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Der Israelit · 1884-04-23 · Heft 32-33 (23.4.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 32-33 (23.4.1884)
Date
1884-04-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV. Jahrgang. Erste Beilage zu Nr. 32 & 33 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. cmr» couBcn :"nan 2in 1122 Ii2n ,rmiJD 'v leo ”£?d no"ny2 pDxr’j iod^ ny^s* tV'id oVzn rraDjr© i'S2 iddi ,cz'pj2n nisatpo : p"sv V'oin Der Verfasser des vorliegenden posthumen Werkes hat sich durch seine bereits erschienenen Werke einen guten Namen in der halachischen Literatur erworben, sein Werk uyns« inp enthält eine methodische Darlegung verschiedener Themata, in übersichtlicher Ordnung und -in gemeinverständlicher, fließender Sprache. Dieses Werk hat vor Jahren sein Sohn, der jetzige Rabbiner in Olista, berausgegeben. Bei seinen Lebzeiten hat der Verfasser einen Band hebräischer Gedichte unter dem Namen g'J'js.i rosaipd erscheinen lassen. Das vorliegende Werk, welches ein anderer Sohn des verewigten Verfassers herausgegeben hat, gehört weder zur halachischen noch zur agadischen Literatur. Wir müßten einen neuen Namen erfinden, wenn wir bezeichnen wollten, zu welcher Literaturgattung es gehört, da es sich in keiner der bekannten Rubriken unterbringen läßt. Am Besten bezeichnen wir es, wenn wir sagen, daß es Betrachtungen über Zeitverhältnisse und daran geknüpfte Reflexionen enthält, die, wenn auch vor 40 Jahren geschrieben, dennoch nichts von ihrer Aktualität und Frische verloren haben, und in jüdischen gelehrten Kreisen noch heute mit Nutzen gelesen werden können. Das Werk zerfällt in vier Abschnitte, deren jeder ein anderes Thema behandelt. Der erste onp nn enthält eine kurze Charakteristik der £>"3/210.11*1 mit einem geschichtlichen Abriß in gedrängter Kürze. Der zweite Abschnitt cn-.i nn enthält Betrachtungen über die Jetztzeit, deren Vorzüge, und Fehler. Der dritte 03/1 nn, der bedeutendste von alleri, bespricht das Wesen der jüdischen Predigt oder bester der Derascha, behandelt mit vielem Geschick die agadischen Stellen im Talmud und gibt Andeutungen, wie die auffallenden Stellen erklärt werden sollen. Was der Verfasser beibringt, ist zwar nicht neu, denn er lehnt sich meistens an die Worte des Nambam an, dessen Ansichten häufig in längeren Auszügen wörtlich mitgethcilt werden. Wir glauben jedochdaß mancher von denen, die! das Werk begutachten, Anstand nehmen würde, 5 Diele Stellen zu unterschreiben. — So z. B. was der Verfaffer über v'iv, Astrologie m dgl. schreibt. Indessen scheinen die Herren der Meinung zu sein, weil in dem Werke lveder .ino'd nindi noch m\n t.d\x vorkäme, so bedarf es keiner weiteren Prüfung. Diese Ansicht ist zwar etwas eigenthümlich und könnte zu bedenklichen Konsequenzen führen, in diesem Falle ist aber , die Voraussetzung gerechtfertigt, auf die die Herren sich verlassen haben, nämlich auf den Grundsatz: rjpino wsw 121 soyio I3'rn0 i2n npm Der vierte Abschnitt endlich, '.i nsn' nn, enthält Betrachtungen über den Zusammenhang von 2"2pin und s"y2t£Mn, über den Zweck der Mizwoth, über deren richtige Ausführung und das Lerständniß derselben. Gleichzeitig werden die Angriffe der Neuerer gegen die Thora zurückgewicsen. Die Sprache ist edel und. rein, nur manchmal will sie zu poetisch sein und wird dadurch schwülstig. Eigenthümlich berührt es, wenn der Verf. auf der ersten Seite schreibt: o’pnsn ins' 'jk/ nn »om (?) o'copni. Wenn auch die .Karger den Ursprung ihrer Secte soweit hinauf datiren möchten, um ihr den Glorienschein des Alters zu geben, so ist es doch bekannt und geschichtlich feststehend, daß dieselbe erst im achten Jahrhundert entstanden ist. Interessant ist auch die Aenßcrung, die der Verfasser von seinem Lehrer R. Mosche Sofer r>"s"i mittheilt, welche er vor vielen seiner Schüler betreff des Sohar aethan hat. „Wenn cs möglich wäre" — so lautet diese Aeußerung auf S. 43 d. — „die Erklärungen R. Schimon den Jochai's von den vielen späteren Zusätzen in diesem Buche her^nszunelnnen und allein darznstellen, so würden diese ein kleines Werkchen von wenig Seiten Inhalt ausmacken." Bekanntlich hat R. Jakob Emden ^"s": bereits diese Ansicht geäußert; daß R. Mosche Sofer sich dieselbe ungeeignet, ist neu und überraschend. . Das Werkchen kann allen Freunden einer anregenden Lektüre und allen Liebhabern der hebräischen Sprache bestens empfohlen werden. Dr. H~cli.-E.

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