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Der Israelit · 1884-03-13 · Heft 21 (13.3.1884) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 21 (13.3.1884)
Date
1884-03-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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362 Diese Wolkenbergs scheinen ganz intriguante Menschen zu sein. Die Schwester hat meinen armen Vater umgarnt, der Bruder wirft seine Netze nach mir aus. Ich, ich bin ihm Nebensache, nur mein Geld ist es, mit welchem er seinem alten Namen neuen Glanz verleihen will. O, mein Mütterchen, wie hast Du so Recht gehabt!" Aufs Neue flössen ihre Thränen. Da kam eine Botschaft von der Prinzessin, welche die Ansicht der Freundin in Bezug auf die Ausschmückung des Brautkleides zu erfahren wünschte. Bernhardine mußte ihre Thränen trocknen und in das füritliche Palais sich begeben. Vierzehn Tage waren vergangen. Baron Arthur von Löwenheim hielt mit seiner jungen Frau seinen Einzug in die reichgeschmückte Villa vor dem Thore von D. Am Portale standen die Diener und Dienerinnen des Hauses, die Buchhalter und Commis des Geschäfts mit Blumensträußen in den Händen. Die Equipage hielt, die Diener stürzten herbei und öffneten den Schlag. Der Baron stieg aus und hob seine junge Gemahlin aus dem Wagen. Wie eine Königin nahm Frau von Löwenheim die Huldigungen der Geschäftsbeamten und der Dienerschaft entgegen. Oben an der Hausthüre stand Bernhardine. Als sie. ihren Vater erblickte, stürzte sie die Treppe hinunter und warf sich ihm laut weinend in die Arme. „Keine Scene, liebes Kind, keine Scene," sagte der Baron abwehrend. „Begrüße Deine Mama! Geliebte Agathe, meine Tochter Bernhardine will Dich in Deiner neuen Heimath willkommen heißen." Frau von Löwenheim maß das junge Mädchen mit einem kalten, stolzen Blicke und reichte ihr die Hand zum Kusse. Bernhardine nahni diese Hand und führte sie flüchtig an die Lippen. Dann richtete sie ihr Auge ebenso stolz und kalt auf ihre neue Mutter. Dieser Augenblick genügte, die beiden jungen Damen einander für immer zu entfremden. Wenige Tage nachher'kam Bruno von Wolkenberg in D. an. Auch ihn empfing Bernhardine stolz und kalt; allein das Eis schmolz bald vor der unwiderstehlichen Liebenswürdigkeit des eben so schönen, wie geistvollen jungen Mannes. Nnterdeß nahmen die Hoffeste ihren Anfang. Die schöne, stolze Baronin von Löweuheim fand in den Kreisen, in denen sie nunmehr verkehren sollte, nur wenig Anklang. Ihr Bruder hingegen eroberte sich schnell alle Herzen. Er war Bernhardinens steter Begleiter und bemühte sich in auffallender Weise um ihre Gunst. All ihre Freundinnen priesen Bernhardine glücklich. (Fortsetzung folgt.). Silben-Räthsel. (Zwei Theile, von je zwei Silben.) Ich bin von meinen Brüderschaaren, Der vor dem jüngsten, größten steht; Wußt keiner je uns zu bewahren. Wir reisen rastlos früh und spät. Uns hat das holde Licht geboren. Mit ihm geht unser Sein verloren. Und Dich umfängt die finstre Nacht. Mein Zweites, es wird nimmer fehlen. Wenn einer aus der Schaar erschien. Doch wirst Du Dir's nicht selber wählen. Es tritt zu früh schon vor Dich hin, " .Wohl Dir dann, kannst Du's froh ertragen, ’ Und darfst Du Dir voll Ruhe sagen. Mich freuet, was ich Hab' vollbracht. Das Ganze, kann's Dir nicht erklären. Wenn Du es selber nicht gekannt^ Ein süßes Glück mag es gewähren. Ein Zauber ist's, der frohuns bannt. Die Stunde ist's manch schöner Lieder, Es kehrte oftmals Dir schon wieder. Und immer hat's Dich froh gemacht. I. Auslosung erfolgt in Nr. 23. Die Namen der richtig Losenden werden, wenn «ns solche bis längstens Mittwoch Vormittag den Ist. März zugegangen, in gleicher Nummer veröjsentlichr. Auflösung des Räthfels in Nr. 19:. „Israelit" Auflösung des Silben-Näthsels in Nr. 19: Patogonien. Uria.^ Mehebeam. Jdumaa. Methnschelach. Purim-Haman. Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erschemt in der nächsten Nummer. Hierzu zwei Geilagen. Versnkoortliche Redaction: vr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition de» .ZSraelit' große Bleiche 45. I. Got trleben's Buchdrucker«! lMainzer Anzeigers

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