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Der Israelit · 1884-04-03 · Heft 27 (3.4.1884) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 27 (3.4.1884)
Date
1884-04-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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477 Dem Satz nneira öoid -ns* oßja?» entsprechend, theile ich Ihnen noch ein Anderes freudiges Ereigniß mit: Unser allbeliebter Nabbinatsaffefsor ’"j;ron #no «pnn feierte heute sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum als Klausrabbiuner hier. Da der Erwähnte ein abgesagter Feind alles äußerlichen Schaugepränges ist, so wollte er diesen Tag stillschweigend übergehen. Trotzdem wurde er am Morgen beim Lernen rrsrci ins von seinem Amtscollegen Herrn Klausrabb. E. Munk durch eine auf diesen Tag bezügliche Anrede überrascht. Die Nachricht, die schnell stadtbekannt wurde, rief eine Anzahl seiner Freunde und Verehrer herbei, die ihren Glückwunsch darbrachten. O'Q' r\'OV\ insCX'1 mpirP OV.1 tra-in rarvs* ysna ro» ’py. W. Asie n. Vom fernen Osten wird berichtet: In Manchooria wohnen, viele Juden, denen gleich den Russen im Lande zu reisen erlaubt ist unddie die Vermittler zwischen den Chinesen und Nupen bilden. Der Reisende Jakob Obermaier, Lehrer des Bruders des regierenden Schah's in Persien, gegenwärtig in Kasivin wohnend, erzählt, daß vor etwa 30 Jahren an 1000 Juden in Meshed aus Zwang zur muhamedanischen Religion übergingen. Man hatte sie beschuldigt, daß sie das Andenken des heiligen Hussein entehrt hätten, worauf Todesstrafe gesetzt ist. Viele derselben sollen noch heute im Geheimen die jüdische Vorschriften beobachten, mischen sich aber nicht mit den übrigen Juden und haben in der Volkssprache den Namen „G'did al Islam" erhalten. (Zew.Chr.) Feuilleton. Kur standhaft! xxxvi. Als Bernhardine das Boudoir ihrer Stiefmutter verlassen hatte, zog diese die Schelle und befahl dem herbeieilenden Kammermädchen den Baron zu rufen. Dieser fand seine schöne Frau in Thräncn. „Löwenheim," rief sie ihm entgegen, „ich kann nicht länger in Deinem Hause bleiben. Deine Tochter hat mich tödtlich beleidigt. Sie hat mir vorgeworfen, daß ich in einem dienenden Verhältnisse stand, aus dem Du mich emporgehoben habest! Sie hat das Andenken meines Vaters geschmäht! O, hätte ich mich nicht überreden lassen. Dir meine Hand zu reichen! Aber, unsere Ehe kann wieder gelöst werden. Noch heute reise ich nach Berlin. Frau von Lebkowitz wird mich wohl wieder aufnehmen." „„Agathe,"" bat der Baron flehentlich, „„ich bitte Dich-, sprich nicht so! Du weißt ja, daß ich Dich über Alles liebe! Das Leben hat keinen Reiz mehr für mich, wenn Du mich verlassen würdest! Ich will ja Alles tlmn, was Du wünschest!"" Er ergriff ihre Hand, um sie an die Lippen zu führen. Agathe entzog ihm die Hand. „Ich erkläre Dir nochmals," sagte sie, „daß ich mit Deiner Tochter nicht länger zusammen sein kann. Eine von uns muß dieses Haus verlassen. Sage ihr, sie müsse sich sofort mit Bruno verloben; oder Du würdest sie nicht mehr als Tochter anerkennen und sie verstoßen." „„Ich will gern Alles-thun, was Du. befiehlst; allein, ich glaube nicht, daß das der richtige Weg .sein würde, um zu unserm Ziele zu gelangen. Wie ich Bernhardine kenne, würde sie eher alles Andere erdulden, ehe sie sich zwingen liege.. Ich will ihr eine Strafpredigt halten und ihr befehlen, daß sie Dich um Verzeihung bitte. Und Du fei gut und vergib ihr!"" „Nein! ich will überhaupt nichts mehr von ihr wissen. Wenn wir Männer wären, so würde ich sie fordern, und die mir angethanene Schmach müßte mit Blut abgewaschen werden. Da ich aber nur ein schwaches Weib bin, so muß ich auf eine solche Rache verzichten. Aber verzeihend Eine Wolkenberg verzeiht derartige Dinge nicht." Aufs Neue begann sie zu weinen. Vergebens bemühte sich ihr Gatte, sie zu beruhigen. Auch er haßte jetzt seine Tochter, die ihm den ehelichen Frieden störte. Er verschwor sich hoch und theucr, das einfältige Mädchen zu zwingen, seinen Befehlen nachzukommen. Er begab sich zu Bernhardine und fand deren Thüre verschlossen. „Oeffne," rief er barsch, „ich habe mit Dir zu reden." Bernhardine öffnete. „Ungerathenes Kind," rief der Baron, als er in Bernhardinens Zimmer trat, „wie kanust Du Dich unterfangen, meine Gemahlin, Deine Mutter, zu beleidigend" „„Papa,"" sagte Bernhardine, „„sie hat mich zuerst beleidigt, hat mich Judenbrut geschimpft und behauptet, daß Deine und meine Voreltern mit alten Kleidern gehandelt haben."" „Willst Du auch mich gegen meine Frau aufhetzeu? Ich lasse mich nicht verhetzen. Agathe ist mir lieber als mein Leben. Sie hat Dir vorgeworfen, sagst Du, daß Du Jüdin seiest d Das ge- . schieht Dir ganz recht. Warum folgst Du nicht! meinem Beispiele und brichst mit der Vergangenheit r Lasse Dich taufen, und Du wirst einen solchen Vorwurf künftighin belächeln. Ich habe schon lange

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