Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 23 (20.3.1884)
- Date
- 1884-03-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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402 Du mir nicht sagen, was Du an dem jungen Mann auszusetzen hast?" „„Ich mag ihn nicht, Papa."" „Du hast ihn aber doch früher gern gesehen." „„Er hat mir Gelegenheit gegeben, ihn zu durchschauen. Nicht mein Besitz reizt ihn, sondern die Mitgift, die Du mir geben wirst."" „Du irrst Dich, mein Kind, Bruno hat meiner Frau anvertraut, daß er Dich wahr und innig liebt." „„Aber ich liebe ihn nicht."" „Ist es vielleicht ein Anderer, der ihn bei Dir verdunkelt hat?" „„Nein, Papa; ich will überhaupt noch nicht heirathen. Ich bin noch nickt 18 Jahre alt. Warum soll ich mich schon verheirathen?"" „Aber eine solche Gelegenheit, wie jetzt, würde sich Dir sobald nicht wieder bieten. Bruno ist ein vollendeter Cavalier, von altem Adel, jung , schön und geistvoll. Er ist im'Besitzgroßer Güter und läßt jetzt das Schloß seiner Ahnen wieder aufbauen." „„Für Dein Geld, Papa."" „Das weißt Du?" „„Alle Welt weiß es."" „Nun, was schadet das? Mein Vermögen ist groß genug. Dein künftiger Gatte braucht nichts zu besitzen." „„Mein künftiger Gatte soll aber nicht in mir nur das Mittel sehen, sich zu bereichern."" „Und ist das bei Bruno der Fall?" „„Ja, Papa."" „Woher weißt Du das?" „„Dein Schwager hat anfangs einen sehr günstigen Eindruck auf mich gemacht. Wiewohl ich gewarnt war, ließ ich mich von seiner hinreißenden Liebenswürdigkeit bestechen. Allein, ich habe beobachtet, daß sein Herz nichts für mich empfindet. Da kam mir die Warnung meiner seligen Mutter in den Sinn."" Bernhardine fing an zu weinen. „Mädchenlaunen!" rief der Barvn ärgerlich. „Laß diese unnützen und thörichten Thränen. Ich kenne Bruno's Charakter und weiß, daß er ein durch und durch edler Mensch ist. Ich wünsche, daß Du ihm freundlich entgegenkommst und einwilligst, seine Frau zu werden. Ich halte diese Verbindung für sehr paffend und werde meine Pläne von Deinen Launen nicht durchkreuzen lassen." „„Papa,"" rief Bernhardine, sich hoch ausrichtend, „„Du wirst mich Doch nicht zwingen wollen. Deinen Schwager zu heirathen?"" (Fortsetzung folgt.) Logogriph. Mein Wort verkündet Dir den Menschen, Der nie der Weisheit Licht erkannt. Der nie des Geistes Strahlenfunken, Den Weg zur ew'gen Wahrheit fand. Doch füg' ein a an diese Zeichen, Gleich ändert sich des Wortes Sinn; Es ist der Menschheit stch're Leitung, Des Volkes treue Mahnerin. Nichts Größeres gibt es auf Erden, Als dieses Wortes Glanz und Ruf; <öo wenig wird sein Name schwinden. Wie der, der dieses Werk erschuf. Ostrowo. Markus Nelken. Auflösung erfolgt in Nr. 25. Die Namen der richtig Losenden werden, wenn uns solche bis längstens Mittwoch Bormittag den 26. März zugegangen, in gleicher Nummer veröffentlicht. Auflösung des Räthsels in Nr. 21: >Freitag-Abend." Wichtige «Lösungen sandten ein: Von Henriette Bär in. Ahrweiler. Malchen Köniashofer in Frankfurt a. M. Helene Schönfärber in Dornheim (Bayern). Isaak Rosenthal zu Dronke. Cham Lchmuhl zur Zeit in Wronke. Z. Neckendorf in Heidelberg. Flora Bacharach (10 Jahre alt) in Elmshorn. Gustav Denario in Wertheim a. M. Nathan iKitter, Lehrer in Mondorf. Rösa Maier in Müllherm (Baden). Samuel Montag, Lehrer in Griesheim b. Darmstadt. Seligm. Jacob Stern in Flieden. L. u. F. W. in Straßburg i.E. S. Ising in Münster. Abraham Marx in Mainz. Eg Elbogen, Lehrerin in Schildberg. Mina Eichstetter m Eppingen. Hugo Bondi in Mainz. Blondi v'rm-rp in Mainz. „Bedamtes israel. Lesekränzchen „Eharistia" (im Alter von 16—19 Jahren) in Mainz. Tobias Kohn in Vallendar a. Rh. EP3T Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erscheint in der nächsten Nummer. Hierzu zwei Beilagen. Verantwortliche Redactwn: vr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition deS .Israelit' große Bleiche 45. I. Gott sieben'« Buchdruckcrei (Mainzer Anzeiger).