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Der Israelit · 1884-04-18 · Heft 30-31 (18.4.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 30-31 (18.4.1884)
Date
1884-04-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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523 wir der Leschwerdeschrift des Herrn Kaul entnommen haben, außer jeden Zweifel zu setzen. Die Beleidigten werden nunmehr die Hilfe des Gerichts in Anspruch nehmen. Frarrkfurt a. M. Dem Jahresbericht über die unter der Leitung des Herrn Rabbiner Dr. Horovitz stehende Religionsschule entnehmen wir, daß dieselbe im verflossenen Schuljahre von 131 Schülern und 103 Schülerinnen, im Ganzen also von 240 Kindern besucht wurde. Zum ersten Male wurde in diesem Jahre in einer Klaffe auch Gemara unterrichtet, so daß nunmehr der hebräische Unterricht von der untersten bis zur obersten Stufe an der Schule systematisch ertheilt wird. Der Einladungsschrift ist eine wissenschaftliche Arbeit des Direktors beigcgeben „Frankfurter Rabbinen" 3. Theil. Kaiserslautern, 12. April. In Weitersweiler feuerte gestern Nachmittag während des israelitischen Gottesdienstes ein Geisteskranker, Namens Blum, mehrere Nevolverschüsse ab, wodurch drei Anwesende schwer verwundet wurden- Straßburg, 5. April. Samstag Bormittag wurde der neue isr. Betsaal (Schuhmachergaffe) feierlich eingeweiht. Reich mit Blumen und Guirlanden war der schöne Helle Saal geschmückt und mußte bei allen Anwesenden das Gefühl der Andacht erwecken. Herr Dr. Staripolsky hielt die Einweihungsrede und schilderte mit beredten Worten die Bedeutung dieser heiligen Stätte. Von Herzen kamen seine gediegenen tiefdurchdachten Worte und zu Herzen drangen sie auch. Wie man vernimmt, will Herr Dr. Staripolsky seine Stelle als Prediger nicderlcgen, was gewiß von Allen, die ihn kennen, seinen Zündenden Worten schon gelauscht, lebhaft bedauert werden würde. Mit diesem Feste war gleichzeitig noch ein anderes verbunden. Die betreffenden Mitglieder ließen bei Herrn Schwab hier eine Thorarolle schreiben und diese Thorarolle wurde feierlich eingeweiht und in das Allerheiligste gestellt. Schon Abends vorher begann diese Feier. Auf hohem, mit schönen Sinnsprüchen gezierten Gestelle, prangte diese Thorarolle, geschmückt mit goldgesticktem Sammtgewande. Obige Sinnsprüche waren herrlich illuminirt, ebenso zwei Tafeln, auf denen die Namen der Spender mit hebräischen Buchstaben verzeichnet waren. Knaben mit Fahnen und Mädchen mit Kränzen gingen voran, es war ein herrlicher Anblick und ein echtes Thorafest. Mit dieser neuen und den ältern Thorarollen wurde im neuen Betsaal ein Umzug um den Altar gehalten und man wurde mit den sich Freuenden auch freudig gestimmt. Viele hatten sich eingefunden, um dies Doppeljubelfest anzusehen. Da jedoch der Raum sehr beschränkt war, so konnten nur die Geladenen und mit Karten Versehenen sich direkt am Feste bcrheiligen. Möge nun dieser Betsaal mit seinen Thorarollcu auf lange Zeit bestehen und mögen die darin gehaltenen Gebete bei unfern Aller Vater da oben stets Erhörung finden. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Wien. Der Bürgermeister hat an Herrn IM Deutsch, Direktor des israelitischen Taubstummen- Institutes, folgende Zuschrift gerichtet: „Euer Wohlgeborcn! Der Gemeindcrath hat in seiner Plenarsitzung am 21. d. M. den. einstimmigen Beschluß gefaßt, Euer Wohlgcboren in Anerkennung Ihrer hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete des Taubstummcn-Unterrichtes und aus Anlaß der Vollendung Ihres vierzigsten Dienstjahres als Direktor des allgemeinen österreichisch-ungarischen Taubstummcn- Jnstitutcs das Bürgerrecht der Stadt Wien taxfrei zu verleihen. Es gereicht mir zum besonderen Vergnügen, Euer Wohlgeboren von diesem Beschlnffe in Kenntyiß zu setzen. Indem ich Euer Wohlgeboren einlade, sich zur Ablegung des Bürgereides Montag den 31. d. M. in meinem Präsidial-Bureau einzufinden, behalte ich mir vor. Euer Wohlgeboren das Bürgcrrechtsdiplom seinerzeit zu übergeben. Genehmigen u. s. w. Eduard Uhl, Bürgermeister. Wien, am 26. März 1884. Pefih, 8. April. In der Affaire von Tisza- Eszlar wird die Staatsanwaltschaft auf Grund jenes Passus im Urtheile der Curie, in welchem es heißt, daß die Flößer von Organen der Untersuchung durch Mißhandlungen und Vexationen zu einem Geständnisse gezwungen wurden, sobald die Acten zum Nyiregyhazaer Gerichtshöfe gelangt sein werden, beim Justizministerium um Delegirung eines Untersuchungsgerichtes zu dem Zwecke ansuchen, um gegen jene Organe des Nyiregyhazacr Untersuchungsgerichtes, welchen ein Verschulden in dieser Richtung zur Last fällt, die Einleitung des Strafverfahrens wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt zu beantragen., Radautz, (Bukowina), 8. April. Aus. der jüngsten Nummer Ihres gesch. Blattes habe ich die jeden Jehudi tief bedrübende Nachricht entnommen, daß durch die nicht genug zu verdammenden Machinationen der Neologcn die Talmudschnle zu Klausenburg und Daös in Siebenbürgen aufgelöst wurden. Hoffentlich werden die nunmehr von der Lebensquelle der mm ohne ihr Verschulden verscheuchten Talmudjünger nicht die trüben Wasser derNcologie aufsuchen müssen, um dort mit den nn nbc nnu ihren Wissensdurst m stillen, es werden vielmehr die verdienten

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