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Der Israelit · 1884-03-31 · Heft 26 (31.3.1884) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 26 (31.3.1884)
Date
1884-03-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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(Nachmittag.) „Dankbaren Herzens blicken wir zu Dir empor, unser Herr, für all das Gute, dessen Du uns theilbaftig werden ließest. Herr, gestatte, daß dieser Unterricht, den wir heute genossen, nns fortschreiten helfe. Dir aber zum Ruhme gereiche. Amen." Fran freich. Paris. Monatsbericht (Januar) der „All. Jsr. Univ." (Die russischen Eolonren in Amerika.) Das Werk der rnssicheu Colonisation in Amerika ist ein so bedcntentes Unternehmen, daß es verdient mit ganz besonderer Sorgfaltverfolgt zu werden. Die landwirthschaftlichen Niederlassungen geben fortgesetzt gute Resultate. Die Kolonisten haben gegenwärtig -eine vollständigere landwirihschaftliche Ausbildung, sie kennen besser den Boden, welchen sie bearbeiten, ertragen besser das Klima und fangen an die nöthigenSubsistenzmittel durch ihreArbeit zu gewinnen. Ein Beweis für diesen befriedigenden Zustand der Auswanderer ist, daß der größte Theil der russischen Kinder, welche int Jahre 1882 durch die Sorgfalt der Alliance in Wien und Jaffa uutergebracht worden sind, von ihren Eltern zurückverlangt wurden,, welches Anliegen durch Zeugnisse des Board zu New-Iork unterstützt wurde, indeut derselbe constaiirte, daß die Leute die Mittel besäßen ihre Kinder zu' erziehen. Die Colouisten von Dacota und Oregon sind fast alle Besitzer des Bodens, welchen sie bearbeiten. Einige vou ihnen haben sogar schon Ersparnisse von 100 bis 300 Dollar gemacht. Das gute Gelingen dieser Colouisten hat den Board ermnthigt, in dieser Gegend eine neue Eolonie zu errichten. Zum nächsten Frühjahre werden 15 Familien nach Dacota geschickt, wo man ihnen 80 bis 160 Morgen Land überlassen wird. Diese neue Riederlassttng wird den Namen Montefiore tragen. Die in Alliance t'.iedergelaffenen Auswanderer legen ihre Dankbarkeit für die ihnen gebrachten Opfer durch einen Fleiß, eine Ausdauer und eine Sparsamkeit an den Tag, die jedes Lob verdient. Es ist ihnen noch nicht gelungen von ihrer Arbeit allein ihre meist sehr zahlreichen Familien zu ernähren, aber der Board und alle diejenigen, welche diese Eolonie besucht haben, setzen volles Vertrauen in ihre Zukunft und sind überzeugt, daß binnen Kurzeut die Colouisten von Alliance sich selbständig erhalten werden. Da der Board sich bei km Central-Comite um eine neue Subvention zur Erhaltung dieser Eolonie beworben, hat dasselbe 25,000 Frcs. zn diesem Zwecke bewilligt. Die andern amerikanischen Colomen bedürfen gleichfalls der Hülfe und niait kann nicht beanspruchen, daß sie sich jetzt schon vollständig erhalten sollen; aber der Board hofft, die für diesen Zweck erforderlichen Fonds zusammenznbringen. Smyrita. Am 11. Januar verstarb in Smyrna, Mgr.Meletios, der griechische Erzbischof. Die Trauer- Feterlichkeiten waren in gattz ungewohnter Weise pomphaft. Dieser ehrwürdige Geistliche hatte sich von jeher den Israeliten wohlwollend gezeigt und zur Zeit des Aufstandes gegen die Inden int Jahre 1872, hatte er sich mit Gefahr seines Lebens bemüht, die Aufrührerischen zu besänftigen. Noch vor einigen Monaten hatte er die Schulen der Alliance besucht und beinahe zwei Stunden damit Angebracht, die Schüler zu prüfen, die Lehrer zu ermuthigen; sein Besuch hatte den rührendsten Eindruck gemacht. Das israelitische Consistorinm Smyrna» und das Local- EomitL der Alliance haben Werth daraus gelegt, sich in ganz besonders hervorragender Weise beider Trauer- Feierlichke.it der griechischen Gemeinde zu betheiligen. Der Oberrabbiner tm Ornat, die Mitglieder des Consistoriums und das Local-Comittz, ein Theil der Schüler und die Professoren der Schule der Alliance sittd km Leichenconduct gefolgt, tvelchem zweisisraelitische Kinder vorangittgen, dte zwei Kränze trugen, den Eilten im Namen des Local-ComiLS der Alliance, den Altderen Namens der Israeliten Smyrnas. Herr Pariente, Director der Schule, hatte den Auftrag, im Namen aller Israeliten der Stadt, dem Schmerz Ausdruck zu geben, welcher sie Alle bei dem Ableben des Mgr. Mletios erfüllt. N u ß l a n d. Nach einer Mittheilnng der „Polit. E.* ist die Polizei von Petersburg angewiesen, ausländischen Juden, welche Reisepässe, jedoch keine Aufenthaltsbewilligiulg seitens der russischen Behörde besitzen, den Aufenthalt in Petersburg nicht ztt geftattem Feuilleton. Ms dem Leben eines orkijodsren Rabbiners. Skizze von Dr. Sta. . . (Fortsetzung.) „Ah, er ist es! — Es ist mein Bruder!" — rief ich laut und die Spannung meiner Seele löste sich. Schon wollte ich zu ihm eilen und ihn in meine Anne schließen, als ich wie gespannt stehen blieb ltnd weiter horchte. „Stein hieß der Rabbiner? — Soll es nicht gar mein Max, mein Brn...? Nein, er kann es nicht sein! — Seine Rede war nicht übel, überfeine Anregung läßt sich schöner sprechen als aussühren.

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