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Der Israelit · 1884-04-23 · Heft 32-33 (23.4.1884) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 32-33 (23.4.1884)
Date
1884-04-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXV. Jahrgang. Zweite Beilage;u Nr. 32 & 33 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 18. April. Vor einiger Zeit erschoß sich in einem hiesigen Hotel ein junger Kaufmann, Albert 5k atz aus Bickenbach. Die Leiche wurde auf den Sachsenhäuser Friedhof verbracht und j die israelitische Gemeinde von dem Vorfälle verständigt. Diese ließ durch den Lcichencommissär Herrn Isaak alles Nöthige besorgen. Die Beerdigung sollte Montag, den 7. April, auf bciu israelitischen Friedhöfe vorgenommen werden. Gerade war Herr Isaak im Begriff, nach dem Friedhofe zu fahren, als ein Fremder auf ihn zutrat und sich als Jakob Katz aus Bickenbach, Vater des Verstorbenen, vorstellte. Herr I. drückte ihm sein herzliches Beileid aus. „Im klebrigen", fügte er hinzu, „können Sie ganz beruhigt sein; es ist alles geschehen, was geschehen mußte; für Daharo, Oraun und Tachrichim ist bestens gesorgt worden." — Ich versiehe Sie nicht, entgegnete der Fremde, für was ist gesorgt worden? '— „Es ist alles, alles nach streng jüdischem Ritus vorgenommen worden." — Aber warum denn nach jüdischem Ritus? Mein Sohn war katholisch ebenso wie ich und alle meine Voreltern. Herr Isaak fuhr nun mit dem Fremden nach dem isr. Friedhofe, wo bereits der Oraun in das Grab gesenkt werden sollte. Dies wurde nunmehr verhindert und die Leiche nach dem nebenan befindlichen christlichen Friedhofe transportirt. Hier jedoch weigerte mau sich, die Leiche ohne vorausgegangener Autorisation von Seiten der zuständigen Behörde zu bestatten. Herr I. fuhr nun mit dem Vater des Verstorbenen aus das betreffende Amt, wo derselbe, nach Erlegung der Gebühren, die gewünschte Erlaubnis; erhielt. Jetzt endlich durste die Leiche auf dem christlichen Friedhofe bestattet werden, und zwar geschah dieses mit Oraun, Talis und Tachrichim. Weder die israelitische Gemeinde, nach Herr Isaak verlangten für ihre Auslagen und Bemühungen Irgend welche Entschädigung. In hiesigen Blättern erschien dann die nachstehende Annonce: Danksagung. Der israelitischen Lcichcucommission, besonders dem Herrn Lcichenkommissär Isaak für ihr freundliches Entgegenkommen und humane Handlungsweise, bei dem Ableben unseres Sohnes Albert sagen unseren tiefgefühlten Dank. Bickenbach, den 11. April 1884. Familie Jacob Katz. Breslau Dem Jahresbericht der hebräischen Unterrichts-Anstalt über das Schuljahr 1888/84, von Rabbiner Dr. P. Neustadt entnehmen wir: Die Anstalt kann auf das verflossene Schuljahr, das 1 i. ihres Bestehens, mit freudiger Gegnngthnnng znrückblickcn; sie ist in stetem Wachsthnm begriffen. Im verflossenen Jahre besuchten 181 Zöglinge die Schule. Der Schnlgottesdienst hat eine weitere Entwickelung erfahren. Nachdem wir bereits zum Wintersemester 1882 micthweise in den Besitz eines Synagogenraums gelangt waren, ist uns noch beim Schluß/ des vorigen Schuljahres 'eine sehr werthvolle Synagogeneinrichtung als Geschenk für die Anstalt zu Theil geworden. Herr Caspar Hirschstcin, jetzt in Frankfurt a. d. O, hat uns für sich und im Namen der Herren Jakob Guttmacher und Siegmund Holz aus Hirschberg folgende Gegenstände zugehen taffen: 2! Synagogcnbänke zu Sitzen, 24 Betpulte, eine nO'i, ein icnpn pst mit Tritten und Geländer, 1l> Wandleuchte:', Iscchsarmigen.Kronleuchter, 2 Altarlenchter, 1 Handsatz mit Becken, 3 rons, 8 Altardecken, 1 :i2,^-Leuchter, .1 Thoramäntclchen mit -zn, 1 silberne i'-Kettc, 1 silberne -.-Büchse, 1 1 mio, 1 seidenes ri'bv mit silberner Tresse, O'-nnv, rnrrbD, 2 Fußdccken und andere kleinere Sachen, endlich 36 Ruck, ans der np-ts.- Die Schnlfeierlichkelten haben sich auch in diesem Jahre von Neuem bewährt, den religiösen Sinn zu beleben, die Zöglinge für die Festcsfcier zu erwärmen und die Eltern für die hohen idealen Bestrebungen der Anstalt zu begeistern. An ihren Schülern hat die Schule gezeigt, was eine Talmud-Thora leisten soll, und was sie leistet. Wie wir endlich nach unseren Kräften bestrebt waren im Innern die Schule nach allen Seiten hin zu heben und die Jugend zu den großen Pflichten zu erziehen, welche Religion und Vaterland an sie stellen, so haben auch, wie seit Jahren, unsere Freunde den besten Willen gezeigt,^ uns die Mittel in reichlichem Maße zu bewähren^ unserm Berns überallhin zu genügen. Ich kann nur mit Freude bekennen,

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