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Der Israelit · 1884-04-18 · Heft 30-31 (18.4.1884) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 30-31 (18.4.1884)
Date
1884-04-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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525 sonders bei unserer Jugend so selten ist, eine rühmliche Ausnahme war, nämlich n'w P'ILH zntenn iini-n y#i iNeryn Sobn des auch in diesen gcsch. Blättern wegen seiner Wohlthätigkcit und seines edlen Wirkens für die Armen und Nothleidenden d. h. Landes rühmlichst erwähnten Herrn H. Lehmann in Stettin. Die fromme Eltern des leider so früh Dahingeschiedcnen haben auch oas Andenken ihres frommen Sohnes in würdiger und echt jüdischer Weise verewigt und ließen nicht nur das ganze Sterbejahr durch viele würdige Talmide Chachamim einen -vy'-v für sein Seelenheil lernen, sondern bedachten auch viele hiesige fromme Anstalten als Ez Chajim, Talmud Thora, Doresch Zion, (Blumenthal-Schule), Hospital Bickur Cholim mit entsprechenden Legaten und wurden heute in den Synagogen dieser Anstalten die üblichen Gebete und omjrttr abgehalten, außerdem wurde von zehn Talmide Chachamim im Beth Hamidrasch Ohel Jizchok ein iyr» gelernt, bei welcher Gelegenheit Herr Rabbiner Ch. S o n e n f e l d . '"2 eine erhebende nam hielt, und nachdem er hervorgehoben, daß, wiewohl heute schon vi.puv cww :>rr, er es nur, weil der Verstorbene ein tdj p-iy war, heute am Sterbetage deffelben statthaft finde, irow’inn zu sein und anknüpfend an die Midrasch- Stelle i'3'i N«n 'm iqjo “di i? nMp entrollte er ein Lebensbild des Verewigten, der sich trotz seiner Jugend einen solch imenscn Schatz von Thorakenntniß und d'u lj D’tpyci .nnso angeeignet habe. Möge der Allmächtige die frommen Eltern vor weitern Unfällen behüten und möge es ihnen gegönnt sein, ihre l. Kinder muin oia d^tjd d’jtdjd rirri'.i, zu erziehen. Fenilleto ». Iur standhaft! XXXVIll. Frau Budweis trat mit ihrer Enkelin in das hell erleuchtete Sabbatszinnner und stellte dieselbe ihren Hausgenossen vor. Herr Kalmus sprach den Sabbatsegen und brach, nachdem sich alle Tischgenoffen die Hände gewaschen, das Sabbatbrod. Dann wurden die Fische aufgetragen, saure Karpfen, die unsre böhmischen Glaubensgenoffen so überaus wohlschmeckend zu bereiten verstehen. Bernhardine ließ ihren . Blick über die Tafel schweifen. Noch niemals hatte sie in solcher Gesellschaft gespeist, eine Gesellschaft, die zum größten Thcil aus Knechten und Mägden bestand. Auch zwei Fremde waren anwesend, wandernde Bettler, die im Hause der Frau Budweis für den Sabbat gastlich Aufnahme gefunden hatten. Die junge Dame glaubte in längstentschwundene Zeiten zurückversetzt zu sein, und ihre Großmutter erschien ihr wie eine Patriarchin aus dem Orient, oder wie eine Schloßfrau aus dem Mittelalter. Ucbrigens schmeckte cs ihr ganz köstlich; sie hatte auf der Flucht weder Zeit noch Lust gehabt, viel zu genießen, und das Gefühl der Sicherheit, das sie nunmehr empfand, ließ sie mit Behagen an den Freuden des Mahles Theil nehmen. Die Speisen. schmeckten sehr gut, weniger der böhmische Landwcin, den Frau Budweis auf ihrem eigenen Gute producirte. Als die Fische verzehrt waren, wurde nicht allein das gebrauchte Tafelgeschirr abgetragen; auch die Messer und Gabeln wurden gewechselt. Mit Befriedigung sah Beruhardiue, daß'Alles nicht allein einen soliden Neichthum, sondern auch eine gewisse, wenn auch etwas altmodische Eleganz bekundete. Die Schüsseln, Gabeln und die Stile der Messer waren von Silber, die Teller von echtem Meißener Porzellan. Nun wurde eine große mächtige Suppenschüssel aufgetragen, und Kathi, die Beschließerin, theilte ans. Es war eine gute, kräftige Hühnersuppe mit schmackhaften Knödeln, wie sie in Böhmen so beliebt sind. Dann kamen die Hühner, die Kathi mit großem Geschicke zerlegte. Frau Budweis aß nur wenig; aber mit großem Vergnügen beobachtete sie, wie es ihrer Enkeltochter so gut schmeckte. Als auch die Hühner verzehrt waren, sagte Frau Budweis: „Kathi, lasse die Zuspeise noch ein wenig draußen! Herr Kalmus wird wohl die Güte haben, uns das Mahl durch einige Diwre Thauro zu würzen." . Herr Kalmus erhob sich. „„Gnädige Frau,"" sagte er, „„ich bin nicht vorbereitet, vor einem so vornehmen Gast, wie das gnädige Fräulein, zu sprechen. Das gnädige Fräulein ist gewiß gewohnt, die vorzüglichsten Kanzelredner zu hören, und ich Kn mir ein einfacher Landmann."" „Reden Sie nur, mein lieber Herr Kalmus," sagte Bernhardine mit einem gewinnenden Lächeln. „Ich bin nicht hierhergekommen, um die Gewohnheiten des Hauses zu stören." „„So will ich denn,"" antwortete Kalmus, „„mein Bestes zu thun versuchen. Wir lesen in dem morgigen Wochenabschnitte. Wajero, daß unsre Mutter Sarah unfern Vater Abraham veranlaßt hat, die Hagar und ihren Sohn Jischmael fortzuschickcn. Jüdische und nichtjüdische Gelehrte und Schriftsteller haben davon Anlaß genommen, das Andenken unsrer Mutter Sarah zu schmähen und sie als habsüchtiges Weib darzustellen, nur darauf bedacht, ihrem Sohne Jizchak das ganze Erbe zu erhalten und den armen

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