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Der Israelit · 1884-04-03 · Heft 27 (3.4.1884) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 27 (3.4.1884)
Date
1884-04-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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478 gewünscht, daß Du zur Taufe Dich vorbereiten, lassest. ' Allein Du bist ein ungehorsames Kind." .Bernhardine schwieg. „Du hast meine Frau." fuhr der Baron zu , reden fort, „tödtlich beleidigt. Es gibt nur ein - Mittel, das wieder gut zu machen. Sie wird Dir j nur dann verzeihen wollen, wenn Du ihrem Bruder! Deine Hand reichst." j „ „Ich werde unter dieser Bedingung die Veri zeihung der Frau Baronin von Löwenheim nicht zu , erlangen suchen."" - „Dann wird mein Zorn Dich treffen. Agathe j hat mir die Alternative, gestellt: Entweder Du? oder sie." „„Und Du wählst natürlich sie."" j „Du hast es gesagt. Tu wirst mein Haus! verlassen müssen und in irgend einer dienenden Stelle \ Dein Brod erwerben. Auch auf" Tein mütterliches j Vermögen hast Du keinen Anspruch, bis Du majo- ' renn geworden. Darüber vergehen noch sieben Jahre.! In diesen sieben Jahren magst Du die Folgen Deiner unverantwortlichen Handlungsweise tragen." Bernhardine brach in Thränen aus. ,,„O. mein Mütterchen,"" rief sie schluchzend. „„Du hast es mir vorausgesagt , und ich habe mich an Dir versündigt." " i Auch der Baron wurde weich. \ „Bernhardine," fugte er, „sei vernünftig! Werde ' Bruno's Braut, und Alles wird noch gut!" ' Bernhardine warf sich weinend an die Brust i ihres Vaters. '! „„Mein geliebter Vater," "rief sie, „„verlange nicht i das Unmögliche von mir! Ich kann, ich kann mit Wolken- - berg nicht glücklich werden.— Er ist der Bruder! seiner Schwester!"" i Der Baron stieß sie von sich. - „Schon wieder wagst Du es, mich gegen meine! Frau einnehmen zu wollen! Vorbei ist jetzt Milde! und Schonung. Höre mein letztes Wort: Am Ver-! mählungstag der Prinzessin wird Deine Verlobung , mit Bruno von Wolkenberg öffentlich proclamirt.; Ich werde sehen, ob Du es wagen wirst, einen öffentlichen Scandal herauszubeschwören!" Bei diesen Worten entfernte er sich, Bernhardine allein mit ihren Thränen zurücklassend. Frau von Löwenheim war mit dem Plane ihres Gatten, ein kalt accompli herbeizuführen, einverstanden. Bruno jedoch widersprach. „Welch traurige. Figur würde ich machen," i sagte er, „wenn Bernhardine sich öffentlich weigern! würde, meine Braut zu werden! Nein, das geht! nicht! Ihr müßt überhaupt das arme Kind nicht so quälen; ich werde schon allein mit ihr fertig werden!" Der Bermähtungstag der Prinzessin Aurelia brach an und wurde von dem ganzen Lande festlich begangen. Nur die intimste Freundin der Prinzessin konnte an all den Festlichkeiten keinen Antheil nehmen. Sie lvar krank und mußte das Bett hüten. Erst am andern Morgen kehrten Herr von Löwenheim, dessen Gemahlin und deren Brüder von dem Hofballe zurück. Da vernahmen sie zu ihrem Erstaunen, daß Bernhardine das Bett verlassen, ihre Sachen gepackt, itadj dem Bahnhofe gefahren und mit dem Schnellzuge nach Berlin abgereist sei. Herr von Löwenhcim und sein Schwager benutzten beu nächsten Zug, um der Flüchtigen nachureilen. Es gelang ihnen nicht, ihre Spur zu entdecken. Um alles Aufsehen zu vermeiden, wurde in D. die 'Nachricht verbreitet, daß Fräulein von Löwenheim der Prinzessin Aurelie nach deren neuen Heimath gefolgt , sei, um ihr als Hofdame zu dienen. (Fortsetzung folgt.) Räthsel. Mich haßt der Mensch, wenn er den Menschen haßt. Ich bin die Nah', nur. ich die süße Rast, Mich flehest Du in jeder Noth und Pein. Dir wird nicht fürder, bin ich Dir geworden. Mit mir weih'st Du den frohen Rasttag ein. Wohl bin ich groß, erschein' ich auch nur klein. Das reinste Glück, Du nennst mit mir es Dein.. Bin ich in Dir, dann preise Dir Dein Loos. Die Weisen nannten mich der Güter Krone, Und jedes Schöne quillt aus meinem Schoos. Jon. Lehmann» Auslosung erfolgt in Nr. 20. Die Namen der richtig Lösenden werden, wenn uns solche bis längstens Montag Vormittag den 2 l. April zugegangen, in gleicher Nummer veröffentlicht. Auflösung des Näthsels in Nr. 2t>: JDH ,|D (Manna, Hauran.) Tie richtigen Lösungen siehe zweite Beilage, Seite 488. IgUr Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erschemt in der nächsten Nummer. Hierzu zwei Weilageu. VerontwvrMche Redaction: Dr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition der .JSraelit* große Bleiche 45» I. ©ott»leben’4 Buchdruckern (Maüizer Anzeigers

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