Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1884)
- Date
- 1884-03-31
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. Erste Beilage zu Nr. 26 des Israelit. Leitende Artikel. Warum wird der Amora Schmuek Arjoch genannt? Bon I. Bondi -Lehren. (Fortsetzung.) Greifen wir zu der am meisten vertretenen Ableitung des twow von hx »mW, so kann über das Wort vrr natürlich kein ZweifK herrschen, doch hat verschiedene Nuancen. Es bedeutet, soweit diese hier in Betracht kommen, nächst hören — hören auf einen, gehorchen, gehorsam sein, so!?ip? ryav »2 (Ber. 3, 17.), iyoar tAi (Jes. 42 , 24). In der Gemara endlich heißt gradzu der' Diener, d. i. der auf einen anderen Hörende, der Gehorsame. Auch das deutsche Gehorchen, gehorsam sein, ist ein Abkömmling von hören, wie ebenso gehören und der Hörige. Denselben Bedeutungsvcrlauf zeigt z-vV in anderen semitischen Sprachen, da z. B. im Arabischen und Assyrischen samiun, samiun, seliimu der Gehorsame heißt. Das lateinische cliens der Hörige kommt vom. griech. klüein hören und von Sanskr. s’ru höre.1 leitet sich ein s'us'iusu zu Jemandes Dienst bereit sein ab. Last 110t least greisen wir zur egyptischen Sprache, die jetzt als eine ursprünglich semitische erkannt ist (vgl. Benfey, über das Berhältniß der egypt. Sprache zum semit. Sprachstamm, Wiedcmanns Geschichte Egyptens u. a. 111.), um von ihr weitere Beispiele zu holen, von ihr aus unsere Untersuchung in ein neues Stadium zu führen. Das egypt. setem bedeutet hören, gehorchen? der Diener. Doch hat uns diese Sprache in ihrem ältesten Wortschätze ein sem hören bewahrt, dessen verstärkte Form obiges setem ist. Wenn nun schon die Analogie der vorhergehenden Betrachtung uns gradezu die Bermuthung aufdrängt, daß auch dieses sem seinen Werth „gehorchen" rc. haben müffe, so wird das zur Gewißheit durch die sicher auf diese Wurzel zurückgehenden: semtet die Hörigen, scliem der Gottesdiener, sem der Oberpriester, welches letztere ebenso nichts anderes ist als „Diener" und zwar specieü „der Gottheit." Also sem wurde im Laufe der Zeit durch setem ersetzt und blieb nur im Schwange für den Begriff einiger fest au es geknüpfter Substantive. Schon lange hat man die Verwandtschaft des hebr. yvw und des egypt. sem erkannt (vgl. Benfey, f. 0. S. 285, Ebers Egypten und die Bücher Moses S. 344 u a. m.). Doch gehen wir einen Schritt weiter, als es bisher geschehen und setzen, was bei der innigen Gemeinschaft des Hebräischen und Egyptischen durchaus gestattet ist, dem wurzelhaften eg. sem ein wurzelhaftes hebr. cv gleich, welches letztere sich dann ebenso zu ynv luie crftcrcs zu setem entwickelt hat. Von diesem or, dem unserer bisherigen Erfahrung gemäß die ganze Scala der Bedeutungen von hören bis Diener zu eigen sein muß, hat in der That das Hebräische Ueberreste aufzuweisen: in dem Worte q#"ber Name, und □#. der Sohn Noahs. Hierzu tritt das aramäische das. nebenbei bemerkt auch im Koptischen conservirt ist. . Die Etymologie dieses Wortes wie des 2$ Name von der Wurzel 2# hören, resp. dienen, ergibt sich von selbst, bestätigt diese somit. Der „Name" ist das Mittel zwischen dem Rufenden und dem Hörenden; so heißt im Hebr. diip rufen und nennen, talm. n**ä dasselbe. Während aber der Deutsche z. B. sagt: der Mann hat einen großen Nus, schlägt der Hebräer den umgekehrten Weg ein und spricht z. B. rN (1. Melach. 10. I.), $22 -p;n Ü-OK') nunon (Esther 9, 4.f, (vgl. ovn Ber. 6. 4.); er stellt sich also auf den Standpunkt des Hörenden und nennt den Ruf das Gehörte. Gleicherweise heißt UW nichts anderes als „das Gehörte," objectiv genommen, „das worauf einer hört," d. i. der Name. — ü/tiyj, dessen Pael bpöiy ist, ist eine Reduplikation des Wurzelwortcs crr' in der Bedeutung dienen, und es hat, wie schon erwähnt, auch das Koptische diesen .im Egyptischen häufigen Vorgang. Gerade dieses als zwiefache Verstärkung des ursprünglichen Stammes, ist ein kräftiger Beweis für die frühzeitige Erstarrung und Abdörrung des 0$. Wenden wir uns nun zu 2K, dem Sohne Noha's, bisher durch „Name" übertragen. Er bedeutet unseren Ergebnissen nach:. „Gottesdiener," genau wie das cg. sein und schein. Ein neuer und tiefer Sinn verbreitet sich hiermit durch die Verse Bercsch. 9, 25—27. Worauf schon