Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1884-03-27 · Heft 25 (27.3.1884) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 25 (27.3.1884)
Date
1884-03-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2449406-2449432--19868-2509372
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

433 Die vier Stellen sind folgende: 4) Sabb. 53 a: oab rmazw xan aa p’bD *a 1'ns baaa *pnx nenn p» a^" 7"x 'ir-i nana poua bXIVV UO. 2) Kidusch. 39 a: psO -p»ax -«rvrd ab n'b avx via'X «xi »b. 3) Menach. 38b: xb -pax Vx-DeP ab rpb acx 'ja) *)yaax am i) Cholin 76b: aab n'riamc xaa aa p’Vd »a *pax aaaa -pax nojan pi a^" n'b aox '13' n'va» bxivv '32. . . Raschi und Tosafoth suchen aufzuhellen, warum Schmuel Arjoch genannt wird. Arjoch, meint Raschi, ist ein lobendes Prädicat des Schmuel, der auf dem Rechtsgebiete maßgebende Autorität war; denn Arjoch hange entweder zusammen mit xan König (N. zn 1), oder es sei »ax Löwe in *pax versteckt und beim Königsstamm Juda heiße es min» nnx an (Beresch. 49, 9.) (R. zu 3.), oder endlich werde Schmuel Arjoch gerufen im Hinblick auf die Stelle *pnx ao-'-r Arjoch König von Elasar (Beresch. 14, 1.) (R. zu 4.). (Zu 2. bemerkt Raschi nichts^. Hiernach wäre Schmuel von seinen Genosten und Schülern ^nL8i als König der Rechtssphäre bezeichnet worden. Aehnlich lautet die Erklärung der Tosafoth zu 1. Andere deuten Arjoch-Schmuel als ein Wortspiel nach dem oben bereits erwähnten "po -pnx aobx. was in Anwendung auf hier besage: Arjoch ist König, d. h. der Rechtssphäre, nicht aber auf dem Gebiete des Rituals, wo bekanntlich Raw den . Ausschlag gibt (vgl. Bechor. 49 b.) Grätz in seiner „Geschichte der Juden" (Bd. 4. S. 288) versteht (nach Fürst) unter Arjoch den „Arier" als einen „rügenden oder ehrenden" Beinamen Schmuels, da dieser vielfach am persischen (arischen) Hofe des Königs Schabur I. verkehrte. Dies find die gewichtigsten Auslegungen des fraglichen Punktes, die sich noch um eine Anzahl minderwerthiger vermehren ließen; doch genügt ihre Fülle schon zu erweisen, wie schwer es ist, dem wahren Berständniß hier beizukommen. Prüfen wir die vorliegenden Auffassungen, so ist jedenfalls die von Raschi zu 3. (Menach. 38 b.) gegebene die annehmbarste (vgl. auch Levy Talmudlexicon), denn, sie trifft offenbar in einem Theile mit der des Amora Levi daselbst zusammen, der sicherlich bei dem Ausrufe "ijnax 3'n’n Xb m»ax an 'arr Löwe dachte und allerdings in seiner Weise auf Beresch. 49, 9. anspielte, wo aber dem von Raschi citirten n»ax au min» ein njO pa )TO folgt! Bedenken wir dazu, daß die Bezeichnung eines großen Tanaiten sowohl als Amora mit »arr im Talmud gebräuchlich ist (Kidusch. 48 b., Gitin 83 a.), so. kann die Absicht Levi's nicht länger dunkel sein. Hingegen hat sich ein Quell für die Bedeutung des „Arjoch" in seinen Worten keineswegs eröffnet. Vielmehr drängt uns jetzt das oben citirte ax zur Frage, warum wird Schmuel, soll er, wie Raschi meint, als „Löwe" bezeichnet werden, “inx und nicht der Sitte entsprechend einfach »ax genannt? Und eine gleiche oder ähnliche Frage ist es, mit der wir allen oben aufgeführten Erklärungen enrgegentrcten müssen, da sie entweder die Form des Wortes Arjoch vergewaltigen oder ihm, so wie es ist, einen Sinn abzwingen. . Es ist ein eigenes Zusammentreffen, dem wir unbedingt tiefere Bedeutung beizulegen haben, daß wie unseren großen Eommentatoren ein Beiname des ruhmvollen Amora Schmuel viel der Mühe bereitete, ihnen ebenso die biblische Begründung von des Propheten Schmuel Name mannigfache Schwierigkeit darbot. Das ist kein Zufall und wir gehen folgerichtig vor, wenn wir in der Aufhellung der Wortbedeutung von „Schmuel" de:; Zauberstab zu finden hoffen, der uns zwei Näthsel löse. Zunächst ist also unsere Frage: Was bedeutet bxioo? Hierauf antwortet in erster Linie die heilige Schrift: W7*w 'n p »a bxiotcr io» nx xapm (1 Sam. 1,20.). . Stellen wir zuvörderst fest, daß „Schmuel" kein von Ehanna neugeschaffener Name ist, daß sie also nur irgend einen paffenden Sinn in den bereits vorhandenen hineinlegte. Bereits Bamidbar 34, 20. tritt uns ein Schmuel als Rast des Stammes Schimeon entgegen. Diese Thatsache läßt von vornherein die Erklärung des Raschi, Redak und Alrebag zu obigem Vers schwierig erscheinen, daß, wie sie sagen, Ehanna mit dem Namen bxics? babc ansdrücken wollen, ein von Gott Erflehter; eine derartige Zerlegung des Wortes „Schmuel" ist doch wohl sehr fernliegend. In der That bemerkt der Alrebag, dann müsse doch wohl Channa's Sohn richtiger heißen. Unter neueren Grammatikern. nahm Gesenius bxivo als att? Nanre Gottes, was wenig Sinn gibt. Die allgemein verbreiteste Ansicht ist, daß bxivv contrahirt sei aus ‘pn Erhörter Gottes, wobei vnbxtp 'n p '3 als innerlicher Grund gefaßt wird. Doch sträubt sich das logische Denken, das neugeborene Kind unter „der Erhörte Gottes" zu verstehen, da doch vielmehr der Vater oder die Mutter die Erhörten sind; ferner haben Namen ähnlichen Inhalts stets andere Bildung wie bxyos» und n»yL^. Hiermit sind nun eigentlich alle Möglichkeiten den Namen „Schmuel" aus seinen Bcstandtheilen zu deuten erschöpft. Sind aber die Bestandtheile richtig verstanden? (Fortsetzung folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.