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Der Israelit · 1884-03-03 · Heft 18 (3.3.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 18 (3.3.1884)
Date
1884-03-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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299 jährigen ausländischen Unterthanenschaft naturgemäß als rumänischer Untcrthan (wenn schon nicht Bürger) betrachtet werden muß. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Kremfier, (Mähren), 28. Febr. Mit großer Freude haben wir aus Nr. 7 dieser geschätzten Zeitschrift ersehen, daß unser Herr Rabbiner verspricht, alles Mögliche zuthuu, um den hier so sehr im argen liegenden religiösen Institutionen wieder aufznhelfen. Zwar sind seitdem schon einige Wochen vergangen, und wir warten noch immer vergeblich auf die Inangriffnahme der Ausführung dieses herzerfreuenden Versprechens. Wohl wissen wir, daß das nicht so schnell gehen kann, daß gar viel zu thun nnd zu bessern ist; wir wären jedoch schon zufrieden, wenn wir einen Anfang vom Anfang sehen möchten. Da ist z. B. die Koscher-Fleisch-Frage, deren Lösung gewiß keinen Aufschub erduldet. Als vor sieben Jahren Herr Rabbiner Klein, der nach Ottakring bei Wien berufen wurde, noch hier war, hatten wir noch eine wirklich ehrliche Koscher-Fleisch-Bank. — Beziehet doch der Herr Rabbiner selbst seinen Bedarf an Koscherfleisch von einem Fleischer, der am Sabbat aushackt und bei offenem Laden verkauft! Was nun die Kräftigung der religiösen Institutionen betrifft, so will ich nur bemerken, daß alle Piutim re. für die Sabbate und Feiertage abgeschafst sind, und zwar, wie zur Zeit ausdrücklich bemerkt wurde, mit Einwilligung des Herrn Rabbiners. — Mit dem religiösen Unterrichte sieht es hier sehr, sehr traurig aus, es ist selten, daß ein Kind ordentlich beten lernt, es sei denn, daß die Eltern Privatunterricht ertheilen lassen. Freilich ist der Herr Rabbiner nicht die confessionelle Behörde hier; doch könnte er bei einigermaßen gutem Willen Vieles gut machen. Ueberhaupt gibt es ja Dinge, zu denen der Rabbiner nicht schweigen darf. Eher müßte er sein Amt niederlegen und sollte es sich auch um seine Existenz handeln, ehe er gestattet, daß unter seiner Aegide und Verantwortlichkeit Koschcrfleisch von einem Fleischer bezogen Witt), der öffentlich den Sabbat entweiht.*) Noch habe ich zu bemerken, daß kein persönliches Motiv mich zu dieser Veröffentlichung veranlaßt, * Stunt, b. Ned.: In Arnheim, wo ähnliche Verhältnisse obwalten, hat Herr Oberrabbiner Dal es durchgesetzt, daß bei vierzehn Metzgern v^me beigegeben wurden; die übrigen wurden gepajselt. —-- sondern lediglich der Wunsch, eine Besserung herbeizuführen; ich bin mit unserem Herrn Rabbiner persönlich befreundet, und ich hätte, wenn mein und meiner Gesinnungsgenossen Drängen und Bitten seit Jahren etwas genützt, den Weg der Oeffcntlichkeit nicht beschritten. Hoffentlich wird der „Israelit", der schon so vielen' Uebelständen abgcholfen, auch für unsere Gemeinde die Wege der Besserung anbahnen. Oesterr.- Ungar. Monarchie. * Aus Böhmen. Die Repräsentanz der böhmischen Landesjudenschaft hat an das österreichische Ministerium für Cnltus- und Unterricht eine Eingabe gerichtet, worin auf die dringende Nothwendigfeit eines Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der isr. Cultusgemeind'en gewiesen wird; es wird in dieser Eingabe bemerkt, daß die Regierung bekanntlich schon seit mehreren Jahren ein solches Gesetz ausgearbcitet hat, und wurde daran die Bitte geknüpft, diese Gesetzesvorlage so bald als möglich im Reichsrath cinzubringen, denn die jüdischen Gemeinden seien jetzt ohne jeden rechtlichen Schutz; sie können ihre Mitglieder nicht zur Leistung der Cültusbeiträge verhalten; die Gerichtsbehörden anerkennen nicht die Klagslegitimatton der derzeit gewählten Gemeindevorsteher, während die potttischen Behörden zögern, die Constituirung der Gemeinden zu gestatten, da sie auf das neue Gesetz warten. Bekanntlich hat der polnische Abgeordnete Merunowitz eine ähnliche Eingabe vor Kurzem an den Kaiser gerichtet. .... Preffbirrg, 25. Febr. Aus Anlaß des 50i jährigen Priesterjubiläum des hiesigen Stadtpfarrers . und Bischofs Earl Heiller entsendete auch die hiesige orthod. isr. Cultusgemeinde eine Deputation, bestehend aus den Herren Hermann Pappen heim, Joel Wolf, Lazar Gestettner u. Max Kestler, welche die Glückwünsche der von ihnen vertretenen Gemeinde darbringen sollte. — Um Uhr Mittags wurde die Deputation aufs Freundlichste empfangen, auf deren Bcglückwünschungsrede der hochgcfcierte Jubilar seinem Danke in beredeten Worten Ausdruck verlieh. Nachdem Herr Heiller mit jedem einzelnen Mitgliede der Deputation in der leutseligsten Weise convcrsirte, sagte er, er betrachte cs als eine angenehme Erinnerung, daß er für das jüdische Schulwesen wirken *) und die formmen Juden schätzen lernen konnte. — Er entließ sie mit den Worten: „Bleiben Sie weiter trcn und befolgen Sie furderhm die Gebote und Satzungen Ihrer heiligen Rengwn. * Heiller war eine lange Zeit Direktor au der hiesigen jüd. Gemeinde-Hauptschule.

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