Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 25 (27.3.1884)
- Date
- 1884-03-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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436 Chamischo Ossor wurde nämlich die hnstsn snan mW organisirt, deren Zweck es ist, daß einer der Mitglieder, (die selbstverständlich ohne Ausnahme Bachurim sind.) allsabbatlich einen Vortrag •tuw 'nyav hält. Die Vorträge begannen bereits vergangenen rvrx-o rap; die Wahl der v'mz, sowie das Ausarbeiten der nupn ging aber erst am obcnbenannten Tage von statten. Der große Nutzen, welcher durch diesen Verein erwächst, liegt klar zu Tage. Der Vortrag von 'nnysv, der natürlich selten ohne vor sich geht, trägt sehr viel zur Schärfung des Geistes und des Denkvermögens bei; hauptsächlich regt er aber zur gründlichen Forschung p".Tro an; durch das Vorträgen von rrux nai wird das Rednertalent der Mitglieder entwickelt. Nunmehr existiren n"a in unserer Jefchiba zwei Vereine obiger Thätkgkeit: der obenbenannte und die nahezu zwei Jahre bestehende onucn n-on. H o l l a n d. Amsterdam. Der Utrechter Correspondent schreibt in der Wochenschrift „de Amsterdamer", vom 2. März u. a. folgendes: Es scheint, daß jetzt die Furcht vor Bleivergiftung bald verschwunden sein wird. Und dies verdanken wir unserem verdienstvollen Mitbürger Herrn A. D. Hamburger. Dieser Mann (ich habe einmal gehört, daß er noch immer wie eine Reliquie das Näpfchen bewahrt, womit er in seiner Zugend. den kleinsten Kleinhandel, den man sich nur denken kann, getrieben hat,) ist eins von den in unserer Zeit stets seltener werdenden Beispiele, wie man, durch Fleiß und Ausdauer,' auch bei Mangel an Erziehung, von einer geringen Stufe der menschlichen Gesellschaft es zu einer bedeutenden Stellung bringen kann. Wie gesagt, er war früher nur ein Kleinhändler, aber allmählich aufsteigend ist er jetzt einer der bedeutendsten Fabrikanten in unserem Lande. Seinem Unternehmungsgeiste verdanken wir es, daß in Utrecht das einzige Niederländische Blei- und Zink-Walzwerk blüht und fortwährend sich mehr vergrößert. Kein Erstaunen kann es erregen, daß dieser unternehmende Fabrikant keine Anstrengung unversucht ließ, um die Beschwerden, welche sich nicht hier allein, sondern allenthalben bei den Wasserleitungen offenbarte, zu überwinden, und nach zahlreichen mühevollen Versuchen ist ihm dieses, dem Urtheile des Sachverständigen gemäß, endlich gelungen. In die Bleiröhren wurde, indem sie noch in nicht ganz festen Zustande waren, längs der Innenseite eine dünne Schichte Zinn gepreßt, und wie es scheint, blieb durch dieses Verfahren immer etwas Blei mit dem Zinn gemischt. Diesem Uebelstande kommt Herr Hamburger zuvor, indem er eine zinnerne Röhre von 1 Millimeter Wanddecke ganz isolirt in die viel dickeren bleierne Ummäntelung legte, daß sie darin so fest gepreßt ist, daß sie nur durch Entzweischneiden daraus zu entfernen ist..; Durch welchen Prozeß dieses Herrn Hamb, gelungen ist, ist selbstverständlich sein Geheimniß. Die Vortheile dieser Röhren sind offenbar, da das Wasser nie mit dem Blei in Berührung kommen kann, und die Binnenröhren, wie man chemisch untersucht hat, 99 pCt. Zinn enthalten. Der Preis dieser Leitung wird natürlich etwas höher sein, aber Sachverständige behaupten, daß noch nach vielen Jahren diese Röhren bedeutenden Werth besitzen werden. Wir hoffen, daß man diese Erfindung richtig irüfen wird, und daß dadurch Hr. Hamb. Erfolg haben möge von seinem unermüdlichen Streben. Die Fabrik der Herrn Hamb, ist Samstag und Festtage geschloffen, obgleich mehr als 100 Arbeiter darin beschäftigt sind, h R u Bla n d. Aus Warschau wird berichtet, daß dort der bekannte Maler Alexander Leffer vorige Woche gestorben ist und daß sein Leichenbegängniß durch die zahlreiche Betheiligung von Juden und Christen zu einem imposanten sich gestaltete. Deputationen der Maler in Krakau, Bildhauer und Alterthumsforscher in Warschau trugen vor dem Sarge Ehrenkränze und was Warschau an Vertreter der Kunst, und Wissenschaft besitzt, war erschienen, um dem Verewigten das letzte Geleite zu geben. Me. jüdischen.Zeitschriften, welche in Warschau erschienen, rühmen dessen jüdische Glaubenstreue und Anhänglichkeit. Sein letztes Gemälde war eine Darstellung der Juden, welche aus der Hand des Königs Kasimir die Urkunde der ihnen v erliehenen Privilegien übernehmen. Leider hat ihn der eiugetretene Tod an der Vollendung dieses Bildes gehindert. Engl an d. London, 20. März. Im Befinden Sir Moses Montesiore's ist eine bedeutende Besserung eingetreten, welche hoffentlich anhalten wird. London, 23. März. Dem gesterigen feierlichen Gottesdienste in der Central - Synagoge wohnten sämmtliche Mitglieder der Familie v. Rothschild bei. — Herr Rabbiner Dr. Hermann Adler hielt eine sehr eindrucksvolle Predigt, worin er auch u. a. ein Bild über das Leben und segensreiche Wirken der edlen dahingeschiedenen Baronesse entwarf. Die letzten Worte dieser großen Wohlthäterin waren: „Vernachlässigt die Armen nicht". Die Legate der