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Der Israelit · 1884-04-23 · Heft 32-33 (23.4.1884) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 32-33 (23.4.1884)
Date
1884-04-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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MM 556 bä« der große Kreis von Gönnern, welche die Anstalt in allen Theilen Deutschlands und über das Reich hinaus besitzt, in stetem Wachsen begriffen ist, und daß auch immer neue Gebiete das fördernde Interesse der Wohlthäter finden. Die Zahl wie die Höhe der Jahresbeiträge hat gegen das vorige Jahr Angenommen und der bei Anstalten, welche auf freiwillige Zuwendungen angewiesen sind, ja nie wegbleibende Ausfall ist mehr als reichlich ausgewogen. Für den Fonds hat auch diesmal Herr Synagogeuältester Jakob 'Stern (Flieden) eine Reihe von Jahresbeiträgen seiner Gemeindemitglieder eingesandt. Die bisherigen Eingänge im Gesammtbetrage von Rmk. 255,50 sind bis auf Weiteres auf der Sparkasse der Stadt Breslau niedergelegt worden. Ich habe den lebhaften Wunsch, daß auch diese Seite unserer Bestrebungen, der Anstalt eine Garantie für die Dauer zu gewähren, in größerem Maße gefördert werde. Möge das Beispiel des Herrn Stern recht Bielen zum Muster dienen, da anch durch viele kleine Beiträge sich ein großer Fonds allmählich bilden kann. Es bieten sich im .Leben mannigfache Gelegenheiten zum Wohlthun, bei freudigen und traurigen Veranlassungen, dies ist ein nv'p pp, ein dauernder Schatz, den sich Jeder sichern kann, ein Kapital, das seine. Zinsen ewig tragen soll. Kinder zur Gotteslehre zu erziehen und dafür sorgen, daß dies stets und ungestört geschehe, ist eins; selig, der das Bewußtsein in sich tragen darf, daran mitgeholfen zu haben. Auch für unsere bedürftigen und würdigen Schüler ist von Neuem in gewohnter Weise gesorgt worden. Dem ComitH das sich zu royn in unserer Gemeinde gebildet hat, allen den edlen Damen und Herren statten wir an dieser Stelle Namens der beschenkten Kinder unfern herzlichsten und innigsten Dank ab. Ich weiß die Thätkgkeit derselben um so mehr zu schätzen, als ich selbst, zu den Arbeiten jenes Eomitas herangezogen, Augenzeuge sein konnte, welcher Eifer jeden Einzelnen unter den hochgeschätzten Mitgliedern beseelte, das Gute zu thun. Nicht an letzter Stelle habe ich in unwandelbarer Anerkennung jenes hohen Gönners unserer Anstalt zu gedenken, der Jahr aus Jahr ein dieselbe mit besonderen Beweisen seiner hochherzigen Liebe beehrt. Nächst dem Jahresbeiträge, den der geschätzte Wohlthäter für dieses Jahr auf 290 Mk. erhöht hat, hat er uns in gewohnter Freigebigkeit mit einer großen Sendung neuer Schulbücher (110 Nummern) im Werthe von 150 Mk. zu roun erfreut und uns dadurch in den Stand gesetzt, den gesteigerten Bedürfnissen unserer Schuljugend Rechnung zu tragen. Die Einnahmen betragen 3230 M., die Ausgaben 3204 M. i. Vtellstetlm, 1. April, ^luf Veranlassung des Regierungspräsidenten Grafen Elairon d'Hauffonville, welcher sich täglich über die hiesigen Vorkommnisse eingehend hat berichten lassen, ist das hier stationirte gewesene Kommando vom 54. Regiment gestern mit dem Abendzuge nach Köslin zurückgekehrt. Die Befürchtungen, daß am Abend vielleicht hie und da Ruhestörungen Vorkommen könnten, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt — die Ruhe in der Stadt ist auch nicht in einem Fall gestört worden. Nebrkgens waren auch seitens der Polizeibehörde durchgreifende Maßregeln getroffen worden, um sofort jeder etwaigen Ausschreitung gebührend begegnen zu können. Ein neuerdings in der Presse aufgetauchtes und zuerst von der Frankfurter Zeitung gebrachtes Gerücht, daß die diesseitige Ortspolizeibehörde an zuständiger Stelle die Bitte geäußert hätte, 'das Militärkommando angesichts der hiesigen Verhältnisse überhaupt nicht von hier fortzunehmen, ist nicht begründet. Es ist, wie ans das Beste versichert. werden kann, ein derartiger Antrag von hier aus wenigstens nicht gestellt worden. — Jedenfalls hat die vor Monaten von hiesigen Bürgern ausgegangene Petition, für die diesseitige Korrektionsanstalt ein Wachkommando zu installiren, Veranlassungzn der Notiz der Frankfurter Zeitung gegeben. Oesterr -Ungar. Monarchie. Wien. Der Wiener Bürgermeister hat an Frau Regina Kuranda folgendes Beileidsschreiben gerichtet: Euer Hochwohlaeboren! Die Trauerkunde von dem Ableben Ihres" Gemahls, des Herrn Dr. Jg. Kuranda, hat in den weitesten Kreisen einen sehr schmerzlichen Eindruck hervorgenrfen. Die Stadt Wien insbesondere verliert an ihm einen durch vielseitige Kenntnisse und hohe Gaben des Geistes hervorragenden Schriftsteller, einen unbeugsamen Kämpfer für Freiheit und Recht, einen ihrer ausgezeichnetsten Ehrenbürger. Bon tiefem Schmerze über diesen herben Verlust erfüllt, hat der Gemeinderath der Stadt Wien in seiner gestrigen Plenarsitzung von dem Ableben Ihres unvergeßlichen Gatten Kenntniß genommen und mich beauftragt. Ihnen, sehr geehrte Frau, das tiefgefühlte Beileid der Stadtvertretung auszusprechen. Indem ich diese traurige Pflicht erfülle, bitteich, auch den Ausdruck meiner persönliche» herzlichen Theilnahme entgegenzunehmen. Mögen Sie, hochgeehrte Frau, in dem Bewußtsein Trost finden, daß Ihr Herr Gemahl durch seine stets bewährte Gesinnungstreue, sein umfassendes Wissen und sein in jederRichtung hervorragendes öffentliches Wirken sich ein dauerndes, schönesAndenken gesichert hat. Empfangen u. s. w. Euer Hochwohlgeboren ergebener Bürgermeister Ed. Uhl m. i>.

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