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Der Israelit · 1884-02-25 · Heft 16 (25.2.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 16 (25.2.1884)
Date
1884-02-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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265 sehr gut daran gethan, das; sie den Israeliten, wie den „Fremden", welche keine Wählerrechte haben, auch das „Maklcrrccht" (ein Nina in der Kette der neuesten rumänischen „Ncchts-Wiffenschast") verboten unter Strafe des Maximums tfir die erste lieber* tretung und gleich bei dem ersten Fall der Uebertretung. Es ist allerdings nur zu wahr, daß wiederum einer ganzen Elaste von Menschen durch diese Maßregel das tägliche Brod entzogen worden, mn nicht noch einmal zu sagen: daß sie den; Hungertode preisgegeben ist. Allein ich bitte Sie, vergessen Sie ja nicht die Statistik und den Ueberschuß der israelitischen Geburten über die Todesfälle, sowie die hnmane Denkweise des Herrn Ba tri arm rmd allerletzt-- dieses Muster-Ministers Versprechen, welches er -1876, als man den „jüdischen" Artikel 44 in den Berliner Vertrag schrieb in liberalrumänisch - christlichen Kreisen gegeben und ausnahmsweise leider hält, daß er im Laufe von wenig Jahren das rumänische Territorium (fallen Ihnen nicht hierbei die Reservat- Territorien der menscheufresseuden Indianer in Amerika ein?) von jenem „giftigen Aussatz" reinigen wird, der bei den israelitenfrestenden, wollte, sagen, antisemitischen Haufen unter dem Namen „Jude" - bekannt ist. In neuerer Zeit behauptet man in Rumänien (die Pharaonen natürlich), daß ein Krach auch ohne das Vorhandensein einer Börse cintreten kann, und daß nicht die Börse (das Local Ü es ist, welche in der Handelswelt Stockungen und Eoucnrse hervorruft, sondern cs genügt, daß der Handel sich in den Händen der Israeliten befinden. soll, dann gehen die Eoncursen so von Statten, als ob sie die Folge eines Börscuskrachs wären. (Letzerer ist übrigens trotz des Mangels israelitischer 'Sensale oder vielleicht gerade weil es christliche agents de changc waren, mit der Novemberliqnidation 1883 just an der B ö rf e u. z. in Bukarest cingetreten, nach nur wenigen Monaten des Bestehens der dortigen „Börse"! Hat man von der Erschütterung in Deutschland nichts gemerkt?) Diese von dem altbcrnhmtcn Handels- (nämlich Ackerbau-, Beamten- und Antisemiten-) Staat Rnmänien ausgehende Theorie ist im Jahre 1882 (vier Jahre nach dem Berliner Vertrage) entstanden, in welchem, wie Sie sich erinnern, der preußische Handesminister und zugleich deutsche Reichskanzler an alle Rcichsangchörige ein vertrauliches Eircular er* lasten hat, welches das Creditgewähren nach Rumänien betrifft. Ich bin leider kein Intimus seiner Durchlaucht, um zu wissen, ob Fürst v. Bismarck dabei die Israeliten oder die Ehristen Rumäniens meinte. Sie kennen ja aber das Mahlhenr der rumänischen Israeliten: im Auslande uangireu,_stc. unter die Inländer und im Inlande kommen sie gleich hinter die Ausländer zu stehen (denn sie sind nicht einmal als solche, sondern als „Fremde" behandelt). Und 'da erscheint mir die Bermnthung als begründet, daß Bismarck ans purer Unkenntnis; des Berliner Vertrags die Israeliten mit den „rumänischen" Bulgaren , Armeniern, Serben, Griechen u. s. w, die nächst einigen leibhaftigen Rumänen im Lande den christlii.cn, pardon: nationalen Handel treiben, in einen Topf geworfen hat! Als Israelit mm muß ich mich d. h. die rumänischen Israeliten verthcidigcn (dies ist ja unserer Aller einzige Beschäftigung seit schier 2000 Jahren — oder sind cs vielleicht nur-4000!?). Ich muß mich rechtscrligen mit der Thatsache, daß die Israeliten, die den Ehristen im Lande Ercdit geben (weil sie als die Importeure im Auslände Eredit genießen!) gewohnheitsmäßig ox officio, oft genug ohne genügende Gründe und mit amtlicher R i ch t z nlassnng eines Vergleiches, selbst bei einer geringfügigen Zahlungsstockuug, als Bankerott erklärt werden. Es handelt sich dabei eben darum, daß den 'Syndicis und was noch an Leichenberauber und Blutsauger auf solche Gelegenheit — wenigstens in Rumänien — wartet und die ans christlichen Rumänen ans aller Herren Ländern besteht, die Beute vorzuwerfcn. Und außerdem, wie soll man den „nationalen" Handel anders schaffen, als indem mau den „fremden" Handel (leider im eigenen Lande!) vernichtet? So wird nun bei den Israeliten verfahren; bei den Ehristen aber, welche von den Israeliten Eredit nehmen, legt sieb, der geehrte Herr Justiz- - minister in's Mittel, -theilt Stellen, nnd andere Bcschwichtignngsnnttel an die Präsidenten n. s. w. der Handelsgerichie ans, um zu erwirken, daß besagte Christen' nicht förmlich als Bankerott erklärt werden, wie sie cs thatsächlich find. Ncnestens werden sie als beliebtes nnd zugleich billiges Mittel gebraucht, die 0 bis 12 königlich - rumänisch - majestätischen Orden, die manchem Antisemiten schon so unglücklich an den Kopf geworfen wurden, daß sie von dem Anprall diverse Schädelbrnche, Gehirnerschütterungen, Eonfnsionen (Militärgeschichte 1882!) und unheilbare Verrücktheiten davontrugcn! Als Ehrist aber und Antisemit, wenn ick; cs wäre — muß ich, noch immer in Sachen der Eoncurse sprechend, den Kläffern Recht geben; denn der — christliche — „Handelselub" (nicht wie Andere sagest: der Wahlclub) in Jassy hat „coustatirt" durch „statistische" Ausnahme, daß die Majorität der Eridarc Israeliten wären. Freilich müßte man den Wahlantiscmilcn erst noch die Frage vorlegcn: wie sie cs wollen, daß die Majorität derCridare Ehristen . ^se'ttl sollen,,ivelii; sic^ selbst behaupten, daß der rumä-

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