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Der Israelit · 1884-02-25 · Heft 16 (25.2.1884) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 16 (25.2.1884)
Date
1884-02-25
Page
– (sequence 23)
Language
German
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— 75 | Herr ßrocine?•'resumirte dann den gestrigen Rapport des C.-C., der die traurige Lage der Colonie in’s gehörige Licht stellte; er erkennt an, dass Jedermann fehlen, dass man aber im gegenwärtigen Falle die Schuld nicht auf das C.-C. wälzen könne; denn dieses hatte seine Pläne gut eniworfen, welche ab«r Dank dem Indifferent.ismus Vieler scheitel ten.. Ebenso wie eine Regierung sich veranlasst sieht, bei unvorhergesehenen Fällen an die Kammer um einen Nachtragscredit zu appelliren, um ihren Verpflichtungen n ach zukommen, sieht sich jetzt das C.-C. in der misslichen Lage, gerade so vorzugehen, indem es an Sie appellirt. Wenn nur 10,000 Juden im Lande ihre monatlichen Beiträge regelmässig geleistet hätten, wären wir nicht in die kritische Lage gekommen, in der wir uns jetzt befinden. Wir dürfen uns aber nicht nur auf die Reichen stützen; das Wenige der Armen kann bei getreuem Wollen mehr einbringen, als die •'Summen der Reichen. Da aber jetzt die Zeit zu kurz ist, um neuerdings für die Completiruug der Colonie zu sammeln, legt uns heute das C.-C. ein Project vor, wodurch wir die armen Familien in Sämann nicht nur aus der momentanen Roth befreien, sondern für immer glücklich machen könnten,. falls dieses Project von Ihnen genehmigt werden möchte. Redner fahrt dann fort: Als Einer, der Herrn Y'encziani zu kennen die Ehre hat, will ich Ihnen bemerken, dass er die rechte Hand des Herrn Baron Hirsch ist, des grossen Unternehmers der türkischen Eisenbahnen. Herr K hat sich sein Leben lang für das Wohl des Judenthums geopfert; er ist Mitglied des C.-C. der-„Alliance“; er hat die Kasan liker Juden im letzten . russisch-türkischen Kriege inmitten grosser Gefahren nach Btt eures/ begleitet; er hat die „ Alliance“ zur Congresszeit in Berlin Vertreten; und wenn sich Herr V. in einer Zeit wie die gegenwärtige, wo die Cholera in Egypten herrscht, entschlossen, den Orient und speciell das heilige Land zu besuchen, so können wir daraus wohl folgern, dass da nur vom puren Standpunkt der Humanität die Rede sein kann, und dass weder Herrn IV noch seinem grossmüthigen Mandatar irgend ei1* persönliches Interesse untergeschoben werden darf, sondern nur das des allgemeinen Wohles. Wir können sicher sein, dass die Colonisten gut versorgt sein werden, und auch wenn Mancher unter ihnen nicht für die Agricultur geeignet befunden werden möchte, wird inan ihn gewiss auch nicht im Stiche lassen, sondern schon Mittel und Wege finden, ihm zu einer Existenz zu verhelfen. Redner verliest dann seinen Antrag wie folgt: „Die General-Versammlung autorisirt das Central-Comite, die Besitztitres der Grundstücke von ..Samarin und Theile von Tantoura, welche in Syrien (Palästina) mit dem Gelde der Gesellschaft auf den Hamen des verstorbenen Isaac Löbcl gekauft wurden, nunmehr nach aller Form „Rechtens auf den Namen des Philantropen Herrn . . . . . . - umzuschreiben, der durch „Herrn E. F. Veneziani, Mitglied des C.-C. der „Alliance I. U.“ in Paris, repräsentirt ist, damit „das C.-C. (der Auswanderung) jener Person erwähnte Güter im vollen und ungestörten Besitze „übergeben könne. „Die Administration des Grundbesitzes mit seinem ganzen fundus instructus bleibt dem „neuen Eigenthümer überlassen, der nach seinem Belieben, ohne irgend eine Einmischung andererseits, die Installirung der dort bereits befindlichen Colonisten reguliren wird, oder derjenigen, die „nachträglich, nach vorhergegangenem Einverständnisse, dahin beordnet werden. „Es bleibt dem C.-C. überlassen, diejenigen Colonisten, die sich dort befinden und die von „der neuen Administration für ihren Beruf ungeeignet befunden werden, im guten Einverständnisse „zu liquidiren, mit Rücksichtnahme auf ihrerseits eingelegte ä Conto-Zahlungen, aber nach Abzug „der für sie gemachten Auslagen und Spesen“. Redner empfiehlt seinen Antrag zur Annahme und schliesst, die Versammlung zur Erneuerung der Thätigkeit in ihren Kreisen auffordernd, wodurch wir unsere wahre jüdische Gesinnung bekunden möchten. — Hierauf hielt der ehrwürdige Rabbiner, Herr Ahr. Kassvan aus Rimnik Sera/, eine rührende Rede. Er gedachte der vor 20 Monaten abgehaltenen Gen.-Vers. in Focsaui, zur Zeit, als so viele Nöthen auf einmal über uns hereinbrachen, indem damals die Juden aus den Dörfern und von den kleinen Städten, die man als Ruralgemeinden erklärte, verjagt wurden. Da erschien plötzlich wie

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