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Der Israelit · 1884-02-21 · Heft 15 (21.2.1884) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 15 (21.2.1884)
Date
1884-02-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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252 Mizrai,m nur den strafenden Finger, am Meere aber seine gewaltige Hand angelegt hat. Besonders willkommen werden vielen gewiß die am Schluß beigesngten Noten zu den Seder-Abend- Melodien sein. — Möge das Buch, das in jüd. Schulen und Familien allgemein eingcführt zu werden verdient, allseitig die warme Aufnahme finden, die ihm gebührt. Zeitungsnachrichten und Corresporrdenzerr. D e u L s ch l a n d. . Frankfurt a. M. Am verflossenen Mittwoch Abend sprach im V e r e in für jüd. Geschichte und Literatur Herr Rabbiner Dr. Horvitz über Rabbi Akiba und seine Zeit, ein Thema, über das die Leser des „Jsr." schon durch die schöne Erzählung „Akiba" unterrichtet sind. Gin Kulturbild ans dem ersten und zweiten Jahrhundert könnte man den Inhalt dessen nennen, was der Redner im Nahmen eines einstündigen Vortrags entwickelte. Aus der Fülle des interessanten Stoffes, den er aus dem Leben Rabbi Akibas und aus dem Zeitabschnitte, dem dieser größtentheils das Gepräge gab, vortrug, brauche ich aus dem angegebenen Grunde nichts zu referiren. „Möge jenem Worte", so schloß der Redner, „das einst auf Rabbi Akiba gesagt wurde, '21' nicht die Verwirklichung fehlen, und solchen.Männern vergönnt sein, zu einer Zeit zu wirken, da das ihr ganzes Wesen durchdringende Bewußtsein von der Gottähnlichkcit des Menschen und 'der daraus entspringenden "Anerkennung der Menschenwürde voll und ganz Ekgenthnm der Gesamintmenschheit geworden ist." Pelplin, 17. Febr. Gestern Abend wurde der hier stationirte Gendarm per Depesche desLandrathes des hiesigen Kreises nach dem benachbarten großen Pfarrorte Neukirch zum Schuhe der daselbst besiudlichcu jüdischen Familien beordert. Es dürfte diese Maßregel, wie die „Th. Ostd. Zt." berichtet, wohl mit dem in Sturz verübten Morde Zusammenhängen, der durch einen jüdischen Händler verübt sein soll und durch den die katholische Bevölkerung im genannten Dorfe sehr in Aufregung gebracht ist. . Mühlhausen i. Elf. Unser Wohlthätigkeits- Vercin „Die Kinder Israels" genannt, hatte im verflossenen Jahre eine Einnahme von 6713 Fr., verausgabt wurden 845 Fr. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Krakau, 10. F»br. Das hiesige Strafgericht beschloß, dem Verlangen dcr^Krakauer medicinischeu Facultät, den in dem Prozesse wegen des Mordes in Lutcza Mitangeklagten Stochlinski unter ärztliche Aufsicht zur Beobachtung seines Geisteszustandes zn stellen, keine Folge zu geben. Die Facultät, welche nach der vorige Woche ftattgehabten Exhumirung der Leiche der Mnich im Besitze des Schädels und der Wirbelsäule derselben ist, wird nun unverweilt zur Abfassung des ihr abverlangten Gutachtens .über die muthmaßliche Todesart der Mnich schreiten. Nach erfolgter Uebergabe dieses Guchtachtens wird die Staatsanwaltschaft die Anklage erheben. Weder Ritter noch Stochlinski wurden bisher hier ein-, vernommen. Ans Siebenbürgen. im Februar. Daß Sie bisher, geehrter Herr Redacteur, aus unserem Kronlande nur selten Berichte erhielten, hat wohl darin seinen Grund, daß hier Alles im tiefsten Schlafe des Jndifferentismus ruhte und die Congreß-Repräsentanten vollständig die Oberhand hatten. In neuester Zeit jedoch sind die gesetzestreuen, Israeliten unseres Landes erwacht und suchen für die Erhaltung unserer heiligen Religion dadurch thätig zu sein, daß sie an allen Orten eigene Gemeinden bilden und fromme und gelehrte Rabbinen engagiren.— Zu beklagen haben wir das Hinscheiden des seligen Oberrabbinett K. Lichtenstein r"8"r in M. Wasarhely, doch hat die dortige Gemeinde durch den Schwiegersohn des Verewigten bereits Ersatz erhalten. Derselbe wandelt in den Fußstapfen des Verewigten und waltet seines Amtes zur vollen Zufriedenheit seiner Gemeinde. — Der Lärm, welcher unlängst über die Matrikenführung erhoben wurde, hat zu mancherlei Unzuträglichkeiten geführt. Täglich werden die Matriken revidirt, und manche Stuhl« richter und Vicegespänc machen sich ein Vergnügen daraus, die orthodoxen Rabbiner zu vexiren. Dem Rabbiner zu F. Gyorgy, Herrn Bernhard Kohn, einem allgemeinen geachteten Manne, wurde die Matrikenführung entzogen und dem Bezirksnotar, einem Nichtjuden, übergeben. Die Gemeinde legte hiergegen beim Obergcspan Protest ein; dieser entgegnete jedoch, daß er die Matrikenführung nur einem Manne anvertraueu werde, der vier Gymnasialklaffen absolvirt habe. Gegen einen solchen Ausspruch gibt es keine Appellation. Zwar hat der Präsident der orthodoxen israelitischen Durchführnugscommissiou versprochen, sich bei Minister Trefort.dieserhalb zu beschweren. Einen Erfolg haben wir bis jetzt noch nicht gesehen. — Ueber die Berufung des Herrn

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