Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1884)
- Date
- 1884-03-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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der Baumeister, „das Schloß im Neuaiffancestyle! ausbauen zu lasse». Es ist dies.nicht allein die woj deruc Geschmacksrichtung, Sie würden auch damit j au die alten Traditionen anknüpfeu. Ich habe die - Ruine besucht und Spuren eines Reuaissaucebanes vorgcfnndcn. Sehen Sie diese Zeichnung!"' „„Sie ist prachtvoll,"" sagte Bruno; /„„nur fürchte ich, das; der Bau zu kostspielig werden würde; ich möchte nicht mehr als 30,000 Thaler daraus verwenden. Haben Sie bereits einen Kosten- Überschlag gemacht."" „Roch nicht. Dazu bedarf es noch eingehender Terrainstndicn. Wenn Sie sich nur für den Styl entscheiden wollen, so kann ich den Plan danach einrichten, daß die von Ihnen bestimmte Summe nicht überstiegen , wird." Der Kellner, trat ein und brachte die Karte des Hauptmannes von Limpbnrg. „Ich bitte cinzntreten," sagte Bruno. „Guten Morgen, Herr Hauptmann," rief Bruno dem Eintretenden entgegen. „Da sehen Sie. einmal, wie Schloß Wolkenberg gleich einem Phönix sich aus der Asche erbeben wird!" Der Hauptmann bewunderte pflichtschuldigst die Pläne und Zeichnungen, die dann der Baumeister znsammenrollte und mit sich nahm. „Mein lieber Baron," sagte der Hauptmann, nachdem er sich gesetzt und. die ihm dargebotene Eigarre angezündet hatte, „wenn Ihr Schloß fertig sein wird, so werden Sie auch . eine Schloßfrau brauchen." . „„Konnten Sie mir vielleicht eine solche empfehlen, mein Herr Hauptmann?"" „Das. könnte ich allerdings, und gerade das ist der Zweck meines heutigen Besuches." „„Ich wäre sehr neugierig, zu erfahren, welche junge Dame Sie mir ausgesucht haben; allein ich muß meine Neugierde bezähmen; ich habe mich bereits gebunden."" „Ich hätte nicht erwartet, daß Sie Ihr Herz schon vergeben haben, da Sie gegen die hiesigen jungen Danlen so ungemein liebenswürdig sind." „ „Mein Herz ist in der That noch frei. Meine Verwandten haben über mich disponirt, nnd ich soll die junge Dame, die sie für mich bestimmt haben, erst noch kennen lernen. Der ganze Plan beruht natürlich auf der Voraussetzung, dag' sich das Herz zum Herzen finde. Sollte dies nicht der Fall sein und aus der projectirten Heirath nichts werden, so behalte ich mir vor, Ihren Vorschlag, mein lieber Herr von Limpbnrg, entgegenzunchmen und zu prüfen."" Der Hauptmann empfabl sich, um seiner Auftraggrbcrin Bericht zn erstatten. ' „Freilick," sagte Bruno, als der Hauptmann sich entfernt hatte, „der wollte mir seine künftige Schwägerin, die schöne Elise von Ballenheim, empfehlen. „Gar nicht übel! Allein, ich werde hoffentlich einen Goldfisch fangen, dessen Werth diese Bachforelle um einige Millionen übersteigt." „Ha," sagte Fräulein von Minkowitz, als ihr Herr von Limpbnrg das Ergebnis feines Besuches bei Wolkenberg berichtete, „der ist mit dem glänzenden Geschäfte, das er gemacht hat, noch nicht zufrieden! Der speculirt auf die Tochter und muthmaßliche Erbin seines Schwagers. Allem, ich werde, wenn ich nach D. komme, ihm die Suppe versalzen." _(Fortsetzung folgt). rrächsel. Entstammt bin ich aus längst vergang'ner Zeit; Der erste, der den Namen hat getragen. Mußt schaffen, kämpfen, wagen und ertragen. Auf daß er fei in alle Ewigkeit. Der Name blieb, ihm blieb auch sein Bedeuten Und ewig ringend hat er Jugendkraft; - Verschlingt ein dürres Reis der Strom der Zeiten: Der kräft'ge Stamm ist nimmermehr erschlafft. Ich habe seinen Namen mir erwählt. Auf daß ich Stimme sei dem froh Beglückten, Um Schwert zu sein dem Armen, Unterdrückten, Ein Schwert, das die Begeisterung gestählt. Drum trug ich auch für ihn die schwersten Lasten, Drum stritt für ihn ich manchen harten Krieg, Drum werd' ich nimmermehr im Kampfe rasten: Du, Ewiger, verleih'mir frohen Sieg! Dr J. Auslosung ersolgt in Nr. 2!. Die Namen der richtig Losenden werden, wenn uns solche bis längstens Mittwoch Bonnittag den 12. März zugegangen, in gleicher Nummer vr.osjenllicht. Auflösung des Räthfels in Nr. :7: „Sabbatlicht." Wichtige Lösungen sandten ein: Hugo Heg in Hannover. Treuer Abonnent in Mann- (Wnrtmbcrgl, Samuel Weißbart in Würzbnrg. Siegfried Ernnebaum in trrumstadt bei Darmstadt. Seligmamr I. Ster» in Flieden. Moritz Schwarz, Talmndist aus EärvLr, Studirender in Prejchurg. Leopold Lob in Mainz. -rra in Mainz. Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leberr eines orthodoxen Rabbiners" erscheint in der _ nächsten Nummer._._ Hierzu zwei Beilage». Verantwortliche Nedaction: Dr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition des „Israelit* gr. Bleiche 45. I. Eocislcöcn's Vuchdtnnecei (MarnzrrÄnzrisrr). _