Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1884)
- Date
- 1884-02-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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267 Deutschen im Auslande finden, kann für unser Na- | tionalgefühl nur erfreulich sein, insbesondere, wenn! sie von einer so hervorragenden Körperschaft ausgeht, wie das amerikanische Repräsentantenhaus ist. Ich würde deßhalb die Mittheilung Sargents dankbar entgegengeuommen und den Kaiser um Ermächtigung der Vorlage an den Reichstag gebeten haben, wenn nicht die Resolution zugleich das Urthcil über die Richtung und Wirkung der politischen Thätigkeit Lasker's enthielte, welches mit meiner Neberzeugung im Widerspruch steht." Der Erlaß citirt den betreffenden Paffus der^iesolution und fahrt fort: „Nach meiner Kenntniß zdes Herganges der politischen und wirthschaftlichcu Entwickelung des deutschen Volkes kann ich dies Urtheil nicht als ein solches ansehen, welches dm von mir erlebten Thatsachen entspricht. Ich würde nicht wagen, mein eigenes Urtheil dem einer ' so erlauchten Körperschaft, wie das Repräsentantenhaus ist, gegmübeMstellcn, wenn ich nicht bezüglich der inneren Politik Deutschlands durch eine mehr als 30jährige aktive Behelligung die Erfahrung gewonnen hätte, auch meinem Urtheil innerhalb dieses Gebietes eine gewisse Kompetenz beizulegen. Ich kann mich nicht entschließen, bei dem Kaiser die nöthige Ermächtigung zur Mttheilung der Resolution an den Reichstag zu beantragen, weil ich dazu ein Urtheil mir amtlich ancigne und bei dem Kaiser vertreten müßte, welches ich als zutreffend nicht zu ernennen vermag." Berlin, 21. Februar. Im Aufträge der Minister des Innern und der Justiz hat sich am Montag Abend der hiesige Triminal - Eommiffarius Hoest in der Angelegenheit, betreffend den Neustettiner Synagogeubrand, an den Ort der That begeben, nachdeni er sich vorher ans den Acten über die Sachlage wformirt Hütte. Berlin. Me AtterZvenorgungsanstast der jüdischen Gemeinde verseuoc! ihren 54. Jahresbericht. Im Jahre 1883 wurden in der alten Anstalt durchschnitllich 91 HospitsMeu verpflegt, deren Erhaltung 59,628 Mark kostete , mithin ein Hospitalit etwa 655 Mark. Die Beköstigung erforderte pro Kopf und Tag 88 MmMgr. Me nette Anstalt Schönhauser Allee wurde am 11. November v. I. mit 12 Hospitaliten rrostnet. Die Festrede, welche Herr Rabbiner Dr. Fr a nkl HMist dem Bericht beigefugt; für die Erhaltung dieser 12 Hospitaliten wurden 3060 Mark verausgabt. Während die alte Anstalt vollständig besetzt ist, bietet die neue Anstalt noch Platz für 40 Hospitaliten, doch ist der Vorstand nicht m der Lage, fernere Aufnahmen stattfinden zu lasten, wenn ihm nicht neue Mittel zur Verfügung gestellt werden. Durch dir Schenkung des Moritz MannheimerMcn Mcpasrcs, bestehend in dem Grundstück Schönhauser Allee und einem StiftungS- Eapital von 36,000 Mark, sowie durch andere Schenkungen hat sich das Grundcapital der Anstalt um 161,296 Mark vermehrt. Niedersept, 17. Fcbr. Geehrter Herr Redakteur! Die fast tragische Schilderung, welche Ihr hiesiger Eorrespondcnt in der ersten Beilage zu Nr. 13 Ihres geschätzten Blattes von den Vorgängen entwirft, die sich vor der hier am 30. v.M. stattgefnndenen .-.L'rn abgespielt haben, bedarf einiger Berichtigung. Der betreffende b2» hat dem Gefertigten gegenüber sich durchaus nicht „starrsinnig geweigert", die .iL'tzrirrso zu vollziehen, sondern hat im Gegenthcil sich dazu bereit erklärt. Doch wurde die Einlösung dieses Versprechens von ihm immer hinansgeschoben. Die Ursache dieser Hinausschicbi ng war — wie sich später hcransstellte — die, daß der von seiner gut situirten Schwägerin eine mäßige Summe Geldes für die Gewährung der r.y^n haben wollte. Dem Gefertigten gegenüber, der' Rabbiner im Orte ist,, wollte der O2' aus leicht begreiflichen Gründen sein Verlangen nicht aussprechen. Gegen den fremden Rabbiner, Dr. Goldstcin aus Dürmcnach, der auf Veranlassung des in Dürmcnach wohnenden Bräutigams der hierherkam, um den C2' zu bestimmen, endlich mit der r.ä’bn Ernst zu manchen, hatte der letzere gar kein Hehl. Er stellte seine Forderung, und da diese nicht übertrieben war, wurde man auch bald einig und der Tag zur Vollziehung des Aktes wurde festgesetzt. Ob dies „unter Thränen" geschah, ist dem Gefertigten nicht bekannt worden. Daß die r>D2', die als strengreligiöse Frau hier bekannt ist, den „festen Entschluß" gefaßt Hätte/ im Falle der Verweigerung der r.spsn sich in der Schweiz mit ihrem Bräutigam trauen zu lassen, ist eine Verumthung Ihres Correspondcnten, für die aber kein ernster Anhaltspunkt vorhanden ist. Es mag vielleicht der Bräutigam der oder auch diese selbst ein Wort von Trauung in der Schweiz gesprochen haben, um dadurch den vw, der ein religiöser Jchudi ist, nachgiebiger zu stimmen, aber vom gesprochenen Worte bis zur That ist ein weiter Schritt. Als ns'trn v.dd fungirte der Gefertigte; Dr. Goldstein ans Dürmenach und noch eine dazu quälificirte Person waren die o'pi bei dieser — ganz gewöhnlichen ns^n, die auch ganz glatt verließ Dr. Adolf Singer, Rabbiner. Frankreich. Paris. Monatsbericht (Januar) der „All. Jsr. Univ." pptp, (Russische Eolomen in Amerika.) Die russischen Colonien Amerika's fangen an sich allmälig zu organisiren. Das Ecntral-Eomitü hat über dieselben