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Der Israelit · 1884-02-25 · Heft 16 (25.2.1884) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 16 (25.2.1884)
Date
1884-02-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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266 nische Handel ausschließlich in Händen der Juden ist und wenn die Bojaren, Grundbesitzer, Beamte, Bauern u. s. w. u. s. w, also die Gesammtheit des rnmänisch-christlichen Volke« gesetzlich gegen die Ban» kerott-Erklärung geschützt ist? In der That erscheint es mir als eine ziemlich unmögliche Sache, daß der Israeli Handel treiben und der Christ in Eoncurs gerathen soll. Allein in diesem Jahrhundert sind schon so manche Unmöglichkeiten zu Stande gekommen und da erkläre ich mir denn die Beschuldigung der Antisemiten wie folgt. Erstens sind die Israeliten, besonders in gewissen ungebildeten Ländern, in der That die Mehrheit der Kailflente; folglich muß auch ein entsprechender Prozentsatz für Insolvenzen in Betracht gezogen werden. Zweitens sind in Rumänien, abgesehen von der letzten Aufzählung, die christlichen Händler vor der Förmlichkeit des in Eoncnrs-Erklärens in Schutz genommen, obwohl sie th a tsäch lich keinen Pfennig zahlen. Dadurch aber, daß die christlichen Händler nicht förmlich erklärt werden, wird es auch ni rgends bekannt, daß sie bankerottirt haben. Drittens besteht der christliche Handel aus Griechen, Armenier u. s. w. Diese bei den Wahlen zwar zu den patriotischesten Rumänen gezählt, wie z. B. in Berlin die antisemitischen Franzosen de Grül, de Groussiliers, Polakowsky (sollte Letzterer zufällig ein Pole aus der Polakai sein?) die Freunde und Bcrufsgenossen. des Herrn Stöcker sind : allein bei der Ausstellung', einer offiziellen (?) statistischen Tafel werden die Herren wieder, was sie auch sonst sind, nämlich Bulgaren, Serben n. s. w. Auf Grund ihrer gut ausländisch klingenden Namen nun, welche stets in ewsky, ovsky, owicz, ewicz, off, off, ide, on, ir, es n. s. w. endigen, werden sie als Richtrumänen einfach weggelassen und in die Liste blos die eingetragen, welche in esc-u eanu, iaiiu (z. B. Bojerescu, Bratianu) endigen, und von welchen eine wirkliche Rnmänenschaft selbst dann präsumirt wird, wenn sie sich ihren fremden Namen (blos die Namen l) rnmänisirt haben. Natürlich erscheinen dann spottwenig Rumänen auf der Bildfläche der officiellen Statistik, eine in Rumänien noch nicht bekannte, nur noch durch willkürliche und Ueberschlags-Zusammciistellungen geübte Wissenschaft. Viertens, in Anbetracht daß der „nationale" (Sie wissen ja schon, was dies bedeutet) Handel geschaffen werden muß, ist es zunächst nothwendig den Christen zu helfen, daß sie das Capital in Geld oder Waaren der „Fremden" an sich ziehen, um es nicht uiehr herauszugeben: versteht sich, müssen dadurch die »Fremden" bankerottiren und nicht die „Nationalen", welche in den Sack einstecken. Fünftens muß ja dem Auslande gezeigt werden, daß „der Jude" (?) den Eredit des Landes zerstört. Es wird also zunächst der Israelit thatsächlich durch christliche Bankerotte durch die Gerichte, Syndici ü. s. w. erbarmungslos ruinirt und förmlich in Eoncurs erklärt, wodurch es Jedermann weiß; dann freilich ist er auch für die an das Ausland adressirte officielle Liste reif, und nur er hat die Ehre in der Liste zu siguriren. An seinen Vor- und Zunamen sowie an der Bezeichnung „de natione Israelit" („von israelitischer ,,Nation„?l) welche" bei keinem noch so geringen Schriftstück fehlen darf, geht der „statistische" (soll heißen: Statisten« Figurantennämlich: Null-) Beamte wohl nie irre . . . . . . Was? Sie halten dieses Alles für unglaublich? Ei über Sie! So lesen sie doch, was im Jahre 1882 vor und nach dem gemeldeten Circular des Fürsten Bismarck in Rumänien geschrieben und. geredet wurde! Ich verspreche Ihnen übrigens ein andermal noch auf den Gegenstand zuruckzukommen, um Ihnen das rumänische Gebelfer auf den Fußtritt des Reichskanzlers schwarz auf weiß zu beweisen. Außerdem, als Israelit bin ich, wie Sie wissen, geborener Kaufmann" (obwohl ich etwas ganz Anderes bin); ein Kaufmann aber sieht zuerst aufs Geschäft-wenn er nicht ein königlich rumänischchristlichbeamteter Börsenmakler ist. Ich muß hier abbrechen, weil ich mich beeilen will, Erkundigungen einziiziehen,^ warum 11 Israeliten verhaftet wurden, die aus Japy nach Bukarest gekommen sind, um bei der General-Casse ihre Rechnungen mit der Negierung für verschiedene öffentliche Büuunternehmungen zu iiguidiren. Wie es heißt, sollen diese..Jsraeliten vom Bukarester Bahnhofe weg nach der Polizei-Präfektur sistirt worden sein, weil sie keine „Erlaubniß-Bilette". für den freien Verkehr und Aufenthalt im Lande hatten. Ich werde nicht ermangeln . Ihnen nächstens über den Zweck der Bilette für den freien Verkehr u. s. w. Auskunft zu geben; unterdeffen aber haben Sie die Güte sich von mir begrüßen zu lassen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 20. Febr. Der „Reichsanzekger" publizirt den Erlaß des Reichskanzlers vom 0. Febr. an den Gesandten Eisendecher, womit die Resolution des Repräsentantenhauses betreffs Laster zurückgestellt wird. In demselben heißt es: „Jede Anerkennung, welche die persönlichen Eigenschaften eines

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