöffneten Lippen schlossen sich wieder, um sich gleich wiederum zu öffnen und ihre schönen Augen schienen einen Ausweg zu suchen; denn sie blickten vor dem Thor den Amtsrichter wieder fragend an. „Ich weiß nicht, ob meine Familie Ihnen bekannt .....!" — brach es dann zögernd über ihre Lippen. - ' „O" — siel er rasch rin, als sie zu stocken begann — „natürlich wird mir Ihre wcrthc Familie bekannt sein, bin ich doch schon zehn Jahre als Amtsrichter in M... thätig. Zwar ist es mir unbegreiflich, daß ich Ihnen während dieser Zeit gar nicht begegnet bin; denn begegnet sind wir uns nichts Ihr Gesicht ist nicht derart, daß cs jemals vergeben werden könnte, selbst wenn die Begegnung nur oberflächlich ist!" - Die Verlegenheit des Mädchens wuchs sichtlich. Sie schlug ihre Augen nieder und rang nach einem Entschluß. „Tante Rahe!" — eriönke eine Helle Kinderstimme. — „Sich' Mal, loclchen schönen Schmetterling ich ansgcsangen habe." Ein kleiner Knabe von ungefähr fünf bis sechs Jahren kam in athenckoser Erregung herangcsprungen und mit trinmphirenden Micken präsentirte er dem Mädchen den aufgcfaugenen, buntfarbigen Schmetterling.. „Ist der arme, 'tobte Mann schon vom Tode aufcrstanden?" — frag er alsdann, als er den Amtsrichter erblickte, mit erstaunten Gcbährden. Fe n i l l e t o n. Mrs dem Leben eines orthodoxen Babbiners. Skizze von Dr. Sta ... (Fortsetzung.) „Das Grab Ihres Vaters?" — fragte das Mädchen halblaut und sah verwundert zu ihm empor — „In M... gelten Sie allgemein für ciucn Christen oder get.!" „Ah, mein Fräulein! Sie sind aas M...?" — frug der Amtsrichter Stein mit leidenschaftlicher Wärme — „davon wußte ich natürlich nichts! Mit wem habe ich die hohe Ehre; .... — oder besser gesagt, wie heißt die gütige Fee, die sich eines armen Mannes in der unglücklichsten und glücklichsten Stunde seines Lebens annahm?" „Sei nicht so unartig, Simon!" — sagte die junge Dame verweisend und streichelte seinen Lockenkopf — „Sonst nehme ich Dich me mehr mit mir, wenn ich ausgehe!" Der Knabe wurde kleinlaut und schmiegte sich an Rahcl, aber der lebhafte Geist des Kindes ließ ihn nicht lange ruhen. Kaum hatte er die mit Koth und Schmutz bedeckte Kleidung des Amtsrichters erblickt, als er schon wiederum fragte. „Der arme Man» müßte wohl, als er wieder lebendig wurde, aus der Erde kriechen, daß sein Rock so sehr beschmutzt ist?" / „Ja, mein Knabe," — lachte der Amtsrichter. — „Ich würde ein trauriges Dasein erblickt haben, wenn Deine liebe, gütige Tante mir nicht zur Seite gestanden!"-Er hob ben Knaben empor nnd drückte einen Kuß auf die Keine offene Stirn. „Nun, mein Fränlcm, werde ich dieHhre haben, den Namen derjenigen zu erfahren, der ich zu so vielem Danke verpflichtet bin?" — wandte sich Amtsrichter Stein mit einem verbindlichen Lächeln an Rahcl. — „Mein Name ist Stein, Amtsrichter Stein!" V

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