Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1884)
- Date
- 1884-03-24
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449431--19861-2509364- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 89 — Bericht des CentraI-Comit6’s für die isralitischen Armen- und Pilgerwolimuigen in Jerusalem*). Zum 25 jährigen Jubiläum. Ln Jahre 1858 entstand in Jerusalem theils durch übermässigen Zuzug an Christen und -Mohamedanem, welche weit höheren Miethzins als unsere armen Glaubensgenossen zu zahlen im Stande sind, theils durch rapid zunehmende Frequenz von Pilgern eine so grosse Wohnungsnoth, dass, hunderte jüdischer Familien buchstäblich obdachlos wurden. Diese schon an sich grosse Noth wurde, wie bei jeder Calamität unserer Brüder und Schwestern in der heiligen Stadt, durch die an die Armen tretende Versuchung noch weit mehr gesteigert, dass die stets lauernde Missionsgesellschaft menschenfreundlich uen Armen 70 Wohnungen gratis (?) zur Verfügung stellte. Wohl widerstanden G. s. D. Alle der Versuchung und nicht Liner suchte gastliche Aufnahme bei derselben, aber man sah ein, dass nächst der Abhilfe der momentanen Verzweiflung auch für die Zukunft Etwas geschehen müsse, damit der Wiederkehr so schrecklicher Zustände wenigstens annähernd .gesteuert werde. Dies war die nächste Veranlassung zur Gründung des Institutes der HDn» hl 2 und es hat sich an jener gewissenlosen Gesellschaft wiederum das Bibel wort erfüllt: Ihr habet Böses gegen mich gebrütet, Gott aber hat es zum Guten gewendet, um einer grösseren Menge, "wH, Lebensexistenz zu verschaffen. Es bildete sich ein Comite, bestehend aus Herren R. Akiba Lehren in Amsterdam, Commerzienrath Jose/ Hirsch in Halberstadt und Rabbiner Dri Israel Hildesheimer, derzeit in Eisenstadt (Ungarn), die zunächst die Mittel zur Erwerbung eines grösseren von einigen Privaten in Jerusalem zum Bau solcher Armenwohnungen erstandenen Grundstückes herbeizuschaffen sich bemühten. Der himmlische Vater krönte ihre Bemühungen mit dem besten Erfolge, sodass in zwei Jahren nicht.nur der Kaufpreis des Grundstückes (72000 Piaster a 16.15 M.) ganz gedeckt wurde, sondern auch im Jahre 5621 bereits die erste Vertheilung von Wohnungen allerdings nur vier, .stattfinden konnte. In den folgenden zwei Decennien wurde diese Anzahl mehr und mehr, indem theils aus Spenden und Legaten vom Gentralcomite selbst Wohnungen erbaut, theils solche von einzelnen hervorragenden Familien oder Vereinen hergestellt wurden. Zu letzteren gehören in erster Reihe die beiden grossen (1869—71, resp. 80—Sl) vom Freiherrn Wilhelm Carl von Rothschild in Frankfurt a. M. für je 6 Familien erbauten Häuser, dann das Institut G&V? N12, das von der Familie Hirsch in Halberstadt zur Erinnerung an den früh verblichenen Schalom Hirsch für 4 Familien errichtet, ferner zwei Wohnungen, die den Namen 2p2' ITZ führen und von einem Comite in Altona-Hamburg zum ehrenvollen Angedenken an den Oberrabbiner Jacob Ltllingcr b"! gewidmet, dazu eine Wohnung, die den Namen HE^E? bnx und von Paris aus als Andenken an den Rabbiner Salom. Ullnuuui das. votirt, dazu IT\2E bns zwei Wohnungen, aufgeriehtet von Herrn 3/oscs J^eitcr '"j in Fürth rinEw? fPE, eine von Herrn Simon Mosbacher in Karlsruhe (Baden) und dessen Frau Babelte begründete Wohnung, endlich ''212' N'2 eine Wohnung, die den Namen eines Spenders aus Ungarn trägt. Ausser diesen 23 aus Privatmitteln erbauten und fast alle mehr oder weniger unter Disposition der Erbauer stehenden Wohnungen sind bis jetzt 45, sage fünfundvierzig Wohnungen pi 12T p direct aus den dem Gentralcomite zur Verfügung gestellten Mitteln erbaut. Aber nicht diese Wohnungen allein, sondern noch viele andere sehr kostspielige Erwerbungen und Bauten zeugen von der besonderen Gnade, mit der der himmlische Vater dieses heilige Institut an heiliger Stätte begnadet. Hierzu gehört vor Allem die vor 77a Jahren zum Abschlüsse gekommene Erwerbung eines in Mitte des Grundstückes der TC NONE gelegenen, noch im Besitze eines Türken geblieben gewesenen Euclave von 2567 arabischen Quadratellen, über welches mit dem Besitzer jahrelang Unterhandlungen geführt wurden, die sich *) Durch unvorhergesehene und unüberwindliche Hindernisse wurde dieser Bericht zu unserem innigsten Bedauern tun ein Vierteljahr verzögert.