Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1884-03-03 · Heft 18 (3.3.1884) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 18 (3.3.1884)
Date
1884-03-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2449406-2449425--19710-2509207
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

300 Haben Sie Vertrauen auf den Gott Abraham's, Jsak's und Jakob's; und so wie Sie bisher aus allen schweren Prüfungen als Sieger bervorgiugen, werden Sie auch jetzt, wenn Sie an dem Glauben Ihrer Vorfahren festhalten, als Sieger hervorgehen. Fran Ire ich. Paris L'Antisemitique, der von Mondidier nach Paris übcrsiedelte, scheint seit einiger Zeit zu fühlen, daß cS, um zu gefallen, nicht genügt fortwährend die gröbsten Beschimpfungen und Verleumdungen gegen die Juden zu schleudern; cs sind jetzt sehr häufig zwei bis drei Seiten des Blattes mit Auszügen aus den „Arch. Jsr" gefüllt, die alle den Juden zum Lobe gereichen. Glaubt dieses Blatt mit (Lpeck die Mäuse zu fangen? Das wird ihm nie gelingen, so lange es von Verdrehungen und Unwahrheiten strotzt. England. Manchester. Der Großherzog von Heffcn hat dem bekannten Philantropcn Herrn Aronsberg dahier ein Exemplar des jüngst veröffentlichten Buches zugeschickt, welches die Briefe der verstorbenen Großherzogin Alice enthalt. Rußland. Aus Warschau meldet man der „Pol. Eorr.", daß nach daselbst ans -Odessa eingelaufenen Nachrichten, die während der letzten Excesse gegen die Juden vom damaligen Gouverneur Totlebcn erlassenen Ausnahmeverordnungen neuerdings pnblizirt wurden, woraus man auf die dort herrschende Bcsorgniß schließt, daß die öffentliche Ordnung abermals gefährdet erscheine. Moskau. Tr. H. Minor wurde zum Privatdocent an der hiesigen Universität ernannt. Er ist der erste Jude, der an der hiesigen Universität eine solche Stelle erlangt. Amerika. Kingston. (Jamaica). Die Vereinigung der beiden hier bestehenden aschkenasischen und portugiesischen Gemeinden ist nun perfect geworden. Einer der in die neuen Statuten aufgcnommencn Paragraphen lautet: Der Gemeindevorstand darf keinerlei Maßregeln gegen die orthodoxen Prinzipien des Judcnthums ergreifen. Feuilleton. Aus dem Leben eines orthodoxen , Aabbiners. Skizze von Dr. Sta ... (Fortsetzung.) „Unsinn Doctor! — Ja schrecklicher Unsinn! — Ha! ha! ha! Köstlicher Spaß auf Ehr*! — Da müßte ich ja täglich viel Verbrechen begehen! — Wie ist es aber, wenn ich Ihnen die Versicherung gebe, daß ich die Weisheit dieses sogenannten göttlichen Gebotes bezweifle; .-- ja, wenn ich es sogar für ein empörendes Unrecht erkläre, das zu verbieten, was einem schmeckt, was würden Sie dann sagen?" „Dann würde ich Ihnen sagen, daß Sie im Unrecht seien!" erwiderte ich mit ungläubigem Achselzucken. — „Bedenken Sie nur, wenn Sie z. B. in Ihrer Eigenschaft als Arzt an das Schmerzenslager eines schwer Erkrankten gerufen werden. Sie untersuchen ihn auf's Sorgfältigste und finden nach festgestellter Diagnose als einzig rettendes Mittel für seine gefahrvolle Krankheit Arsenik oder Atropin. Was würden Sie sagen, wenn der Kranke sich mit aller Entschiedenheit weigert, sich Ihrer Verordnung zu fügen, weil in Ihren ihm vorgeschriebenen Medicamenten giftige Substanzen seien? —" - „Ich würde," — gab Dr. Priester etwas befangen zur Antwort — „ihm sagen, daß wenn er' dieses nicht freiwillig nimmt, ich mich veranlaßt sehen werde, ihn dazu zu zwingen. Es wäre überhaupt eine grenzenlose Frechheit und Unverschämtheit von ihm, an meine Kunst zu zweifeln. Ich muß doch wahrlich noch so viel wissen!" — „Ja, aber wenn der Kranke hoch und theuer behauptet, er wisse, daß Arsenik und Atropin mit schneller Wirkung tödtende Gifte seien. Alle Leute sagen es, auch habe er es schon selbst gelesen. Was würden Sie dann?" „Dann würde ich diese Behauptung im höchsten Grade lächerlich finden. Was einem Laien bekannt ist, wird doch wohl einem Arzte auch bekannt „fein! Ich muß ja wissen, daß diese geringe Dose giftiger Substanzen gefahrlos sei; aber für seinen gefährlichen Zustand das einzig rettende Mittel!" „Nun wohlan" — lächelte ich — »wie wagen Sie es nur, die Weisheit des höchsten und weisesten Arztes zu bezweifeln? Der bedeutungsvollste und hervorragendste Arzt ist der Weltenarzt — Gott. Er kennt den Zustand und die Vorgänge. unserer Seele. Sie müssen zuerst untersuchen, um die Krankheit zu erkennen. Er, gelobt sei Er, hat das nicht nöthig; denn er durchschaut die Gedanken des Menschen und Alles liegt in Klarheit und Durch-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.