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Der Israelit · 1884-04-23 · Heft 32-33 (23.4.1884) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 32-33 (23.4.1884)
Date
1884-04-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Zeilrmgsttichrichterr und Correspoudeuzen. Deutschland. AuS der Rheinprovinz. In der Nr. 26 des „Israelit" findet sich ein von mehreren deutschen Rabbinen Unterzeichneter Aufruf zu Gunsten des Herrn Abraham B i ck und seines in seiner Art einzigen Werkes „ijtd Stk", in welchem sich der geniale Verfasser die Aufgabe gestellt hat, sämmtliche in ^in vorkommenden 2^2 np zu erklären. Ich erinnere mich, daß die Redaction des „Israelit" schon vor mehreren Jahren aus die Bedeutsamkeit dieser literarischen Erscheinung aufmerksam gemacht hat. In Folge dieser Anregung schaffte ich mir damals das- Werk an, welches in der That in hohem Grade seiner großen Aufgabe entspricht. Inzwischen hatte ich auch die Ehre den Verfasser - kennen zu lernen. Es wäre in Wirklichkeit jammerschade, wenn pecuniäre Gründe den rastlosen Forscher hindern würden, das Resultat seiner Forschungen zu veröffentlichen. Zur Zeit ist der Mann nicht in der Lage, sein Werk beenden oder auch nur fortsetzen zu können, wie dies aus jenem Ausruf hervorgeht und wie ich es aus des Verfassers eigenem Munde weiß. Für diejenigenwelche sich durch einen Beitrag an dieser tso brtheiligen wollen, füge ich hier noch die Namen der Herren Rabbiner bei, welche bereit sind, Spenden für diesen Zweck entgegen zu nehmen und sie weiter zu befördern. Es sind die Herren Rabbiner Adler in Kitzingen, Auerbach in Halberstadt, Vamberger in Kiningen, Ehren reich in Höchberg, Ehrmann in Trier, Hirsch, Burgpreppach, L ö b, Altona, Plato, Cöln. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Prags. Der israel. Freitisch-Verein in Prag zur Unterstützung mittelloser Studirender beging auch diesmal in den Speisesälen des Vereins das Passahfest (Seder) in solenner Weise. In Verhinderung des Vereinspräsidenten Herrn Rabbiner M. Adler begrüßte Herr Jul. Jacob Braum, Advocat, als Obmannssteüvertreter die zahlreich anwesenden Jünger der Wissenschaft mit einer dem Feste entsprechenden Ansprache und forderte dieselben zum fleißigen Studium auf. Sodann ergriff Herr Oberrabbiner Hirsch das Wort, hob den unschätzbaren Werth des israel. Freitisch-Vereins für die studirende Jugend hervor und ermahnte dieselbe, wenn sie einst ihre Studien beendet und sich eine Stellung in der Gesellschaft errungen haben werden, nicht zu vergessen, daß sie ihre ganze Zukunft nur biefem Vereine zu verdanken haben,, und es ihre heilige Pflicht sei, denselben wo immer nach jeder Richtung zu unterstützen.*) Zu dem vollzählig anwesenden Vorstand gewendet, drückte Redner demselben seine Freude und vollste Anerkennung aus. Nebst dem Lerrn Oberrabbkner Hirsch waren die Herren Profepör Dr. Saul Kämpt, Kreisrabbiner Schiffmann, Rabbiner und Religionslehrer R. I. Stein, Prediger Dr. Tauber, Religionslehrer Dr. Grün und der Obmann der Armencommipion der hiesigen Cultusgemeinde, Moritz Ungar berdem Feste anwesend. Zu demselben spendeten die Herren Simon Dewidels 25, Josef Bunzl 15, M. Pelschek, Ph. Reaach, Moritz Maier, Samuel Beständig und Jacob Sonnenschein je 10 Flaschen Wein und die hiesige Armencommiffion 160 Kilög. Mazzos. W Gffegg, linier jrabi Slavonien. *z p“r*'? *nsn trugen wir hier einen tarn ca eret zu Grabe. Es ist dies der hochbetagte hiesige prakt. Arzt, Herr Maxim. Schwarz 5"n. Der Verewigte machte sich vor etwa 50 Jahren als erster Jude hier ansässig. Nach ihm kamen bald mehrere Israeliten hierher, die schon eine kleine Gemeinde bildeten, und da war er bemüht, jüdische Lehrer und andere Gemeindebeamten anzustellen. Als sich im Laufe der Zeit das Bedürsniß nach einem Gotteshause herausstellte, da baute er in seinem eigenen Hause einen schönen Tempel. Er lebte stets nach den jüdischen Satzungen. Bevor der Verblichene den ärztlichen Beruf gewählt, hatte er mehrere Jeschiboth besucht, und war nicht nur in sondern auch in den andern hebräischen Wissenschaften versirt. Sein Leichenbegängniß war das imposanteste, welches je hier gesehen wurde, denn da der Verewigte durch seine Liebenswürdigkeit, durch seine edle Herzensgute und durch seine Humanität bei allen Confessionen hochgeachtet und geschätzt war, so blieb auch nicht ein Kind von dem Leichenzuge ferne. Auch von der Festung, der Oberstadt und Neustadt betheiligten sich die Honoratioren und die angesehensten Bürger an dieser Trauerfeier, wodurch ein unabsehbarer Leichenzug entstand, um dem Dahingeschiedeneu die „letzte Ehre" zu erweisen. Der nun in Gott Ruhende hat auch diese allseitige Werthschätzung verdient, denn er war ein auhew es habrijoth im strengsten Sinne des Wortes. Sein großes, edles Herz schloß die ganze Welt m Liebe ein. Er war Beschützer. Berather und Helfer den Nothlek'oenden, den Bedrängten, den Wkttwen und Waisen, und so ist demnach sein Hinscheiden von aller Welt hier betrauert und beweint. *> (?c|äie^t Utbei in ben seltensten Fällen.

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