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Der Israelit · 1884-03-24 · Heft 24 (24.3.1884) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 24 (24.3.1884)
Date
1884-03-24
Page
– (sequence 23)
Language
German
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91 — Edle Brüder und Schwestern! Es ist auf dem Areal der Armen- und Pilgerwohnungen lioch sehr viel Baum für Wohnungen, wodurch noch viele, viele würdige Familien glücklich gemacht 'werden könnten, wenn uns nur die Mittel dazu zufliessen würden. Gedenket Zion’s und Jerusalem^ ohne Unterlass, wie es Euch namentlich unser hochverehrter Freund, Herr Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim a. d. Haardt, dem das Institut auch in diesem Jahre den bedeutendsten Theil seiner Einnahmen verdankt, stets ins Gedächtniss ruft. TI 12212 12 15 (cfr. Josua 17.17). Der himmlische Vater hat uns fünfundzwanzig Jahre seine besondere Gnade erwiesen. \nzb n 12215N bxvncn 121215 *61 vom 121115 ,12,1 15. Berlin und Ungvär, iin Schewat p"Sb ibtt? Das Centralcomite für den Bau der israelitischen Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem 2"2in. Dr. J. Hildesheiiiier, Babbiner, H. Mannheimer, G. Hirsch, Vorsitzender. ' Bezirksrabbi ner, Kaufmann, Ungvar. Berlin. ....-:-»-i-SH—- — Glaubensgenossen! Nur noch im äussersten Nofchfalle können ■wir uns* entschliessen. Euch zur Milde und Mithülfe aufzurufen, und dieser Fall tritt jedesmal ein, wenn das Pcsach-Fest. mit seinen Anforderungen sich nahet. Dieses Fest, welches für die Glaubensgenossen anderwärts das Fest der Befreiung und der Erlösung ist, bietet uns nur Tage des Kummers und der Sorge. 120 Familien und Einzelpersonen befinden sieh in unserer so armen und herabgekommenen Gemeinde, die den Anforderungen der religiösen Feier gemäss unterstützt werden müssen., Es sind Flüchtlinge aus Bussland, welche die Hoth, die Verfolgung, die Hofinung auf Beförderung nach anderen Ländern .hierhergetrieben haben; es sind Wittwen und Waisen, deren Ernährer entweder hier verstorben sind, oder aber arme Frauen mit* ihren Kindern, die hier verblieben, während die Männer weiter gewandert sind, um ihre Familien später naehzuholen. Wir timen wahrlich, was wir können, um diese Unglücklichen das Jahr über nicht Hungers sterben zu lassen; auch zu diesem Fest wird unter uns immer eine ziemlich bedeutende Summe aufgebracht; allein diese Sammlung reicht kaum hin für einen Tag, geschweige denn für die acht Tage des Festes. Brüder! Im Gefühle der Erlösung, in Anerkennung des göttlichen Segens ruft ihr am Seder- Abende aus: „Jeder Hungrige komme und esse, jeder Durstige komme und feier Pesacli!“ Hier sind Hungrige, hier sind Durstige, die nicht wissen, wo sie zu essen finden und wie sie Pesach feiern sollen. Helfet uns bei der Unterstützung dieser Unglücklichen und wir dürfen Euch heute schon das Wort des Seder-Selilusses entgegenrufen: „Geh', iss dein Brod mit Freuden und trinke deinen Wein mit frohem Herzen, denn längst hat Gott dein Werk gefällig aufgenommen.“ Memel, in der Purim-Woche 5644, 18847 Das ständige Hülfs-Comitee für die Nothstände russischer Israeliten. Babbiner Dr. Rülf. 8. Blocli. N. Margulies. Leiser Lewy. J. M. Schapiro. L. Hillelsolm. Ich hin freudig bereit, Gaben entgegenzunehmen und nach ihrem Bestimmungsorte weiter zu übermitteln. Di\ A. Salvendi.

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