Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1884)
- Date
- 1884-03-24
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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— 90 — aber stets an den immer exorbitanteren Forderungen desselben zerschlugen. Durch eine fast wunderbare Fügung kam der Kauf vor 6 Jahren noch so ziemlich preiswürdig, aber dennoch höher als. derzeit das ganze übrige Grundstück erworben war, zu Stande, und wurde von den Erben des Herrn Commerzienrath Josef Hirsch V'T in Halberstadfc, der sich besonders viel mit dem Ankäufe, des Mittelstückes bemüht hatte, zum Andenken an denselben aus ihren Mitteln erworben. Aus den - Sammelgeldern wurde im vorigen Jahre ein nachbarliches Areal erstanden, zu dessen Erwerbung^ wir durch die Verhältnisse gezwungen wären, wie wir darüber in unserem vorigen Bericht („Jüd. Presse“ 1883, No. 1) ausführlich berichteten. An Bauten wurden noch hergestellt eine Anzahl Cisternen, besonders eine sehr grosse, deren Restituirung allein 1500 fl. ö. VT. erforderte. Wir1 erwähnen ferner die Erwerbung und Planirung eines freien Platzes als Zugang zu den Wohnungen statt des früheren, der auf unwegsamem, schmutzigem Boden nur in gebückter Stellung passirt werden könnte, Thorflügel und ein Wächterhaus ergänzten diese Ameliration. Als einen ferneren zu den hervorragendsten Errungenschaften des Institutes zu rechnenden Bau heben wir die Herstellung eines das ganze Grundstück umgebenden Canals hervor, der mit allen Wohnungen in Verbindung'steht und den Zweck hat, Ausgusswasser und Schmutz aller Art abzuleiten, was von unschätzbarem sanitären Nutzen ist. Diese Canalisation hat weit über 3000 Mark gekostet, die jedoch fast ganz durch eine von den Unterzeichneten derzeit veranstaltete Specialsammlung gedeckt wurden» an der sich zwei edle Zionsfreunde mit je 1000 Mark betheiligten. Wir heben unter den grösseren Unternehmungen und Einrichtungen dieser Art noch die nicht viel weniger kostspielige Rinnenleitung, die von den Dächern der Wohnungen zu den Cisternen führt, hervor, ein. Bedürfniss zur Conservirung des Regen Wassers, . einsbekanntlich in Jerusalem zu Zeiten im engsten Sinne des Wortes; sehr theuren Gutes. Endlich erwähnen wir noch den Bau eines w'TlErt iV2, weiches auf einen letztwillig von Rabbiner ^leyer Frenkel S"T in Frankfurt a. M. geäusserten Wünsch von der Wittwe und den Kindern, desselben mit einer Spende von 600 Louisd’or (ca. 1000 fl.) -gegründet ist und auch dessen Namen trägt; die noch nöthig gewesenen Mehrkosten von 200 Ld’or. sind aus der Gesammtsumme ergänzt worden. r In den letzten Jahren nun musste, sich das Centralcomite um so mehr in den Ausgaben auf das Nothwenaigste beschränken, als. aus früheren unabweislichen Bauten, Erwerbungen und Reparaturen ein sehr bedeutendes Deficit in das laufende Jahr mit herübergenommen werden musste» wir könnten daher nur Reparaturen und kleine Bauergänzungen ausfuhren lassen, bei denen. Gefahr im Verzüge war. Wohl lag ein sehr grosses Bedürfniss vor, die Ausführung war uns aber aus angegebenem Grunde nicht möglich. Und dennoch ist es ribifn*? realisirt. Der Gottbegnadete Mittler dazu war der Edle, Hochherzige, der sich auf den HDnö VQ schon so viele unsterbliche Denkmale gesetzt; dankbarlichst bringen wir dieses neue, schöne Denkmal zur Kenntniss der Zionsfreude. In unserem vorigen Berichte haben wir, wie sich die Leser erinnern werden, das Bedürfniss zur Anlegung einer zweiten grossen Cisterne besprochen, deren Kosten mit 350 Napolend’or — 5600 M. veranschlagt waren. Durch die N"2 im Laufe der Jahre wachsende Zahl der Wohnungen genügen nämlich die bisherigen Cisternen dem grossen Bedürfniss. nach Wasser nicht mehr, selbst wenn, wie im vorigen Jahre seit dem Bestände des Institutes zum ersten Male, der Regen so reichlich fiel, dass die grosse Cisterne bis zu einer Höhe von ca. 4 Mtr. gefüllt wurde und die kleinen ganz voll waren. Durch Terrainschwierigkeiten war es ausserdem nicht möglich, die Dächer des unteren Theiles der rOIEVO mit den im oberen gelegenen Cisternen durch Rinnen in Verbindung zu bringen, so dass das auf jenen Dächern befindliche Wasser ganz, verloren ging und dieselben sogar verdirbt. Ein vom Erstunterzeichneten darüber veröffentlichter Aufruf blieb erfolglos. Durch die Hochherzigkeit eines edlen hochverdienten Wohlthäters in der Provinz Hessen-Nassau, der diese Cisternen auf seine Kosten hersteilen liess, ist Hunderten der Bewohner im engsten Sinne des Wortes die unschätzbare Labung geworden. Desgleichen liess derselbe eine kleine, an der Südseite seines Hauses belegene, schon lange Zeit schadhafte und unbrauchbare Cisterne repariren, wie auch ein sehr schöner, an der Ostseite dieses Hauses von demselben angelegter Garten dem ganzen Institute zur höchsten Zierde gereicht.